Adamek Karl Ritter von

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Biografie:
gestorben in Wien an den Folgen einer Lungenentzündung
von 1880 bis 1882 und von 1889 bis 1891 Präsident des DÖAV;
Quelle: Archiv Proksch (Österr. Alpenklub)

Karl Ritter von Adamek
Dieses Jahr ist ein verlustreiches für die österreichischen Sectionen unseres Vereins. Vor Kurzem haben wir Ludwig Purtscheller begraben, und nun hat uns ein plötzlicher Schlag des Schicksals den Mann entrissen, der fast durch ein Menschenalter seine reiche Kraft, seine hingebende Begeisterung, seine kampfesfreudige Energie der S. Austria gewidmet hat, so dass er schliesslich geradezu als die Personifikation derselben angesehen wurde, auch da, wo er in Befolgung jener strengen Disziplin, die er von sich und Anderen gleichmassig forderte, lediglich einen Mehrheitsbeschluss ihres Ausschusses vertrat. In ungebrochener Kraft ist Adamek dahingegangen; es hielt schwer, in dem temperamentvollen Manne den Sechziger zu erblicken, schwer zu glauben, dass er noch zu den Kämpfern jener Zeiten zählte, in denen der Grund zur Grosse des Alpenvereins gelegt, die ersten grossen Schritte zur Erschliessung unserer Ostalpen für den Fremdenverkehr getan wurden. Ist es uns Jüngeren doch wie ein Märchen, dass erst vor 32 Jahren mit der Rainerhütte, die der Österr. Alpenverein fast widerwillig in sein Eigenthum übernahm, die erste jener ostalpinen Vereinshütten erstand, die wir heute kaum mehr glauben entbehren zu können. Ein Jahr später bildete sich der Deutsche Alpenverein, dessen Kreisen der damalige Staatsanwalt Karl Adamek fast seit dem Bestehen der S. Wien angehörte. 1874 erwuchs nach der Vereinigung der beiden Brudervereine die S. Austria aus der Verschmelzung der S. Wien mit dem Kerne des Österr. Alpenvereins. Von da an bis zu seinem Abgange nach Salzburg (1896) stand Adamek an hervorragender Stelle in der S. Austria, deren Ausschuss er nur während seines Wirkens als Centralpräsident 1889—1891 nicht angehörte. Wenn wir den Freund und Führer betrauern, mag es uns ein schwacher Trost sein, auf das Grosse und Dauernde den Blick zu richten, das er geschaffen — nicht ohne Kämpfe geschaffen.
„Viel Feind! , viel Ehr'." Das dürfen wir von Adamek sagen. In dem schweren Berufe des Staatsanwaltes und Untersuchungsrichters, den er nicht bloß mit hingebendem Pflichtgefühle, sondern in tieferer sittlicher Auffassung, als ein eiserner Hüter des Rechtes gegen Hoch und Niedrig, versah, den er nicht selten zur Höhe des reinigenden Kampfes gegen unsittliche Gewohnheiten und gesellschaftliche Vorurteile zu erheben wusste, war er hartgehämmert worden. Die Gabe einschmeichelnder Beredsamkeit, welche die Herzen bestrickt, war ihm fremd, der weichliche Ton des Biedermaiers verhasst. Wie er es liebte, den rationalistischen Geist des Altliberalismus, der seiner mannhaft vertretenen Gesinnung entsprach, in aller Schroffheit hervorzukehren, so gab er sich auch im öffentlichen Leben als klarer, scharfer Verstandesmensch. Seine sichere, unbarmherzige Logik, oft nicht frei von der Schärfe eines schneidenden Sarkasmus, hat Manchen tief getroffen und Mancher hat es ihm nach getragen. Aber Alle beugten sich vor der Reinheit und Ehrlichkeit seiner Gesinnung, alle wussten, dass diese Kampfnatur nur gegen das Schlechte und Schädliche ihre leidenschaftlichen Angriffe richtete und ein hoher, unbeugsamer Idealismus in ihm wohnte, der zu hoffen und zu erstreben wagte, was Viele als aussichtslos aufgaben. Wie markige, mächtige Worte wusste er nicht zu finden, als es galt, ungerechtfertigte Vorwürfe durch die Macht seiner makellosen Persönlichkeit abzuschlagen, und wie oft hat nicht die Hochachtung lauten Ausdruck gefunden, die auch die Gegner seinem Charakter zollten! Sein selbstlos kraftvolles Auftreten hat auch die Anerkennung des