Buscaini-Metzeltin Silvia

(Bearbeiten)

Biografie:
geboren in Lugano (Schweiz)
dort auch die Schule besucht. verheiratet mit Gino Buscaini.
Vom CAI engagiert um alpine Führer zu schreiben.
Mitglied der Gruppe "Orient" des CAAI in Verona.
Quelle: Archiv Proksch (Österr. Alpenklub)

Die Liste der großen Italienerinnen wäre unvollständig, würde die Luganerin Silvia Metzeltin vergessen. Sie hat in ihren 28 Lebensjahren bereits 13 Jahre aktiven Alpinismus hinter sich. Seit 1956 ist sie Mitglied des Italienischen Alpenclubs und seit 1964 in der Gruppe »Orient« des CAAI in Verona; mit 25 gegen 1 Stimme aufgenommen.
Silvia Metzeltin hat 294 Hochtouren in 60 verschiedenen Gruppen durchgeführt. Als Alleingängerin hat sie sich auf sehr schwierigen Touren gleichfalls einen Namen gemacht, vor allen Dingen auch in weniger stark begangenen Gegenden, wie Steiner Alpen, Rätikon, Karwendel. Ungefähr 50 Gipfelbesteigungen führte sie als Seilerste. Einige Damenseilschaften waren darunter, so »Tour Ronde« von Norden; Cima di Madonna, Schleierkante, Pizzo Cassandra von Norden; Punta Rasica Via Castelnuovo.
Abwechselnd führend, beging sie die Civetta-Nordwestwand, Solleder-Führe; Cima Pratofiorito-Via Aste; Piz Roseg-Nordgrat; Predigtstuhl — Matejka-Weg; Cengalo-Via Vinci und die Gervasutti-Führe an der Cima Courmaon.
Gewaltig berührt uns die Summe der Touren von höheren Schwierigkeitsgraden. Es sind im ganzen 117, davon 50 des IV., 23 des V. Gra-des, 37 bewegen sich zwischen V+ und VI und sieben sind VI+. Nur einige dieser Touren seien mit Namen erwähnt, um eine langweilige Aufzählung zu vermeiden:
Andrich-Führe an der Punta Civetta; Cima Su Alto, Livanos-Führe; Piz Badile, Cassin-Route; Südgrat der Aiguille Noire.
Oder die erste Traverse der Breche Nord der Dames Anglaises über Fresney-Brenva. Diese Touren, Eis und Fels gemischt, gehören zu den berühmtesten Gipfelbesteigungen auch unserer Tage.
Sechs neue Wege hat Silvia Metzeltin miterschlossen, sechs Alleingänge von Bedeutung hinter sich gebracht, und auch im Ala Dag (Anatolien) hat sie eine neue Route auf den Demirkazik (3800 m) eröffnet.


Silvia Buscaini-Metzeltin
Vita: * 1.7. 1938 Lugano;
Mutter Österreicherin, Vater Deutscher; aufgewachsen im Tessin. Kaufmännische Schule in Lugano, nachgeholtes Abitur, Geologiestudium in Mailand (1968-1972, Dr. geol.). Arbeitet im Forschungsbereich der geologischen Fakultät an der Universität Mailand, lebt in Pura (Tessin); verheiratet mit dem italienischen Bergsteiger Gino Buscaini.
Chronik: Silvia Metzeltin, wie sie sich immer noch nennt, gehört zu den namhaftesten und beständigsten Bergsteigerinnen unserer Zeit, die über Schitouren, zusammen mit Kletterern aus Triest, u.a. 1959 Sass-Maor-Ostwand (Solleder), Torre-di-Valgrande-Nordwestwand (Carlesso); 1960 Montblanc-du-Tacul-Nordostcouloir; 1961 Pelmo-Nordwand (Rossi), Triolet-Nordwand, Campanile Comici; 1962 Torre-Triesete-Südwand (Carlesso); 1962 Marmolada-Südwand (Vinatzer); 1963 Badile-Nordostwand (Cassin), Punta-Civetta-Nordwestwand (Andrich). 1968 war sie, zusammen mit Gino, erstmals in Patagonien, wo an der Aguja St. Exupéry der Ostsporn als Erstbegehung glückte; 1974 und 1976/77 im Airgebirge (Sahara, Niger), wo mehrere Erstunternehmungen glückten, u.a. Cima Paoo Consiglio. Silvia kletterte in den Julischen Alpen, im Kaisergebirge, Rätikon, in den Berchtesgadener Alpen; der Hohen Tatra, am Gran Sasso, im Velebitgebirge, in der Türkei. 1981/82 war sie wieder in Patagonien: die Besteigung des Fitz Roy durch die berüchtigte Supercanaleta scheiterte im Schneesturm kurz unterm Gipfel; die Saison 1982/83 sah Silvia und Gino erneut im Bannkreis des Fitz Roy. Insgesamt glückten Silvia Metzeltin über 50 Erstbegehungen. Seit einigen Jahren hat sie auch ihre Liebe zum Sportklettern entdeckt: „Damit kann man auch noch im Alter sein Vergnügen haben.“ Eine überzeugte Frauenrechtlerin, die sie ist, findet sie die Harmonie gemeinsamen Bergsteigens dennoch als die schönste Form des Bergerlebens.
Quelle: Bergsteiger Heft 4/1983

