Bühler Oskar

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Biografie:
Bühler Oskar, * Nürnberg,
Hüttenwart der Egloffsteiner Hütte
Das Klettern hatte Oskar Bühler im Frankenjura gelernt und dort eröffnete er in jungen Jahren auch eine Anzahl neuer Routen. Auch in den Alpen gelangen ihm eine Vielzahl großer Touren, wie der "Weg der Jugend" am Einserkofel-Nordpfeiler in den Sextener Dolomiten, Zwölfer-Nordwand "Schranshoferführe", "Schüle-Diem" und "Fiechtl-Weinberger" am Predigtstuhl, Fleischbank-Südostwand "Wießner", Christaturm-Ostwand, "Dülfer- und Piazweg" am Totenkirchl, Pallavicinirinne am Glockner, Wiesbachorn-Nordwestwand, Längsüberschreitung des Montblanc, im Alleingang die Monte Rosa-Ostwand oder der gesamte Rochefortgrat im Montblancgebiet. Über 600 Gipfelbesteigungen in den Alpen, viele Touren in Ost-und Westalpen stehen in seinem Tourenbuch.
Oskars Bühler Name war nicht nur mit dem Klettern im Frankenjura verbunden, sondern mit dem Klettern in ganz Deutschland. Mit dem einzementierten Bohrhaken, dem "Bühlerhaken", hat er das Klettern sicherer gemacht.
Durch seine Sanierung vieler Klettertouren im Frankenjura hatte er darüber hinaus wesentlichen Anteil für die enormen Fortschritte der sportlichen Freikletterbewegung im Frankenjura und anderen Mittelgebirgen.
Zum festen Begriff für Frankenjurakletterer ist "der Bühler" allerdings als Führerautor geworden. Er verfasste den Kletterführer "Frankenjura".
Oskar Bühler ist seit 1932 Mitglied der Vorstandschaft der Sektion Nürnberg, seit 1971 1. Vorsitzender dieser Sektion. 1976 wurde er zudem Mitglied im Hauptausschuss des Gesamtvereins.

Für seine Verdienste wurde er geehrt:
am 6. April 1988 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Bundespräsident Richard von Weizäcker am 6. Mai 1996 mit dem 2. Preis beim ?Dietmar-Eybl-Preis" für herausragende Leistungen im Dienste der Sicherheit am Berg


1928 1.Beg.Schrottenkegel-Nordostgrat,2886m, (Ferwall)
1928 1.Beg.Glatter Berg-Westgrat,2866m, (Ferwall)
1933 Beg.Piz Bernina-Biancograt,4049m, (Berninagruppe)
1933 Beg,Piz Roseg-Eselsgrat,III-IV,40°,3937m, (Berninagruppe)
1933 Überschreitung Piz Palü,3901m,-Bellavista,3922m, (Berninagruppe)
1933 Best.Matterhorn-Hörnligrat,4478m,(Walliser Alpen)
1934 1.Beg.Zehnerstein-Südostriß, (Frankenjura)
1934 Winterüberschr.Alpspitze,2629m, (Wetterstein)
1939 1.Beg.Hohe Nase "Alte Weg",VI, (Püttlachtal,Frankenjura)
1958 1.Beg.Bubenrother Wand, (Altmühltal)
Beg.Predigtstuhl-Nordgipfel-Westwand "Schüle-Diem-Verschneidung",VI-/A1,2116m,
(Wilder Kaiser)
Beg.Predigtstuhl-Nordgipfel-Westwand "Fiechtl-Weinberger-Weg",V+/A1,200 HM,2116m,
(Wilder Kaiser)
Beg.Totenkirchl "Piazweg",2193m, (Wilder Kaiser)
Beg.Totenkirchl-Ostwand "Dülferweg",V-,2193m, (Wilder Kaiser)
Beg.Christaturm-Ostwand,2170m, (Wilder Kaiser)
Beg.Fleischbank-Südostwand "Südostverschneidung",2187m, (Wilder Kaiser)
Beg.Rochefort-Grat,(Montblancgebiet)
Überschreitung Montblanc,4810m, (Montblancgebiet)
Alleinbeg.Monte Rosa-Ostwand,4634m, (Walliser Alpen)
Beg.Großglockner-Nordostwand "Pallavicinirinne",II-III,50°,600HM,3798m, (Hohe Tauern)
Beg.Wiesbachhorn-Nordwestwand,Eis 50°-55°,400 HM,3564m, (Hohe Tauern)
Beg.Einserkofel-Nordpfeiler-Nordkante "Weg der Jugend",VI-/A1,800 HM,2698m,
(Sextener Dolomiten)
Beg.Zwölferkofel-Westgipfel-Nordwand "Toni Schranzhofer-Führe",V,500 HM,3094m,
(Sextener Dolomiten)
1.Beg.Hohe Nase, (Frankenjura)
1.Beg.Zehnerstein-Südost-Riß, (Frankenjura)
1.Beg.Trockauer Wand, (Püttlachtal,Frankenjura
1.Beg.Tücherfelder Wand, (Püttlachtal,Frankenjura)
Gerd Schauer, Isny im Allgäu


