Bernard Giorgio

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Biografie:
Bergführer aus dem Fassatal
Seine erstklassigen Herren sagten ihm "fabelhafte Gewandtheit im Klettern" nach. Er wurde auch für Touren in der Schweiz angeheuert.
Am Innerkoflerturm scheiterten 15 Ersteigungsversuche von Bernard.
Erste Winterbesteigung der Marmolada am 25. November 1884 mit Spazzali und Candelsperghin.
Erste Winterbesteigung des Sass Rigais, Vernel und Vajolet.
Quelle: Archiv Proksch (Österr. Alpenklub)

Giorgio Bernard (+).
In der ersten Hälfte des Monats Juni 1895 starb zu Bozen im 46. Lebensjahre der Bergführer Giorgio Bernard aus Campitello. Gleich seinem Bruder Battista, der eines unnatürlichen Todes gestorben ist, war also auch Giorgio kein allzu langes Leben beschieden. In der Zeit, als die Kenntniss der westlichen Dolomiten sich erst zu erweitern begann und noch der grössere Teil derselben unerstiegen war, gelang es Giorgio in Begleitung der tüchtigsten deutschen und italienischen Bergsteiger, eine Reihe von Erstlingstouren daselbst auszuführen, wodurch er bald den Ruf eines der ersten Dolomitenführer erlangte. Er übte seit dem Jahre 1874 seinen Führerberuf aus, und als ruhiger und sicherer Kletterer, von gefälligen Manieren, verstand er es, sich trotz seines nicht allzu sympathischen Äusseren zum unentbehrlichen Begleiter manches Hochtouristen zu machen, dessen Freundschaft er sich durch häufigen Briefwechsel auch für weiterhin zu erhalten suchte. Die Folge war, dass er auch in entferntere Gebiete, so auch in die Schweiz mitgenommen wurde. Wenn er auch dort manch Bedeutendes zu leisten im Stande war, so war doch das eigentliche Gebiet seiner Tätigkeit seine engere Heimat. Hier errang er, wie schon erwähnt, seine grössten Siege. So erstieg unter anderem Giorgio zum ersten Male den Sass Rigais (3027m), die Tschaminspitzen (2787m und 2766m), den höchsten Vajolettthurm (2821 m), die höchste Spitze der Mugoni (circa 2680m), die Tscheinerspitze (2796m), die westliche Spitze des Lattemar (2846m), den Vernel (3206m), den Sasso Vernale (3154m), die Cima di Valfredda (3040m), die Cima delle Comelle (circa 3050m) und die Cima di Fiocobon (3056m). Zahlreich sind auch die neuen Anstiege, die Giorgio auf bereits bezwungene Berggipfel fand. Durch die grosse Ortskenntniss, die er sich auf seinen langjährigen Bergwanderungen erworben hatte, war es ihm auch möglich, als es sich um die erste Feststellung der schwankenden Nomenclatur der Rosengarten-Gruppe handelte, soweit es in seinen Kräften stand, zur Richtigstellung derselben beizutragen. Zu Ehren Bernard's führt eine Scharte auf der von ihm mit Giuseppe d'Anna am 6. August 1887 zum ersten Male bestiegenen Cima di Fiocobon den Namen „Forcella Bernard".
Dr. J. R.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1895, Seite 175



Geboren am:
1849
Gestorben am:
06.1895

Erste Route-Begehung

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