Lisunspitze

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Höhe:
2.667 m
Infos:
(1 Erst.) 9. Juli.
Nach der von Spiehler gegebenen Nomenclatur (Zeitschrift 1885) ist dies jene sanfte Felskcppe im Hauptgrat — vom Knoppen-Joch an gezählt der dritte Gipfelpunkt von dem ein Felsgrat girlandenförmig zur Weissschrofenspitze zieht und das „Verborgene Kar" umschliesst. Auf der neuen Special-Karte ist dieses Kar unbenannt und führt Spiehiel's "Verborgene Pleisss" jenen Namen. 'Am 9, Juli ging ich von St. Anton ins Steinsbachthal, verliess nach 3/4 Stunden den für die Besucher des Galzig rotmarkìerten Pfad und stieg am rechten Ufer des vom „Bacher Gebirge* herabeilenden Wasserlaufes über herrliche Matten hinan. An dem Schuttwall angekommen, der den Fuss des Hauptgrates umgürtet, hielt ich auf die Scharte zwischen Lorfekopf (links) und Lisun-Spitze (rechts) zu, deren Zugang, eine ziemlich schmale Geröllstrasse, durch den nach Südost vorspringenden Unterbau des Lorfekopfes den Blicken bisher entzogen ist. Die am linkseitigen Rand wurzelnden Rasenschöpfe ermöglichten es, das lästige Geröll bis nahe unter die Scharte zu vermeiden, die ich so
fast mühelos, zuletzt über einen steil abgeböschten Schneestreifen, erreichte. Abschreckend steil ragte hier der Lorfekopf auf, so dass ich mich seinem rechten, weit zahmeren und niedrigeren Nachbar zuwandte, in das Geschröfe der Nordflanke und zur Höhe des Westgrates kletterte und über ihn zur Lisunspitze gelangte. 3 1/2 Stunden von St. Anton. Die geröllbedeckte Gipfelkuppe wurde, gleich dem Lorfekopf, bisher wahrscheinlich auch nicht einmal von Einheimischen betreten.
Nach Aufschichtung eines Steinmann's schritt ich auf sanftgeneigtem Hang zur Ost-Scharte hinab, von wo der Grat allmählich, aber bald unbegehbar, zur mächtigen Weissschrofenspitze ansteigt und kletterte südlich hinunter in eine schneeerfüllte Steilrunse, durch
die ich, meißt in der linksseitigen Kluft zwischen Fels und Schnee mich hinabwindend und zuletzt eine grifflose Platte hinabrutschend, wieder auf die Schutthänge gelangte. An deren Fuss wandte ich mich östlich, stieg über einen flachen Rücken in das Gebiet des
Schönbachs und erreichte durch, den Herrenwald die Arlbergstrasse.

Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1894, Seite 273

Bild:
Foto gesucht!
Gebirgsgruppe:
Lechtaler Alpen
Erste(r) Besteiger(in):
Burckhardt Alexander
Datum erste Besteigung:
09.07.1893

Routen:
Nordgrat
Ostflanke
Westgrat

(Route Neu)
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