Känel Jürg von

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Biografie:
Jürg von Känel,Bergführer aus Reichenbach im Berner Oberland,war führender Freikletterer in der Schweiz. 1977 macte er die Bergführerausbildung und arbeitete seitdem als Bergführer. Er wurde bekannt durch seine vielen Erstbegehungen von schweren Kletterrouten in Sportklettergebieten der Berner Alpen (u. a. „Mission Miranda“ im Schwierigkeitsgrad 8c, 1990). Er entdeckte das Handegg-Gebiet für die Kletterer und erschloss das Ueschinen Gebiet. Daneben erschloss und sanierte er unzählige alpine Kletterrouten und wurde zusätzlich bekannt durch seine Kletterführerreihe Plaisir.
Mit diesen Kletterführern prägte er den Begriff des „Plaisir-Kletterns“, bei welchem nicht der sportliche Anspruch im Vordergrund steht, sondern der Genuss und das Erlebnis Alpen. Der Plaisirgedanke ist damit eine der wesentlichen Ursachen für die Entwicklung des alpinen Kletterns zum Breitensport.
Am 6. Januar 2005, kurz vor Vollendung seines Buches Alpin Plaisir, schied Jürg von Känel freiwillig aus dem Leben.
Gerd Schauer, Isny im Allgäu
1979 Beg.Mount.Everest Südostgrat,8848m, (Himalaya)
1982 1.Freie Beg.Gandschijen-Südpfeiler,VIII+,2389m, (Urner Alpen)
1985 1.Beg. „Haslizontal“,IX+,
1985 1.Beg. „May be direct”,IX+/X-,
1986 1.Beg.Gebiet Wildi „Esel Gabriel“,X+, (Kandersteg,Berner Alpen)
1986 1.Beg.Stockenfluh „Geriatrie“,X-,
1990 1.Beg. „Mission Miranda“,XI-, (Gebiet Lehn,Interlaken,Berner Alpen)
1991 1.Beg.Winterstock-Südsüdostgrat-1.Turm „Goldmarie“,VII,250 KM, (Urner Alpen)
2000 Beg.Settore Est „Alhambra“,VII, (Maggiatal,Tessin)
1.Beg.Bärenturm-Westwand „Halifax“,VIII,60 HM, (Eisigen,Berner Oberland)
1.Beg. „Fusion“,IX+, (Ueschegen)



Auch im Berner Oberland schützt »Alter nicht vor Torheit«; den Beweis dafür trat Bergsteiger-Mitarbeiter Jürg von Känel (36) aus Reichenbach an. Im vergangenen Sommer gelang ihm die achte Erstbegehung im X. Schwierigkeitsgrad namens »Esel Gabriel« (X/X+) im Oberländer Sportkletterzentrum Wildi. Es handelt sich dabei um ein zehn Meter langes, stark überhängendes Boulder-Problem mit einigen extremen dynamischen Einzelzügen. Ob Jürg bei der Namengebung daran dachte, daß man im Volksmund gern vom »alten Esel« spricht, ist uns allerdings nicht bekannt, ebenso nicht, warum dieser »alte Esel« ausgerechnet Gabriel heißt. Auf jeden Fall ist dieser »Esel Gabriel« Jürgs mit Abstand schwierigste Erstbegehung, und daß er auf seine neueste Errungenschaft nicht zu Unrecht stolz ist, versteht sich von selbst, bestimmt er doch seit über zehn Jahren das Klettergeschehen in der Zentralschweiz dominierend mit. Seit 1985 glückten dem Jürg acht Xer-Routen, darunter »May be direkt« (IX+/X-), die erste Xer-Route der Schweiz. »Esel Gabriel« dürfte, zusammen mit »La Ravage« (Vlllb+, Chuenisberg, Antoine Le Menestrel), zu den schwierigsten Kletterrouten der Schweiz zählen. Zur Zeit arbeitet der gelernte technische Zeichner an einem neuen Führer, natürlich mit dem Thema »Schweiz extrem« und dem Untertitel »Die schönsten Sportklettereien der Schweiz«. Enthalten sein sollen die besten alpinen Sportklettergebiete sowie die schönsten Klettergebiete! Man darf gespannt sein, erscheinen soll das Bändchen im Spätherbst 1988!
Quelle: Der Bergsteiger 1988, Heft 2, Seite 89


Geboren am:
13.05.1951
Gestorben am:
06.01.2005
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