Blattner Thaddäus

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Biografie:
Blattner Thaddäus, Bergführer, * Oberstdorf, + Oberstdorf (Allgäu)

Am 24. Oktober 1824 in Oberstdorf geboren, gestorben am 17. März 1895. Bauer, Jäger und Wirt sind als seine Berufsbezeichnungen überliefert.
Thaddäus Blattner gelangen viele erste Gipfelbesteigungen im Allgäu.
Als kühner, ja als verwegener Führer aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wird uns an verschiedenen Stellen der alpinen Literatur der Jagdgehilfe Thaddäus Blattner geschildert. Als etwa zwanzigjähriger Bursche soll er 1846 oder 1847 das erste Gipfelkreuz auf den 2268 Meter hohen Schneck gesetzt haben. Der junge Bursche sei zu jener Zeit „in der Nähe” des Schneck als Schafhirte tätig gewesen und habe diesen Berg mehrmals „zum Spaß” bestiegen. Die Gratschneide, die von den meisten späteren Besteigern im Reitsitz gemeistert wird, habe Blattner natürlich mit der Stange für den Gipfel aufrecht überschritten.
Später, als Blattner Jagdgehilfe bei seiner Kgl. Hoheit Prinz Luitpold von Bayern war, gehörte die Höfats in sein Revier. Was heute noch, trotz entsprechender Ausrüstung und Klettertechnik, ansehnliche Touren sind, schaffte damals der Jäger mit Rucksack, Bergstock und Gewehr. Blattner war wohl in erster Linie gemeint, als Professor Sendtner im Zusammenhang mit dem alternden Schwäbler schrieb, daß jetzt ein „junges furchtloses Geschlecht von Führern” heranwächst, mit dem man den Gefahren der Höfats trotzen kann. Anton Spiehler schreibt in dem Buch „Die Erschließung der Ostalpen“ im Abschnitt über die Höfats: „Der Übergang vom Rauhen Hals ins Kleine Loch führt auf der Seite des Ersteren über eine aus glatten überhängenden Schrofen gebildete schwierige Stelle, die im Naturzustand nur Leuten von Blattner’s Nervenkraft’ bewältigbar und auch für Gemsen unpassierbar war”. Thaddäus Blattner und der spätere „Adlerkönig“ Leo Dorn bestiegen 1856 als Erste die Schwierigen Anstiege über den Nordgrat, den Nordostgrat und die Route durch das „Rote Loch“ auf die Höfats.
Thaddä Blattner war aber nicht nur Höfatsspezialist. Er führte z. B. am 27. August 1857 den Memminger Bezirksarzt Dr. August Holler auf den Biberkopf. Es war dies die Erstbesteigung des 2599 Meter hohen Felsgipfels von der Salzbichlseite, also von der bayerischen Seite aus. Holler befaßte sich in unserem Raum insbesondere mit Bryologie (Mooskunde).

ca.1845 1.Best.Schneck,2268m, (Allgäuer Alpen)
1856 1.Beg.Höfats-Westgipfel-Nordgrat durch das Rote Loch,IV,2258m, (Allgäuer Alpen)
1856 1.Best.Höfats-Zweiter Gipfel über Nordostgrat,III,ca.2259m, (Allgäuer Alpen)
1857 1.Best.Biberkopf über Nordflanke Blattner-Holler-Führe“,2599m, (Allgäuer Alpen)

Quelle: Gerhard Schauer, Isny im Allgäu



Geboren am:
24.10.1824
Gestorben am:
17.03.1895