Monarchen gefunden, der zu ihm sagte: „Ich erwarte viel von Ihrer Energie!" Wer ihm aber näher stand, der wusste, was er mit jener gewissen keuschen Scheu verbarg, wie sie herben, starken Naturen eigen ist, der wusste, dass dieser kühle, nüchterne. Denker und Sprecher ein warmes Herz, ein tiefes Gemüt hatte. Er war ein guter Mensch, ein liebevoll teilnehmender Freund und Vorgesetzter, ein hingebender Gatte und Vater, ein treuer Sohn seines deutschen Volkes. Wie so vielen von den Kindern unserer deutsch-österreichischen Heimat — und wahrlich nicht ihren schlechtesten — war es ihm eigen, zu verstummen, wo tiefere Regungen nach Ausdruck verlangten. Er bekundete sein reiches Gemütsleben nicht in klingenden Worten — besser und wirksamer durch die Tat. Ein Zug seines Herzens war es, der ihn in die Berge führte. Voll jenes Natursinnes, der die Schönheit der Welt allenthalben dankbar erkennt, fühlte er sich von den grünen Vorbergen und den kahlen Einöden des Hochgebirges in gleichem Maasse angezogen. Es ist keine Gruppe, kein grösseres Talgebiet der Ostalpen, die er nicht durchwandert hat. Und als er von der Stätte langjährigen Wirkens schweren Abschied nahm, da wurde er ihm erleichtert durch die Freude, dort in Salzburg den geliebten Bergen näher zu sein. Die genaue Kenntniss der Ostalpen, die er sich schon in jüngeren Jahren erworben, befähigte ihn zur Mitarbeit an den grossen Aufgaben des Alpenvereins. Diese Mitarbeit entsprach aber auch einem Bedürfnisse seines Gemütes: die Freude an der Natur, die Liebe zum Hochgebirge, diese Quellen geistiger und sittlicher Bildung auch in weitere Kreise zu tragen. Er wusste, dass hiezu eine doppelte Arbeit erforderlich, dass es nicht abgetan ist mit der Erweckung des Interesses und des Gefühles, mit jener literarischen Propaganda, wie sie der Österr. Alpenverein pflegte. Recht im Sinne des Deutschen Alpenvereins, aus dem er hervorgegangen war, wendete er sein Augenmerk der praktischen Arbeit zu, der Erschliessung des Gebirges und der weiteren Ausgestaltung jener grossen Organisation unseres Gesamtvereins, zu der er in Treuen stand. Es ist heute vielfach nicht mehr leicht festzustellen, welcher Antheil an den Arbeiten der S. Austria dem Manne zukommt, der kraft seiner eisernen Pflichttreue und seines administrativen Talentes die eigentliche Leitung der Section schon lange in der Hand hatte, ehe er 1892 auch formell an ihre Spitze trat. Es lag ja seinem Charakter ferne, sich selbst und die eigenen Arbeiten in den Vordergrund zu stellen. So viel aber können wir bestimmt sagen, dass die Regelung des Führerwesens und der Weg- und Hüttenbau ihm immer ganz besonders am Herzen lagen, seitdem die Section in den ersten Jahren ihres Bestandes die Durchführung einer Führerordnung zunächst für Niederösterreich in Angriff nahm, und seitdem sie unter seiner lebhaften Mitwirkung die grundlegende Bautätigkeit der Siebzigerjahre in ihren beiden Arbeitsgebieten entfaltete. 1880—1882 gehörte Adamek als zweiter Präsident jenem Wiener Central-Ausschusse an, der, wie Emmer sagt, an die Spitze trat „in jenem für Vereine kritischen Alter, in dem sich die Frage, ob Aufschwung, ob Niedergang, entscheidet". Neben dem Abschluss der wissenschaftlichen Handbücher des Vereins durch den „Atlas der Alpenflora" ragen unter den Schöpfungen jener Zeit ganz besonders hervor eine Reihe von Förderungen des Führerwesens, dem Adamek jederzeit seine besondere Fürsorge zuwendete. Konnte auch die entworfene allgemeine Bergführerordnung infolge äusserer Hindernisse nicht ins Leben treten, so wurden doch Führercurse, Führerbibliotheken, Führervereine, Führergrundbuch und Führerprotokoll, die Ausrüstung der Führer mit Seilen und Verbandzeug und die Proviantdepots damals begründet. Und da die Führerversicherung im Gesamtverein noch keinen Anklang fand, rief