Fritz Otto
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Biografie:
Univ.Dozent Dr. Otto Fritz (+)
Am 29. Dezember 1975 ist unser lieber AH Doz. Dr. Otto Fritz, Facharzt für Röntgenologie im 85. Lebensjahr an einer Schrumpfniere friedlich verstorben. Er hatte das Glück, fast ohne Schmerzen hinzudämmern und wenig zu leiden, abgesehen von einer fast völligen Erblindung.
Er wurde im Jahre 1891 in Innsbruck-Hötting geboren. Schon frühzeitig kam er als Gymnasiast zur Bergsteiger-Gesellschaft Edelweiß, machte im Kreis dieser Bergkameraden schon ab dem V. Kurs fleißig Bergfahrten in der damals noch nicht sehr erschlossenen Bergwelt der weiteren Innsbrucker Umgebung, wie im Karwendel, in den Stubaiern, Ötztalern und in den Tuxer Vorbergen. Seine besondere Stärke war auch der alpine Skilauf. Er war bekannt durch seinen übergroßen Rucksack, der ja vor allem seine vielen großformatigen Glasnegativ-Platten für seine Lichtbildnerei enthielt. Dank seiner großen Begabung für die Lichtbildnerei konnte er durch ihre künstlerische und erfolgreiche Ausübung sogar einen Teil seines Studiums bezahlen. Seine große technische Begabung, seine Bastlereikunst - er konnte fast alles reparieren und auch entwerfen - kamen ihm später auch im Beruf sehr zu statten.
Im Jahre 1914 wurde er zum Dr. med. promoviert und gleich darauf zum Kriegsdienst eingezogen. Er machte ab 1915 als Leutnant und später als Oberleutnant-Arzt vor allem im Unterabschnitt Sulden am Eisseepaß bei hochgebirglichen Verhältnissen seinen Kriegsdienst. Später war er dann hauptsächlich in Lazaretten tätig.
Nach dem Ende des Krieges machte er ein Jahr lang Dienst im Infektionshaus, bis er als Assistent im Röntgeninstitut der Innsbrucker Chirurgie seine eigentliche medizinische Laufbahn begann,. Unter Prof. Staunig entwickelte er gemeinsam mit AH Prof. March viel Neues in praktischer und theoretischer Hinsicht, zu einer Zeit vor fast 60 Jahren, da noch vieles im Entwicklungsstadium war. Viele seiner wissenschaftlichen Arbeiten begründeten seine Dozentur. Damals erholte er sich in der Freizeit weniger in den Bergen, sondern vielmehr am Wasser. Mit Zelt und Paddelboot war er auf Seen und Flüssen, wie auf der Donau, dem Inn, der Rhone und auf dem Rhein unterwegs.
1925 wurde er Vorstand des neugebauten Röntgenlaboratoriums der Gebietskrankenkasse Innsbruck. Diesen Posten bekleidete er durch viele, viele Jahre hindurch und arbeitete dort mit unglaublichem Fleiß. In der Wilhelm-Greil-Straße hatte er seinerzeit seine Privatpraxis eröffnet.
Weite Reisen mit seiner Frau in fremde Länder trugen wesentlich zu seiner Erholung bei. Erwähnenswert sind seine abnorm ausgedehnten Sonnenbäder, mit denen er seine lange Arbeitszeit im Dunkeln kompensierte. Bis ca. 1/4 Jahr vor seinem Tod konnte er das Leben, bestens von seiner Frau versorgt und gepflegt noch einigermaßen nützen.
Um ihn trauern außer seiner Frau noch sein Bruder, unser AH Univ.Prof.Dr. Erich Fritz in Hamburg, sein zweiter Bruder Dipl.Ing. Fritz in Linz und seine Schwester We.Dipl. Ing. Kokoschinegg.
Für das Klubleben hatte er nur mehr wenig Zeit und war darum nur mehr selten bei Klubveranstaltungen zu sehen. Trotzdem hat er unserem AAKI immer die Treue gehalten, war Jahre hindurch, also ein ganzes Menschenleben lang ein lieber Klubbruder und AH gewesen und dies bis zu seinem Tod geblieben. Dafür danken wir ihm.
Fiducit!
Hermann Netsch
Quelle: Akademischer Alpenklub Innsbruck, Klubnachrichten 1975, Seite 25-27
Geboren am:
1891
Gestorben am:
29.12.1975