Oskar Bühler,
bekannt geworden durch seinen Kletterführer „Frankenjura“ (wir brachten über ihn ein »Bergsteiger«-Porträt), erwirbt sich weiterhin Verdienste durch das Einbetonieren von Standhaken in stark begangenen Touren. Bühler, auf die Frage angesprochen, ob nicht bald alles übernagelt sein wird: „Schon deshalb nicht, weil ich allein soviel gar nicht schaffen kann. Es haben sich ab und zu schon Helfer angeboten, aber nach spätestens drei Haken haben sie wieder aufgehört, weil das so mühsam ist.“ Bühlers Frau hat für seine Arbeit vollstes Verständnis und ist selbst ständig für den Verein aktiv — wenn auch nicht mehr in den Felswänden.
Quelle: Der Bergsteiger 1974, Heft 7, Seite 424

Wir gratulieren
Herrn Oskar Bühler zum 70. Geburtstag am 4. Januar. Oskar Bühler ist seit 1932 Mitglied der Vorstandschaft der Sektion Nürnberg, seit 10 Jahren 1. Vorsitzender dieser Sektion. Seit 1976 ist er zudem Mitglied im Hauptausschuß des Gesamtvereins. Dort sorgt er mit Vorliebe dafür, daß das bergsteigerische Element nicht zu kurz kommt in den Diskussionen.
Denn Bergsteigen hat er immer großgeschrieben. Namentlich das Klettern. Das hat er im Frankenjura gelernt. Und dort hat er in jungen Jahren auch eine Anzahl neuer Routen eröffnet, von denen so manche auch unter den Sportkletterern unserer Tage noch erheblichen Respekt genießt (z. B. Hohe Nase, Zehnerstein SO-Riß).
Zum festen Begriff für Frankenjurakletterer ist „der Bühler" allerdings als Führerautor
geworden. Von seinem „Kletterführer für den Frankenjura" erschien 1949 die erste Auflage, 1980 die fünfte (Besprechung siehe Heft 2/80). Damit nicht genug hat Oskar Bühler ab 1950 bis heute im Frankenjura mehr als 3000 zum Teil Jahrzehnte im Fels steckende Haken durch neue, fest einzementierte ersetzt: die durch ihn selbst entwickelten „Bühlerhaken". Die Sicherheit, die diese vermitteln, trägt nicht nur — und das unterdessen weit über den Frankenjura hinaus — ihrerseits dazu bei, den Wertbegriff „Bühler" zu untermauern. Sie hat darüber hinaus wesentlichen Anteil für die enormen Fortschritte, die die sportliche Freikletterbewegung gerade im Frankenjura und anderen Mittelgebirgen während der letzten Jahre machen konnte.
Daß „der Bühler" bei alldem nie lediglich Klettergartenmatador gewesen ist, das bezeugt ein kurzer Einblick in sein alpines Tourenbuch: die „Schüle-Diem" am Predigtstuhl, die Fleischbank-Südostwand, Dülfer- und Piazweg in der Totenkirchl-Westwand, der „Weg der Jugend" am Einser, die Zwölfer-Nordwand sind darin ebenso zu finden wie die Pallavicini-Rinne am Glockner, die Wiesbachhorn-Nordwestwand, der gesamte Rochefort-Grat und gar die Monte Rosa-Ostwand im Alleingang.
Quelle: Mitteilungen des DAV 1981, Seite 52