sie die S. Austria aus Eigenem ins Leben. Unvergessen ist ferner noch heute jene gewaltige Hilfsaction nach den Hochwassern 1882, die gleich ihren späteren Wiederholungen den Namen des Vereins in Österreich im besten Sinne populär machte. Während Adamek an diesen Arbeiten des Central-Ausschusses mitwirkte, entfaltete er auch in der S. Austria eine reiche Tätigkeit an der Spitze jenes kleinen „Itinerarcomites", aus dem in rascher Aufeinanderfolge eine Anzahl wichtiger Reisehandbücher hervorgiengen, im Weg- und Hüttenbau-Ausschuss, in der Kunstabtheilung, im Comite jener Ausstellung alpiner Fachschulen in Wien (1880), die für die Hausindustrie der Ostalpen so segensreiche Folgen hatte. Diese Tätigkeit setzte er in gesteigertem Maasse fort, als er 1882 wieder an seine Stelle als Schriftführer zurückkehrte. Damals gelang es, seiner Lieblingsidee, der Führerversicherung, die Zustimmung des Central-Ausschusses zu erwerben; bis 1887 fungierte die S. Austria als Mandatar des Gesamtvereins. Als man dann die Idee wieder aufgab, hielt sie es für ihre Ehrenpflicht, den Führern der gesamten Ostalpen diese Versorgungsmöglichkeit offen zu halten und hat diese Pflicht erfüllt, bis der Gesamtverein sie wieder an sich nahm. Inzwischen war Adamek nach Freiherrn v. Hofmann's Tode zweiter Präsident der Section geworden, der durch das Hofmann'sche Legat und die wachsende Frequenz ihrer Hütten neue schwere Baupflichten erwuchsen. In das Jahr 1887 fällt die Begründung der ersten akademischen Section. Es wäre Adamek gewiss nicht zu verdenken gewesen, wenn er, damals schon der eigentliche Leiter der Sectionsgeschäfte, die Bedenken geteilt hätte, die gegen die Bildung einer zweiten Section in Wien laut wurden. Er sah aber weiter. Er erkannte die Vorteile einer derartigen Pflanzschule junger, bergfreudiger Wanderer für die Section und den Gesamtverein, dessen Wohl er jederzeit über alle Art von Sectionsegoismus gestellt hat. Er gab uns jungen Leuten nicht eine kühle Zustimmung, sondern freundliche Förderung, er bot dem jungen Brudervereine die Gastfreundschaft der S. Austria an, die ihm durch lange Zeit gewahrt blieb, bis das steigende Wachstum der akademischen Section die räumliche Trennung erforderte, die aber keine geistige bedeutet. Mit Recht ist er zum Ehrenmitgliede der Akad. S. Wien ernannt worden. In den Verhandlungen, die wir damals führten, sprach Adamek wiederholt von einem Gedanken, den er mit voller Energie erfasst hat, und dessen Verwirklichung wir ihm danken. Die Begründung der Studentenherbergen ist eines der Verdienste des Central-Ausschusses, an dessen Spitze er 1889 trat. Im Anschlüsse an die Thätigkeit des ersten Central-Ausschusses der S. Austria wandte dieser zweite sein Augenmerk der Ausgestaltung der Führerordnungen zu, die damals revidiert wurden, und gab das Führer-Instructionsbuch heraus. Ganz besonders aber lag Adamek die Regelung des Weg- und Hüttenbauwesens am Herzen. Der erste Entwurf der Weg- und Hüttenbauordnung fand bekanntlich Widerspruch, und es war Adamek nicht leicht, jenen Änderungen zuzustimmen, mit denen dann in Mainz dies grundlegende Statut genehmigt wurde. Schon vorher hatte der Central-Ausschuss das Statut des Weg- und Hüttenbau-Ausschusses ausgearbeitet, der, 1888 provisorisch eingesetzt, nun eine ständige Einrichtung wurde und in dem auch Adamek eine rege Tätigkeit entfaltet hat. Noch manche andere wichtige Arbeit des Central-Ausschusses hat dessen Leiter wesentlich gefördert — und wenn auch bei der nunmehrigen Entwicklung des Vereins die Individualität der einzelnen Centralleitungen gewissermaassen zurücktritt, da lang vorbereitete Unternehmungen durch mehrere Functionsperioden hindurchlaufen, darf man doch sagen, dass Adamek den Verein wesentlich gefördert und ihn stark und gefestigt den Nachfolgern übergeben hat.