Silvia Metzeltin wurde als Tochter eines deutschen Vater und einer Mutter aus dem altösterreichischen Pula im heutigen Kroatien geboren. Später studierte sie in Mailand.
Sie war eine ewige Nomadin: unabhängig,freiheitsliebend,heimatlos. Mal ist sie bei Freunden im italienischen Varese, dann wieder in Patagonien und manchmal in ihrer kleinen Wohnung in Para in der italienischen Schweiz.
Feste Arbeit blieb für Silvia immer eine Nebensache. Sie war ihr Leben lang vor allem Bergsteigerin.
Schon als Jugendliche begann sie bei Lugano mit dem Klettern,stieg schwierige Touren und führte bald als Seilerste schwere Touren wie die „Schleierkante“ an der Cima della Madonna oder bestieg den Pizzo Cassandra in der Lombardei. In den ersten Jahren ihres Berglebens war sie meist in Frauenseilschaften unterwegs. Silvia Metzeltin gehört zu den namhaftesten und beständigsten Bergsteigerinnen unserer Zeit.
Später unternahm sie die meisten ihrer Touren gemeinsam mit ihrem Ehemann Gino Buscaini. Über 1300 Routen auf Alpengipfel bestiegen sie zusammen. Ungefähr 50 Gipfelbesteigungen führte sie als Seilerste. Einige Damenseilschaften waren darunter, so Tour Ronde von Norden, Cima di Madonna „Schleierkante“, Pizzo Cassandra von Norden, Punta Rasica „Via Castelnuovo“.
Immer wieder reisten sie und ihr Mann zu den Bergen in aller Welt. In Zansar gelang ihnen 1970 die Erstbesteigung des 6175m hohen Z 2 und in Patagonien eröffneten sie 1968 mit Lino Condot,Walter Romano und Silvano Senigo die „Ruta Italia“ auf die Aguja Saint Exupéry. Wichtiger als Gipfelerfolge war für Silvia abgelegene Gebiete zu erkunden. Im Laufe ihres Lebens reiste sie über zwanzig Mal nach Patagonien und widmete einen großen Teil ihres Lebens den Bergen und Menschen in Patagonien.
Seit dem Tod von Gino ist Silvia wieder oft allein unterwegs. Seit einigen Jahren hat sie auch ihre Liebe zum Sportklettern entdeckt.
Sechs Erstbegehungen konnte sie verzeichnen. Silvia kletterte in den Julischen Alpen, Steiner Alpen, im Kaisergebirge, Rätikon, in den Berchtesgadener Alpen; der Hohen Tatra, am Gran Sasso, im Velebitgebirge, in der Türkei.
Vom CAI wurde sie engagiert um alpine Führer zu schreiben.
Seit 1956 ist sie Mitglied des Italienischen Alpenclubs und seit 1964 in der Gruppe „Orient“ des CAAI in Verona; mit 25 gegen 1 Stimme aufgenommen. Sie wurde im Jahre 1996 mit dem „King Albert Mountain Avard“ ausgezeichnet,eine Auszeichnung für hervoragende Leistungen in der Bergwelt.

