Schaeftlein Johann August Hermann

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Biografie:
Schaeftlein Johann August Hermann „Hans“ Dr.,
* 20.6.1886 in St. Leonhard bei Marburg (Maribor, Štajerska), 1914 Bruck/Mur, 1925 Leoben, 1939 Graz, + 5.5.1973 Graz

Hans Schaeftlein war Mitglied im Österreichischen Alpenklub und bei den Turner-Bergsteigern
Hans Schaeftlein wurde am 20. Juni 1886 in St. Leonhard bei Marburg (Maribor, Štajerska) geboren. Nach Absolvierung des Studiums der Rechtswissenschaften schlug er eine Laufbahn als Richter ein und wurde nach beruflichen Stationen in Bruck/Mur (1914), Leoben (1925) und Graz 1939 zum Landesgerichtspräsidenten für Zivilrecht in Graz ernannt.
Hans Schaeftlein gelangen äußerst schwierige Felstouren, darunter eine Erstbegehung an der Bischofmauer im Hochschwab. Auch unternahm er große Westalpentouren.
Hans Schaeftlein starb am 5. Mai 1973 in Graz.

1920 1.Beg.Watzespitze-Südgipfel-Ostgrat,3503m, (Ötztaler Alpen)
1.Beg.Bischofmauer-Südostwand „Schaeftlein-Führe“,1990m, (Hochschwab)

Gerd Schauer, Isny im Allgäu


Hans Schaeftlein
20. Juni 1886 — (+) 5. Mai 1973
Mit Senatsrat i. R. Dr. Hans Schaeftlein starb eines der ältesten steirischen Alpenklubmitglieder. Schon längere Zeit lebte er zurückgezogen. Zum letzten Mal war er unter seinen Kameraden vom Österreichischen Alpenklub und den Turner-Bergsteigern beim festlichen Abend anläßlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde an unseren Präsidenten in Graz. Von den Tourengefährten Dr. Schaeftleins leben wohl keine mehr. So kann ich nur aus Erinnerung und Berichten das Bild unseres Klubkameraden in Umrissen zeichnen.
Wir jungen Leobner Bergsteiger schauten ehrfürchtig zu dem damals in der Obersteiermark amtierenden Richter Dr. Schaeftlein auf, dem der Ruf großer Westalpenfahrten vorausging. Auch äußerst schwierige Felstouren gelangen ihm, darunter eine Erstbegehung an der Bischofmauer im Hochschwab. Es hieß, daß Dr. Schaeftlein mit einem steingefüllten Rucksack ins Amt ging, um sich so zu trainieren. Das war dem energiegeladenen, zielstrebigen Mann durchaus zuzutrauen.
Beruflich erreichte Schaeftlein den Rang eines Landesgerichtspräsidenten. Er galt als ausgezeichneter Jurist.
Vielseitig an Kunst und Wissenschaft interessiert, war es vor allem die Botanik, mit der sich Dr. Schaeftlein intensiv befaßte. Nach seiner Pensionierung war er Gasthörer beider botanischen Institute der Universität Graz und Mitarbeiter am Institut für systematische Botanik. Er veröffentlichte eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten.
So blieb er, auch als ihm die Berge schon ferner standen, bis zuletzt der Natur verbunden. Das Motto Kugys „Arbeit — Musik — Berge" galt auch in hohem Maße für unseren Dr. Hans Schaeftlein, dessen letzter Weg von Beethovenschen Klängen begleitet wurde.
Zahlbruckner
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1974, Jänner/Feber, Folge 1393, Seite 34-35


Geboren am:
20.06.1886
Gestorben am:
05.05.1973