Hoffmann Hugo
(
Bearbeiten)
Biografie:
Hugo Hoffmann zum Abschied
Der Herzschlag einer Vereinigung von Menschen, die sich dem gleichen Ideal verschworen haben, wird so lange kraftvoller Impuls des Aufbaues sein, als diese Menschen den Idealismus ihrer Überzeugung der Einheit selbstlos zuströmen lassen. Das war auch das Geheimnis unseres 60jährigen Aufbaues gewesen.
Unser Baubuch ist die „Ö. A.-Z." Wer dieses köstliche, einmalige Werk studiert, sieht unsere Baumeister der sechs Jahrzehnte an der Arbeit — die Kämpfer der Berge und ihren „Generalstab".
Wenige Eingeweihte wußten um das Wirken der letzteren und den entschlossenen, unbeirrbaren und selbstlosen Einsatz der hervorragenden Arbeitskraft jenes Mannes, besten Besitz bestimmend für unsere Entwicklung war — Hugo Hoffmann!
Das Sinnbild der Klubtreue, der zielbewußte Sorgenbrecher in schweren Zeiten, der immer hilfsbereite, wenn Not am Mann war, der wahrhaftige Finanzzauberer des Klubsäckels, der lebensbejahende, frohsinnige Gestalter unserer Geselligkeit und Feste! — Wer einst jung und unerfahren die geheiligte Aufnahmspforte des Klubs durchschritt, der stand verschüchtert vor der Tradition des „Langen Tisches". Da wußte unser „stiller Präses" stets mit Takt und Humor dem Neuling den Weg zu ebnen und für die geeignete „Verlängerung" des Tisches zu sorgen. Er war Magnet und Sieb zugleich und das mit soviel liebenswürdiger und doch gerader urwüchsiger Note, daß selbst der Widerspenstigste schließlich ins Fahrwasser unseres „Großadmirals" einbog. Diese Würde trug ihm die wassersportliche Erfassung zünftiger Alpenklubisten ein, die er zur Bemannung seiner in Kritzendorfs Donaugefilden manöverierenden „Flotte" erwählte. Was da zur Aufhellung bitterer Nachkriegszeiten an Humor, strammem Gemeinschaftsgeist und sportlicher Ertüchtigung durch Stromleistungen in mehr als einem Jahrzehnt veranstaltet wurde, trug den Stempel echt Hoffmannscher Lebensbejahung. Mit seinem Heimgang schließt auch dieses Kapitel unvergeßlichen kameradschaftlichen Frohsinns in unseren Reihen ab.
Hugo Hoffmann war ein fanatischer Deutscher. Dem großdeutschen Gedanken weihte er sein ganzes Leben, und der Heimgang Österreichs ins Reich brachte ihm die ersehnte Erfüllung seiner nationalen Überzeugung. Sein angestammter Platz in unserer Mitte ist durch seinen Tod verwaist — nicht aber der in unseren Herzen! Dort ruht er, solange wir, seine Freunde, leben, geborgen und behütet als kostbares Andenken an verklungene, glückliche Zeiten.
Otto L a n g l.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1204, Seite 121-122