1959 Beg.Torre di Valgrande-Nordwestwand „Carlesso-Menti“,VI/A2,400 HM,2715m, (Civetta)
1959 Beg.Torre Venezia-Südwand „Tissi“,VI-,600 HM,2337m, (Civettagruppe,Dolomiten)
1959 Beg.Sass Maor-Ostwand „Sollederweg“,VI/A1,1000 HM,2814m, (Pala,Dolomiten)
1960 1.Beg.Cima Paolina-Westwand,3010m, (Civetta) (1960)
1960 1.Überschreitung Torre Trieste,2458m,Torre Coldai,2600m,V,2800 HM, (Civetta,Dolomiten)
1960 Beg.Montblabc du Tacul-Nordostcouloir,4248m, (Montblancgebiet)
1961 Beg.Campanile Comici, (Langkofelgruppe)
1961 Beg.Monte Pelmo-Nordwand „Rossi-Simon“,VI,880 Hm,3168m, (Ampezzaner,Dolomiten)
1961 Beg.Triolet-Nordwand,3870m, (Montblancgebiet)
1961 2.Beg.Mojon Rojo-Ostwand,2163 m, (Patagonien)
1962 1.Frauenbeg.Torre Trieste-Südwand „Carlesso-Sandri”,VI/A2,850 KM,2458m,
(Civetta Dolomiten)
1962 Beg.Marmolata di Rocca-Südwand „Vinatzer-Castiglioni“,VI+/A2,800 HM,3309m, (Dolomiten)
1963 1.Frauenbeg.Punta Civetta-Nordwestwand „Andrich-Faè”,VI/A2,800 HM,2892m, (Civetta)
1963 Beg.Piz Badile-Nordostwand „Cassin“,V+/A0,900 HM,3308m, (Bergell)
1963 Beg.Predigtstuhl Nordgipfel-Ostwand „Matejak-Führe“,V-,320 HM,2116m, (Wilder Kaiser)
1968 1.Best.Aguja Saint Exupéry über Ostpfeiler „Ruta Italiana-Normalweg“,TD+,800 HM,2558m,
(Los Glaciares,Patagonien,Argentinien)
1974 u.1976/77 Begehungen im Airgebirge, wo mehrere Erstbegehungen glückten, u.a.
Cima Paoo „Consiglio“, (Sahara, Niger)
1977 1.Best.Z 2 über Südgrat,6175m, (Zanskar,Indien)
1981 1.Beg.Aguja Guillaumet-Ostwand „Buscaini-Route“,400 HM,2579m,
(Fitzroy-Massiv,Patagonien)
1981/82 Best.Vers.Fitz Roy „Supercanaleta“, scheiterte im Schneesturm kurz unterm Gipfel,
3406m, (Fitzroy-Massiv,Patagonien)
Beg.Sass-Moar-Ostwand,2814m, (Pala)
Beg.Civetta-Nordwestwand „Solleder-Lettenbauer“,VI/A1,1100 HM,3218m,
(Civetta,Dolomiten)
Best.Cima di Pratofiorito-Südgipfel-Ostwand „Via Aste“,VI+,400 HM,2900m,
(Brenta,Dolomiten)
Beg.Torre-Trieste-Südostkante,2458m, (Civetta,Dolomiten)
Beg.Cima Su Alto-Nordwestwand „Livanos“,VI/A3,800 HM,2951m, (Civettagruppe,Dolomiten)
Beg.Piz Roseg-Nordgrat,3942m, (Berninagruppe)
Beg.Aiguille Noire de Peuterey-Südgrat, V+/A0,1100 HM,3773m, (Montblancgebiet)
Überschreit.Dames Anglaises-Brèche Nord, (Montblancgebiet)
Frauenbeg.Tour Ronde von Norden,3792m, (Montblancgebiet)
Frauenbeg.Cima della Madonna-Nordwestkante „Schleierkante“,IV+/A0,400 HM,2733m,
(Pala)
Frauenbeg.Pizzo Cassandra von Norden,3226m, (Lombardei)
Frauenbeg.Punta Rasica „Via Caslnuovo“,3306m, (Bergell)
Beg.Piz Cengalo-Cengalo-Kante „Via Vinci“,3366m, (Bergell)
Beg.Cima di Courmaon „Gervasutti-Führe“,3162m,
1.Beg.Demirkazik „Meltzetin-Führe“,3800m, (Ala Dag,Anatolien,Türkei)
Beg.Furchetta-Nordwand „Solleder-Kummer-Führe“,VI,750 HM,3025m,
(Geisler-Gruppe,Dolomiten)
Beg.Pic d‘Olan-Nordwestwand „Gervasuttiführe“,VI,1100 HM, (Dauphiné)


Gerd Schauer, Isny im Allgäu



Geboren am:
01.07.1938

Erste Route-Begehung

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen