Rickmers Christian Mabel (geb. Duff)

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Biografie:
geboren in Kalkutta (Indien)
gestorben in München (Deutschland)

C. Mabel Rickmers (+)
Mabel Rickmers wurde am 7. Dezember 1866 zu Kalkutta geboren. Sie war die Tochter eines dortigen Großkaufmannes und Enkelin des berühmten schottischen Heilslehrers und Schulengründers Alexander Duff. Nach der üblichen Vorbildung in England studierte sie einige Jahre in Deutschland, unter anderem Sanskrit bei Paul Deussen, dessen „Elemente der Metaphysik" sie nebenbei ins Englische übersetzte. In Berlin fand sie freundliche Aufnähme bei Bunsen, Curtius und Mommsen und in den Kreisen um sie. In London, dem Wohnsitz ihrer Familie, wurde sie Mitglied der Königlichen Asiatischen Gesellschaft und schrieb von 1890 bis 1898 die „Chronologie von Indien", ein heute noch unentbehrliches Grundwerk. Die Arbeit brachte sie mit den hervorragendsten Vertretern der orientalischen Wissenschaften zusammen.
Im Jahre 1897 heiratete sie den Bergsteiger und Forscher Willi Rickmer Rickmers, dem sie 42 Jahre hindurch eine treue Lebensgefährtin und mutige Weggenossin war. Auf der Hochzeitsreise führte er sie auf den Ostgipfel der Dent du Midi; und sie verfiel dem Zauber der Berge. Mit ihrem Mann hat sie die Alpen, Karpaten, Kleinasien, den Kaukasus, Zentralasien, die Pamirgebiete, Spanien und Bulgarien bereist. Lebenslängliche Freundschaft verband sie mit den Wandergenossen in den Bergen Bucharas, mit Zenzi von Ficker und Albert Lorenz (1906), mit Heinz von Ficker und R. v. Klebelsberg (1913). In den Wintern 1900/1901 und 1902 lernte das Ehepaar Rickmers den Skilauf bei Matthias Zdarsky. Sie wurde eine begeisterte und sichere Skiläuferin, die ihres Lehrers stets mit Liebe und Dankbarkeit gedacht hat. Noch im März 1939, also im Alter von nahezu 73 Jahren, machte sie noch sturzfrei alle Abfahrten von der Ehrenbachhöhe bei Kitzbühel.
Am Weihnachtsabend des Jahres 1939 stieg Mabel Rickmers zu den ewig leuchtenden Gipfeln empor. Sie erlag einer schleichenden Magersucht. Wahrscheinlich hat sie sich zu früh verbraucht, anstatt sich zur Ruhe zu setzen. Aber die Rolle der netten alten Dame im Lehnstuhl lag ihr wohl kaum. Sie hat gefährlich gelebt, und das heißt doppelt gelebt. Viele, viele Menschen beklagen das Hinscheiden der klugen, hochherzigen und mutigen Frau, der anhänglichen Freundin mit dem vielseitigen Verstand, der hingebungsvollen Seele und dem sonnigen Humor. Ein tapferer und froher Geist ging mit ihr dahin.
Quelle: Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins, Deutscher Bergsteigerverband im NS. Reichsbund für Leibesübungen 1939-40, Heft 6, Seite 107

Quelle: Österr. Alpenzeitung 1939/40, Seite 304 f

1897 Best.Dent du Midi,3257m,
1898 2.Expedition Gebirge in Ostbucharan (heute Tadschikistan)
1903 1.Winterbest.(Ski),Cima di Rosso,3366m, (Bergell)
1903 1.Skibest.Monte Sissone,3330m, (Bergell)
1906 Erkundungsexpedition Fan-Gebirge
Gerd Schauer, Isny im Allgäu


Geboren am:
07.12.1866
Gestorben am:
24.12.1939