Zulehner Heinrich

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Biografie:
Seltenes Jubiläum.
Der Alpenverein Gmunden konnte seinem Gründungs- und Ehrenmitglied, Herrn Obermedizinalrat Dr. Heinrich Zulehner (nachdem ihm zu seinem 90. Geburtstag am 21. 4. der Ausschuß die Glückwünsche des Zweiges persönlich übermittelte), bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung das Ehrenzeichen für 70jährige treue Mitgliedschaft überreichen. Der Jubilar, ein gebürtiger Salzburger, entstammt einer angesehenen Kaufmannsfamilie, die 1871 von Wien nach Salzburg übersiedelte und das erste Touristengeschäft der Stadt gründete. Sein bergbegeisterter Vater war schon vor der Gründung des Alpenvereines (1862) Mitglied eines alpinen Vereines in Wien (Schwalben), Mitbegründer des Alpenvereines und zugleich dessen erster Kassier. Mit Paul Groh- mann, dem bekannten Dolomitenerschließer, und Johann Stüdl war er eng befreundet. Vater Zulehner erstieg bereits 1872den Großglockner auf neuer Route, und das von ihm gestiftete erste Gipfelbuch der Großglocknerbesteigungen liegt heute noch beim Postwirt in Kais. Darin die Eintragung der Bergsteiger Zulehner und Luger. Unser Jubilar hatte in seinen Jugendjahren den bekannten Bergsteiger Ludwig Purtscheller als Turnlehrer, an den er sich noch gerne erinnert, weil er den Jungens von der ersten Ersteigung des Kilimandscharo (6010 m) erzählte. Seit 1892 gehörte er der „Akademischen Sektion" an, mit Dr. Hans Lorenz, einem bekannten Alpinisten, befreundet, fällt in diese Zeit auch seine rege bergsteigerische Tätigkeit, die ihn kreuz und quer durch die Ostalpen führte, wo er zahlreiche Gipfel, oft auch auf schwierigen Wegen, erstieg. Nach seiner Niederlassung in Gmunden widmete er sich ganz seinem Berufe, war als Arzt im wahrsten Sinne des Wortes ein Helfer der Menschheit und erfreute sich allgemeiner Wertschätzung, bis er erst vor wenigen Jahren in den wohlverdienten Ruhestand trat. Als Gründungsmitglied war er auch im Jahre 1906 Vorstand des AV-Zweiges Gmunden, wurde später Ehrenmitglied und nahm regen Anteil an der Erbauung der Kranabethsattel- hütte am Feuerkogel und der Gmundner Hütte am Traunstein. Trotz seines hohen Alters nimmt er noch regen Anteil am Zeitgeschehen. Dies ist wiederum ein Beweis, daß „Bergsteigen und Wandern" jung erhält an Körper und Geist. Möge er der Jugend von heute ein Vorbild sein. Dem treuen Mitglied und greisen Jubilar wünscht die Bergsteigerschaft Gmundens einen sonnigen, geruhsamen Lebensabend angesichts der herrlichen Bergheimat, die er so sehr liebt.
S. St.
Quelle: Der Bergsteiger 1962/63 Heft 10, Juli 1963; Seite 712-713

Medizinalrat Dr. Zulehner (+)
Der Nestor der Gmundner Ärzte, Medizinalrat Dr. Heinrich Zulehner, letztes Gründungsmitglied des Alpenvereinszweiges Gmundcn, schloß am 31. Jänner 1968 seine Augen für immer. Er war auch einer der ältesten Gmundner und hatte das gottbegnadete Alter von 95 Jahren erreicht. Der Verstorbene entstammte einer alten, angesehenen Kaufmannsfamilie, die 1871 von Wien nach Salzburg übersiedelte und dort das erste Touristengeschäft gründete. Sein Vater, ebenfalls ein begeisterter Bergsteiger, war Gründungsmitglied des Alpenvereines in Wien im Jahre 1862. Kein Wunder, daß der Verstorbene als gebürtiger Salzburger in die Fußstapfen seines Vaters tretend, ebenfalls Bergsteiger wurde. Zudem hatte er in seinen Jugendjahren den bekannten Alpinisten Ludwig Purtscheller als Turnlehrer, der es durch seine Erzählungen verstand, die Jugend für die Bergwelt zu begeistern. Seit 1892 gehörte er der „Akademischen Sektion des AV" in Wien an. In diese Zeit fiel auch seine rege bergsteigerische Tätigkeit, die ihn kreuz und quer durch die Ostalpen führte, von den Wiener Hausbergen Rax und Schneeberg bis in die Dolomiten, von den Salzburger Alpen bis in die Hohen Tauern. Als Gründungsmitglied des Alpenvereins-Zweiges Gmunden im Jahre 1902 war er von 1905-1906 1. Vorstand und weitere Jahre als Ausschußmitglied tätig, gehörte auch zu den Anregern zur Erbauung der Gmundner Hütte am Traunstein und der Kranabethsattelhütte am Feuerkogel. Anläßlich des 50jährigen Bestandes des OeAV-Zweiges Gmunden ernannte ihn dieser um Ehrenmitglied. Seit seiner Niederlassung als praktischer Arzt in Gmunden widmete er sich ganz seinem Berufe und seiner Familie. Als beliebter und allseits geschätzter Arzt, im wahrsten Sinne des Wortes ein idealer, selbstloser Helfer der Menschheit, hatte er auch für die Armen stets ein warmfühlendes Herz. Schon hochbetagt trat er erst in den wohlverdienten Ruhestand.
S. St.
Quelle: Mitteilungen des ÖAV 1968, Heft 3/4, Seite 49


Geboren am:
21.04.1873
Gestorben am:
31.01.1968