Rossi Renata

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Biografie:
Rossi Renata, Bergführerin, * Chiavenna (Val Bregaglia,Bergell,Schweiz), 1974 bis 1976 Hüttenwirtin Albignahütte Sasc-Furä-Hütte im Bondascatal (Bergell), später Padua
Renata Rossi widmete sich ein Leben lang den Bergen und wurde 1984 die erste weibliche Bergführerin in Italien, eine der ersten in Europa. Neben der Eröffnung und Wiederholung aller großen Routen in ?ihrem Tal?,dem Val Bregaglia, im Sommer und Winter hat sie den größten Teil der Alpen besucht, mit Wiederholungen klassischer Routen am Montblanc, Monte Rosa, Gran Paradiso und den Dolomiten mit Episoden im Tschechisches Sandstein Klettergebiet (Türme von Arenarla), England (Nordwales und Peak District,Lake Distrikt ) und im Himalaya (Annapurna III). Sie übte den Beruf der Bergführerin in Vollzeit aus und ist Mitglied der italienischen Schule für Bergsteigen, Skibergsteigen und Klettern - Associazione Guides Alpine Valchiavenna. Ihre Tätigkeit reichte vom klassischen Bergsteigen bis zum Klettern, vom Wandern bis zu Ausflügen mit Schulkindern, vom Skifahren abseits der Piste bis zum Telemark-Skitourengehen, vom Aufstieg an Eisfällen, bis zum Canyoning, dem Abstieg in rauschenden Bergbächen.
1977 Best.Annapurna III,7577m, (Himalaya,Nepal)
1979 1.Beg.Sciora-Dadent(Sciora di Dentro)-Ostwand,3275m, (Bergell)
1982 Alleinbeg.Piz Badile-Nordkante,V-,3308m, (Bergell)
Beg.Punta Albigna "Via Meuli",IV+,500 HM,2825m, (Bergell)
Beg.Piz Gemelli-Nordkante,V,3262m, (Bergell)
Beg.Piz Cengalo-Nordwestpfeiler,VI-,3366m, (Bergell)
Beg.Piz Badile-Tropfenpfeiler "Via Chiara",VI,3308m, (Bergell)
Beg.Punta Sant'Anna "Via Bonatti",VI-,3171m, (Bergell)
Winterbeg.Punta Sant ' Anna "Via Klucker",VI-,3171m, (Bergell)
Beg.Piz Badile-Nordostwand "Cassin",VI/A1,900 HM,3308m, (Bergell)
Winterbeg.Piz Badile-Westsüdwestgrat,IV,3308m, (Bergell)
1.Beg.Cima dal Cantun "Fiammifero",3354m, (Bergell)
Gerd Schauer, Isny im Allgäu

Renata Rossi
Renata Rossi ist aus Villa de Chiavenna. Es kann sein, daß sich einige Leser an sie erinnern bei der Arbeit in der Albignahütte oder an jene Hüttenwartin der Sasc-Furâ-Hütte im Bondascatal (Bergell), die sie von 1974 bis 1976 betreute. Alpinistisch ist sie hauptsächlich aufgewachsen in den Bergeller Bergen, die sie von Kindheit an besuchte; sie personifiziert den Typ des vollständigen Alpinisten, der ohne Probleme übergeht vom Ski zum Fels, zum Eis und zu den Winterbesteigungen. Die Arbeit in den Hütten wurde auch ausgeführt, um es fertigzubringen, die Studien der Medizin und Psychologie zu bezahlen, die in Padua begonnen wurden. Aber das Leben in der Großstadt paßt nicht zu einer echten Bergbewohnerin, wie sie eine ist, und mit der Zunahme der alpinistischen Tätigkeit wuchsen auch die Zweifel über die Zweckmäßigkeit, die Studien, so weit weg von den Bergen und der Natur, fortzusetzen. Der Beruf eines Bergführers hatte sie schon immer angezogen: leben in den Bergen, aber gegenüber den anderen mit derselben Offenheit, die sie ihnen entgegenbrachte, als ihre Wahl auf das Studium gefallen war. Aber die italienischen und Schweizer Bergführer, die die Sciorahütte besuchten, haben es ihr jahrelang wiederholt, daß, »um den Bergführerberuf auszuüben, es nötig ist, stark zu sein und einen Bart zu tragen, rauh zu sein und... Mann«! Jedoch, nach fünf Jahren stärkster Aktivität, in denen auch verschiedene neue Routen hervorstechen, Zweitbegehungen und erste Winterbegehungen, wird der große Entschluß gefaßt. Jetzt, mit dem Diplom in der Tasche, hat Renata Rossi schon verschiedene Kunden begleitet, sie organisiert Trekkings von unterschiedlicher Schwierigkeit und hat Pläne für außereuropäisches Bergsteigen.
Quelle: Der Bergsteiger 1982, Heft 8, Seite 29

Renata Rossi, die erste Schweizer Bergführerin, schrieb uns einen Brief über Erfahrungen mit ihren lieben Bergführerkollegen, die einfach nicht verstehen können (oder wollen), daß ihr Beruf nun auch von einer Frau ausgeübt wird. Renata Rossi: »Das ist der einzige unschöne Punkt. Die alten Kollegen kann ich ja noch verstehen, sie leben hinsichtlich Frauen mit ihren alten patriarchalischen Ideen. Aber die jungen Kollegen, die gegen eine Frau als Bergführerin sind, kann ich nicht verstehen. Über einige junge Bergführer hat man mir zugetragen, sie würden ihr Bergführerdiplom wegwerfen, wenn das Patent an Frauen vergeben wird. Leider sagen sie mir das nicht selbst - und das finde ich besonders unschön. Zum Glück gibt es aber auch Bergführer, die sehr nett sind und mit mir reden.«
Quelle: Der Bergsteiger 1983, Heft 5, 86

Quelle: Der Bergsteiger 1983, Heft 4, 27 ff
Quelle: Rivista Mensile 1983, Seite 33 f (siehe Anhang)
Quelle: Der Bergsteiger 1985, Heft 1, 97


Geboren am:
1953
application/pdf Rossi Renata - Riv. Mesile 1983.pdf