Oskar Bühler 75
Oskar Bühler feierte am 4. Januar 1986 seinen 75. Geburtstag. In seiner Jugendzeit gelang ihm eine Reihe großer Bergfahrten in den Ost- und Westalpen, z. B. Route der Jugend am Einser, Zwölfer-Nordwand, Schranshof erführe, Schüle-Diem und Fiechtl-Weinberger am Predigtstuhl, Fleischbank-SO-Wand, Christaturm-Ostwand, Dülfer- und Piazweg am Totenkirchl, Pallavicinirinne am Glockner, Wiesbachorn-NW-Wand, Längsüberschreitung des Mont Blanc, gesamter Roquefortgrat als Führungstour, Monte-Rosa-Ostwand im Alleingang in 7 Stunden. Dieser kleine Auszug aus seinem Tourenbuch zeigt, daß Oskar Bühler nicht nur ein Kletterer, sondern Bergsteiger im klassischen Sinne ist.
Die Fähigkeiten für diese Touren hatte er im heimatlichen Frankenjura erworben, wo er Mitte der 20er Jahre das Klettern lernte. Er eröffnete später dort eine Anzahl neuer Routen. Manch eine davon verlangt auch von den Kletterern unserer Tage noch Respekt: Hohe Nase, Trockauer und Tücherfelder Wand im Püttlachtal, Zehnerstein SO-Riß.
1949 veröffentlichte Oskar Bühler den ersten Kletterführer für den Frankenjura, der etwa 800 Routenbeschreibungen enthielt. 1983 erschien die 5. Auflage im Eigenverlag, die über 3300 Beschreibungen umfaßt. Neben der herkömmlichen Schwierigkeitsbewertung nach UIAA sind dem Kletterführer Hinweise auf die technischen Schwierigkeiten (A-Werte) und die Freigehwerte (Rotpunktbewertung) zu entnehmen. Durch die Mitarbeit junger Kletterer wurde diese Neuerung ermöglicht.
Ein wichtiges Anliegen ist für Oskar Bühler die Sicherheit beim Klettern im Frankenjura. 1960 begann er Haken einzuzementieren, entwickelte bald danach den „Bühlerhaken", von dem inzwischen etwa 4000-5000 Stück in den Felsen des Frankenjura zu finden sind. Auch im Wilden Kaiser, an den Ruchenköpfen und vor allem in allen Klettergärten der Mittelgebirge sind heute die „Silberlinge" anzutreffen. Etwa die Hälfte hat er selbst angebracht, 41 hat er im Sommer 1985 zementiert. Wer schon einmal selbst so einen Silberling gesetzt hat, wird einschätzen können, wieviel Idealismus hinter dieser Arbeit steckt, noch dazu für einen älteren Herrn in Oskar Bühlers Alter. Für ihn ist seine „Hakenarbeit" nahezu abge¬schlossen, weil die wichtigsten Haken in den Routen des Frankenjuras zementiert sind.
Die Sicherheit der Anstiege im Frankenjura durch die Bühlerhaken hat erheblich dazu beigetragen, daß das Extremklettern hier so viele Freunde gefunden hat. Viele Kletterer, die Routen im 7. bis 10. Schwierigkeitsgrad eröffnen, sichern ihre Wege mit Bühlerhaken ab. Kann sich ein alter Bergsteiger mehr wünschen?
Neben Kletterführer und Haken gibt es in Oskar Bühlers Leben einen dritten Bereich, in dem er seine Schaffensfreude der Allgemeinheit dienlich gemacht hat. 50 Jahre gehörte er der Vorstandschaft der Sektion Nürnberg an, 16 Jahre als Hüttenwart der beiden sektionseigenen Jurahütten in Thalheim und Egloffstein, 10 Jahre lang als 2. und' 10 Jahre als 1. Vorsitzender. Als Vertreter der nordbayerischen Sektionen war er 5 Jahre lang im Hauptausschuß des DAV tätig. Heute hat er sich als Ehrenvorsitzender seiner Sektion weitgehend auf das „Altenteil" zurückgezogen.
Oskar Bühler hat auch nicht mehr soviel Zeit, denn vor etwa 20 Jahren begann er mit einer neuen sportlichen Aktivität: dem Tanzen. Wahre Todesspiralen dreht er mit seiner Frau Anneliese aufs Parkett und ertanzte im Sommer 1985 das Deutsche Tanzsportabzeichen in Gold. Wie für das Sportabzeichen in der Leichtathletik sind auch hier tägliches Trai¬ning und eine enorme Begeisterung Voraussetzung für solche Leistungen in diesem Alter.
Quelle: Mitteilungen des DAV 1986, Seite 46

geboren in Nürnberg (Deutschland)
Brückenbauingenieur in der Bundebahndirektion Nürnberg
wird von seinen Freunden "Ossi" genannt.
Vorsitzender der Sektion Nürnberg des DAV
Besteigung des Großglockners über die Pallavicinirinne im Jahre 1938.
Besteigung des Einser in den Dolomiten über den Stegerpfeiler im Jahre 1938.
Besteigung des Zwölfer in den Dolomiten über den Schranzhoferweg im Jahre 1938.
Besteigung des Monte Rosa über die Ostwand (Alleingang) im Jahre 1939
Besteigung des Zermatter Breithorn über die NW-Wand im Jahre 1939.
Begehung des gesamten Rochefortgrates im Jahre 1952
Hat im Alter von 66 Jahren im Frankenjura (mit Hilfe von Kameraden) 2430 alte, verrostete Haken durch Nirosta-Haken ersetzt.
Bestieg ca. 630 Alpengipfel aller Schwierigkeitsgrade sowohl im Sommer als auch im Winter.
Mitglied des Österreichischen Alpenklubs Nr. 134.
Quelle: Archiv Proksch (Österr. Alpenklub)
application/pdf Oskar_Bhler_-_Bergsteiger_01_74.pdf




Geboren am:
04.01.1911
Gestorben am:
07.04.2001
application/pdf Bühler Oskar - BST 1974-1, Seite 35.pdf
application/pdf Oskar_Bhler.pdf

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