Schilcher F.v.

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Biografie:
Franz v. Schilcher. Oberlandesgerichtsrat a. D. Franz v. Schilcher in München, einer der wenigen noch lebenden Gründer unseres Vereins, feierte am 25. Dezember 1916 in voller körperlicher und geistiger Nüstiqkeit seinen 80. Geburtstag. Als Appellationsgerichtsakzessist unterzeichnete er das denkwürdige Protokoll vom 9. Mai 1869, die Gründungsurkunde des Deutschen Alpenvereins. Als Landgerichtsassessor in Traunstein rief er fchon wenige Wochen nachher (im Juni 1869) die dortige Sektion ins Leben, die er bis 1871 als Vorstand leitete. Der S. München gehörte er als zweiter Schriftführer (1872—1876) und weitere 8 Jahre als Beisitzer an und erwarb sich durch die Adaptierung und Einrichtung der Herzogstandhäuser und durch den Ausbau und die innere Einrichtung des Watzmannhauses große Verdienste. Die erfreulichen Früchte dieser Tätigkeit deutete er in der ,,Geschichte der S. München" (1900) an. In der Erschließungsgeschichte der Ostalpen hat sein Name einen guten Klang. Alpiner Tatendrang trieb ihn auf die eisgekrönten Berge des Ober- und Unterengadins, in die Palagruppe, auf die Marmolata (3. Ersteigung 1868), in die damals noch Verhältnismäßig wenig bekannte Adamello- und Brentagruppe und in andere ostalpine Gebiete, wo ihm bemerkenswerte Erstersteigungen und Neuturen gelangen. Nicht bloße Sportlust, sondern warme Freude an der Natur lockte ihn alljährlich in die Alpen. Aber das Hauptfeld feiner bergsteigerischen Leistungsfähigkeit blieben doch die ihm schon von früher Jugend auf vertrauten Berchtesgadner Alpen. Ludwig Purtscheller nannte v. Schilcher „einen der besten Kenner dieser Gebirgsgruppe". Mit dem Bergführer Preiß vollführte v. Schilcher 1885 die Ersteigung des Kleinen Palfelhorns von Süden, von der Max Zeller („Zeitschrift" 1915, S. 197) bemerkt: „Sie dürfte wohl die schwerste und zugleich gefährlichste Klettertur der damaligen Zeit in den Ostalpen überhaupt gewesen sein." Mit einer Ersteigung des hohen Gölls durch das Pflugtal begann er seine bergsteigerische Laufbahn, und sämtliche Hochwarten der Berchtesqadner Alpen betrat sein Fuß im Laufe der Jahre wiederholt, so den Watzmann zwanzigmal. Die Östliche (Partenkirchner) Dreitorspitze bezwang er 1884 vom Wettersteingatterl aus. In mehreren Aufsätzen schilderte er in unseren Vereinsschriften seine Bergfahrten in lebendiger und farbenfrischer Weise. Die Wandlungen des Alpinismus von der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart und die machtvolle Entwicklung des D. u. S. Alpenvereins erlebte er selbst mit. Noch heute ist der Jubilar von echter Bergbegeisterung durchglüht; dies erhellt schon daraus, daß - es ihn noch im Sommer 1915 und 1916 auf einige leichter besteigliche Gipfel der bayrischen Voralpen trieb. A. D.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1917, Seite 10

Geboren am:
25.12.1847

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