Mascha Karl

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Biografie:
In Memoriam Dr. Karl Maschka
In den stürmischen Herbsttagen des Jahres 1945, während die Stadt Wien noch von den Leiden der ersten Nachkriegszeit hart bedrängt war, ist dort, in seiner zweiten Heimat, eines der ältesten und treuesten Mitglieder des Österreichischen Alpenklubs in aller Stille gestorben.
Am 5. März 1868 in Pilsen geboren, kam der junge Auditor Dr. Karl Maschka im Jahre 1899 nach Wien. Durch Dr. Heinrich Pfannl, mit dem ihn schon damals eine enge Freundschaft verband, wurde er in den Kreis der in unserem Klub vereinigten Bergsteiger eingeführt. Gemeinsame Ideale und vor allem die gemeinsame Begeisterung für das Erlebnis der Natur im Hochgebirge hatte die beiden jungen Menschen zusammengeführt und sie für das ganze Leben verbunden. Wenn auch die Chronik der alpinen Groß­taten Heinrich Pfannls den Namen dieses seines stillen und besten Freundes nicht verzeichnet, war doch Maschka der Kamerad, der ihm menschlich am nächsten stand. Unzählige Sonntage und unvergeßliche Urlaubswochen haben die beiden miteinander in Sommer und Winter in den Bergen verbracht. Auf der Rax, aus dem Schneeberg, in den Ennstalern, den Tauern und den Bergen Tirols schufen viele, oft auch schwierige Bergfahrten gemeinsame Erinnerungen für beide. Der um die Jahrhundertwende auftauchende alpine Schilauf bot eine neue Möglichkeit für Bergtouren im Winter, die von den beiden Freunden begeistert aufgegriffen wurde und sie u. a. auch mit Matthias Zdarsky zusammenführte. Ebenso wie Pfannl und Zdarsky besaß auch Maschka in hohem Grad die Gabe, die reine Freude am bergsteigerischen Naturerlebnis auch in anderen zu wecken, eine Gabe, die bis in das hohe Alter ein charakteristisches Merkmal seiner Persönlichkeit geblieben ist.
Den großen Einschnitt auch in Dr. Maschkas Leben brachte der erste Weltkrieg. Als er zu Ende war, ging der Generalauditor Dr. Maschka in Pension, um als Hofrat im zivilen Richterstande weiterzudienen. Im Jahre 1933 trat er als Senatsvorsitzender endgültig in den Ruhestand. Auch in der hohen Auffassung von ihren Berufspflichten waren Karl Maschka und Heinrich Pfannl einander wahlverwandt. Beide waren Richter von
höchstem Verantwortungsgefühl.
Wer Dr. Maschka gekannt hat, hat seine aufrechte Männlichkeit geachtet, seine von echter Menschlichkeit getragene Güte geliebt und seine bis in das hohe Alter ungebrochene körperliche, geistige und seelische Frische bewundert. So mag denn auch keiner seiner Freunde ohne Ergriffenheit die einfachen Worte vernehmen, die seine hochbetagte, von Enkeln und Urenkeln umgebene Witwe dem Andenken ihres Gatten widmet: „Mein Mann
war ein Naturfreund, wie es wohl nicht allzu viele damals gab. Er half auch gewiß, manchen die Wunder, die ihn beseelten, zu zeigen; ich kenne von damals junge Leute, die seine Begeisterung bald teilten. Schlicht und einfach, stets seinen Freunden, ich kann sagen allen Menschen, entgegenkommend, hat er sein Leben gelebt. Gestorben in Wien am 4. Oktober 1945."
Dr. Adolf Iglseder.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1949, Folge 1248, Seite 204-205

Geboren am:
05.03.1868
Gestorben am:
04.10.1945