1892 trat er als Präsident an die Spitze der S. Austria, deren letzte grosse Bauten er noch geleitet oder doch vorbereitet hat. Im Jahre 1894 beteiligte sich die S. Austria als Mandatarin des Gesamtvereins an der Wiener Sportausstellung, und auch sonst gab es manche gedeihliche Arbeit. Wir hofften den schaffensfreudigen Führer noch lange zu behalten, als plötzlich 1896 seine Berufung nach Salzburg erfolgte. Noch vertrat er die Section auf der Stuttgarter Generalversammlung, mit Beginn des Jahres 1897 aber schied er, einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt, aus dem Vorstande. Dass er uns auch seither, und namentlich seit seiner Rückkehr nach Wien 1899, ein treues Mitglied, ein Freund und Rathgeber gewesen', dass er insbesondere in dem Stubacher Arbeitsgebiete uns manchen Dienst erwiesen, haben wir in lebendigem Andenken. Auch dem Gesamtverein hat er seine Erfahrungen nach wie vor zu Gebote gestellt. Suchen wir nach einem bezeichnenden Wort für die Stellung Adamek's in der Geschichte des Alpenvereins, so dürfen wir ihn zu den Organisatoren rechnen, die an dem Ausbau mitgearbeitet, durch neue Gesichtspunkte und Anregungen der Verknöcherung vorgebeugt und eifersüchtig auf der Wacht gestanden gegen jeden Versuch, die Grundlagen des Vereins zu verschieben, seine Einheit zu lockern. Wir dürfen ihn zu den führenden Männern des Alpenvereins zählen. Ich habe versucht, sein Werk zu schildern. Wir, die wir in den letzten Jahren mit ihm arbeiteten, können allein die Fülle von Hingebung ermessen, mit der er an diesem Werke tätig war. Wir, die wir mit ihm arbeiteten, sind ihm auch als Menschen näher getreten und haben ihn herzlich lieben gelernt. Insbesondere wir Jüngeren lernten an ihm vor Allem die unbedingte Selbstlosigkeit und Bescheidenheit, die von aller Eitelkeit, freie Wahrheitsliebe bewundern, die ihn zierte. Wie er kein Ansehen der Person kannte, wenn er für das Recht und für seine Überzeugung eintrat, so kannte er auch kein Ansehen der eigenen Person. So schroff er im Kampfe der Meinung sein konnte, so fremd war es seiner Natur, sich selbstgerecht hinter die Autorität seines Alters, seiner Erfahrung, seiner Stellung zu verschanzen, wenn er sich überzeugt hatte, dass der Gegner im Recht sei. Er hat begangene Irrthümer stets offen bekannt, er war bereit, von Jedem Belehrung entgegenzunehmen, er hat jede ehrliche Meinung geachtet, und wir erinnern uns wohl daran, wie er Menschen, deren Tüchtigkeit er als Gegner kennen gelernt, ohne falsche Empfindlichkeit als Mitarbeiter heranzuziehen wusste. Während er für sich jede Art von Ehrungen ablehnte, wusste er das Verdienst Anderer hervorzuheben. Von den Vorträgen, die er besonders in früheren Jahren in der S. Austria hielt, handelt kaum einer von seinen eigenen Leistungen, dagegen hat er wiederholt für die Schöpfungen Anderer das Wort ergriffen. Die Person — und vollends die eigene Person — galt ihm eben nichts gegenüber der Sache. Der Sache sachlich zu dienen, war sein heiligstes Bestreben, und dass er diesem Grundsatz nachgelebt trotz seiner starken und ausgeprägten Individualität, trotz seines lebhaften Temperamentes, ich glaube das ist nicht das Kleinste, was man zu dem Lobe eines Mannes sagen kann. Dr. B. Sieger.
* Aus der bei der Trauerversammlung der beiden Wiener Sectionen gehaltenen Gedenkrede.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1900, Seite 162 - 164

Dr. von Mojsisovics folgte Karl Ritter von Adamek, der „Austria“ des DÖAV von 1892 bis 1896 führte. Er war der erste unter den Vorständen, der zuerst als zweiter und dann als erster Vorsitzender in die Leitung des Hauptausschusses des D.u.Ö.A.V. berufen wurde. Schon in der Sektion Wien des Deutschen Alpenvereins an leitender Stellung tätig, wurde er nach der Gründung der Sektion Austria ihr erster Schriftführer, Vorstand-Stellvertreter und nach dem Scheiden Mojsisovics‘ dessen Nachfolger.
