Kopecny Richard
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Biografie:
Richard Kopecny (+)
Unfaßbar die Nachricht von Deinem plötzlichen, frühen Tod! Wer Dich näher gekannt, Freund Richard, wird Dich nie vergessen. Aber nur wenige haben Dich so gekannt, wie Du wirklich warst: ein wertvoller Mensch, ein verläßlicher, stets hilfsbereiter Freund und Bergkamerad und ein lieber, guter Kerl. In Deiner übergroßen Bescheidenheit hast Du Dich immer abseits gehalten, aber wir, die Dich näher kannten, wir haben Dir immer bis auf den Grund Deiner ehrlichen Seele geschaut.
In den Bergen fing unsere Freundschaft an, als wir noch jung waren und unbeschwert, immer froh und tatendurstig, trotz Krieg und anderem Ungemach. Das Wetter konnte am Samstag noch so toben, Du, Freund Richard, kamst an den vereinbarten Treffpunkt, und der Sonntag vereinte uns zu froher Bergfahrt. — Die Jahre vergingen, wir wurden älter. Schicksalsschläge schmiedeten das Band um uns noch enger. Du verlorst die Frau, die Dir auch in den Bergen Kameradin gewesen, wir unser Kind. Immer fanden wir zueinander, immer richteten wir uns an einem schönen Bergerleben oder Bergerinnern aus. Es liegt sicher nicht in Deinem Sinne, wenn wir die stattliche Zahl der Gipfel nennen, auf welchen Du, mit Freude im Herzen und stets gleicher Begeisterung, gestanden. Und diese Bergbegeisterung hast Du Dir immer bewahrt, ja — man könnte sagen — Du hast, erst kürzlich von einer Skifahrt heimgekehrt, noch einen letzten Abglanz Deiner geliebten Berge mit ins frühe Grab genommen.
Aus Dich war Verlaß, Freund Richard, jederzeit! Wär' einmal einer von uns auf gemeinsamer Bergfahrt gestürzt, Du hättest ihn gehalten ... gehalten. ...
Und so wollen auch wir Dir, über den Tod hinaus, die Treue halten, immer und immer, Du guter Freund und Kamerad. Schlaf wohl!
K. u. St.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1204, Seite 122