Adamek war ein Mann von ganz hervorragender Arbeitskraft, der an allen Arbeiten der Sektion in der Zeit von 1874 bis 1896 den werktätigsten Anteil hatte. Nicht nur, daß er durch die im Vereine mit Dr. v. Barth geleitete Hilfsaktion des Alpenvereins für die Überschwemmten in Tirol und Kärnten das Ansehen des Alpenvereins mächtig förderte; daß unter seiner Mitwirkung die Bergführerverhältnisse zuerst geregelt und die Führer-Abzeichen neu eingeführt wurden; daß er in den Alpenländern die Studentenherbergen ins Leben rief, die neue Weg- und Hüttenbau-Ordnung festlegte und den wissenschaftlichen Beirat einsetzte, ist der Name Karl v. Adamek mit all den schwierigen Arbeiten untrennbar verbunden, welche erst die Erbauung der Grobgesteinhütte und der Schwarzenberghütte, sowie den ersten völligen Umbau der Rudolfshütte und den Erweiterungsbau der Simonyhütte ermöglichten. Und in der verhältnismäßig kurzen Zeit seiner Vorstandschaft wurde der Bau der Suldenerstraße fertiggestellt (1892) und der Zubau zur Simonyhütte vollendet (1893), außerdem noch neben anderen Arbeiten der Weg Gosau-Hinter dem Stein gangbar gemacht (1894) und eine Reihe von Wegherstellungen im Gebiete der Rudolfshütte durchgeführt. Im Jahre 1896 wurde sodann mit den Vorarbeiten zur neuerlichen Umgestaltung der Rudolfshütte begonnen, aber Adamek wurde zum Präsidenten des Landesgerichtes in Salzburg ernannt und mußte die Stätte seiner langjährigen Arbeit verlassen. Er kam zwar 1899 als Hofrat des Obersten Gerichtshofes wieder nach Wien, starb aber im Sommer 1900 nach kurzer Krankheit. Sein Name und Wirken aber bleiben unvergessen, die Dankbarkeit der Sektion fand ihren Ausklang in der Ernennung 1897 zum Ehrenmitgliede und in der Benennung der „Adamekhütte“.
Quelle: Festschrift zum 70-jähringen Bestand 1862-1932 der DÖAV Sektion Austria, Seite 254-255

Karl Ritter von Adamek.
Am 11. August jährt sich zum 100. Male der Geburtstag des weiland Oberlandesgerichtspräsidenten Karl Ritter von Adamek, des langjährigen 1. Vorsitzenden des Zweiges Austria unseres Vereines, der zweimal als Zentralpräsident an der Spitze des Gesamtvereins stand. Ritter von Adamek war schon Mitglied des einstigen Österreichischen Alpenvereins und hat dann bei dessen Vereinigung mit dem Deutschen Alpenverein tätig mitgewirkt. Dem D. u. O. A. V. hat er dann mit glühender Begeisterung jederzeit sein bestes Können dienstbar gemacht. Der Zweig Austria hat eines seiner schönstgelegenen Schutzhäuser in der Dachsteingruppe dem Andenken des verdienstvollen Mannes zu Ehren „Adamekhaus" benannt. Die freilich nur mehr wenigen Zeitgenossen des Verewigten werden seiner mit dankbarer Erinnerung gedenken.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1938, Seite 214

Ehrung Paul Grohmanns und Karl R. v. Adameks im Zweig Austria.
Anläßlich des 100. Geburtstages dieser beiden Erschließer der Ostalpen hatte der Wiener AV.-Zweig Austria eine schöne Feier veranstaltet, die durch die Anwesenheit des Großneffen Paul Grohmanns, des Pfarres Manfred Roenneke aus Halle a. d. Saale, ein besonderes Gepräge erhielt. „Austria" hält das Gedenken an seine Gründer und an verdiente Bergsteiger stets wach und Pflegt auch die Grabstätten der Dahingeschiedenen, soweit es in ihrem Tätigkeitsbereich möglich ist. Für Paul Grohmann fand schon am 12. Juli d. I. am Matzleinsdorfer Friedhof eine schlichte Feier statt, bei der Hofrat Pichl des Wirkens Grohmanns gedachte.
Der kürzlich stattgefundene Festabend gab nun Gelegenheit, die Verdienste Grohmanns in größerem Rahmen zu würdigen. Hofrat Pichl schilderte kurz den Lebenslauf Grohmanns und hob seine bergsteigerische Tätigkeit in den Dolomiten hervor.
Pichl kam sodann auf Karl R. v. Adamek zu sprechen, dessen Arbeit mehr dem inneren Vereinsleben gewidmet war. Adamek erkannte die Wichtigkeit des Nachwuchses und trat für Schaffung von Studentenherbergen ein, weiters regelte er die Bergführerverhältnisse und legte eine Weg- und die Hüttenordnung fest.
Der Ehrung dieser beiden Bergsteiger folgte eine Treuekundgebung auf den Führer, bei der Hofrat Pichl auf die Wichtigkeit hinwies, das große Winterhilfswerk des deutschen Volkes entsprechend zu fördern.
B.
Quelle: Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins 1938/39, Deutscher Bergsteigerbund im NS. Reichsbund für Leibesübungen, Seite 45-46


Geboren am:
11.08.1838
Gestorben am:
1900
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