Nordwestwand

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Routen Details:
1. Begehung durch Hubert Peterka im Alleingang am 28.5.1949 (falsche Angabe!!)
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1949, Seite 171
2. Begehung und 1. Damenbegehung: Willi End und Hermi Kroyer am 31.7.1949;

Hintere Kopfwand (2102 m). 1. Ersteigung über die Nordwestwand durch Hubert Peterka am 9. August 1948.
Allgemeines: In den mächtigen nordostwärts gerichteten Abstürzen der beiden Kopfwände gegen Hinteren Gosausee, bzw. Gosaulacke, ist ein kleines Hochkar eingebettet, das, wieder mit steiler Wand abbrechend, über den Terrassen liegt, die von der „Halskogeltiefe" (nach AV.-Karte) erreichbar sind. Aus diesem kleinen Hochkar erhebt sich die Nordwestwand der Hinteren Kopfwand, die von einer langen und lotrechten Kaminreihe auffallend durchschnitten ist. Dieses Kaminsystem ist äußerst günstig von der Nordwestkante und vom Nordostpfeiler der Vorderen Kopfwand zu übersehen. Zum Hochkar selbst reicht eine zuerst weniger steile Wandfläche hinauf, die zwischen dem Nordostpfeiler der Vorderen Kopfwand (Anstieg W. End, F. Proksch und L. Peterka; 8. August 1948) und dem Nordostwandweg der Hinteren Kopfwand (Anstieg K. Hermüller, G. v. Kraus und K. Wien; 6. Juni 1927) eingelagert ist. Diese untere Wandfläche wird von den Einstiegsterrassen ab „Halskogeltiefe" unmittelbar erreicht; sie kann auch mittels weiteren Abstieges aus dem hochgelegenen Karboden gewonnen werden, wenn der Zugang von oben her (ab Gabellucke, mit Abstieg über deren Nordostwand) gewählt witd. Darüber siehe „Allgemeines und Einzelheiten" beim Ersteigungsbericht über die Gabellucke-Nordostwand.
Der Anstieg über die Nordwestwand benützt die erwähnte Wandfläche gegen das kleine Hochkar, erreicht dieses und führt daraus durch die gesamte Kaminreihe unmittelbar zum Gipfel. Einzelne Unterbrechungsstellen innerhalb der Kamine werden mit kurzen Rechtsquergängen überwunden.
Einzelheiten: Von den begrünten Einstiegsterrassen in der Fallinie des erwähnten Hochkars (Steinmann), schräg links aufwärts, entlang glatter Abbrüche zur obersten großen Höhle (Wasser). Links von dieser Höhle weiter, über einen weißgewaschenen Pfeiler bei zunehmender Steilheit empor und von der mittleren Pfeilerhöhe Quergang nach rechts in einen engen verborgenen Kamin, der in prachtvoller Stemmkletterei durchstiegen wird. Bei einem abschließenden Überhang nach rechts in eine Nische hinaus (Steinmann) und von dieser über eine nach rechts ansteigende Rampe empor. Die folgenden grasigen Steilstufen werden beliebig erklettert und das Hochkar erreicht. Im Kar bis in die linke Ecke, wo unmittelbar die Kamine beginnen, welche die obere Nordwestwand durchziehen (nach rechts zweigt der Anstieg W. End und L. Peterka vom 28. Mai 1949 über die
Vordere Kopfwand-Nordostwand ab). Die Kamine werden nun durchaus bis zum ersten, abschließenden Rißüberhang erklettert. Vom kleinen Schüttboden darunter nach rechts auf ein Band (Steinmann) und rechts an der Wand über herrliche, lotrechte Stufen hinauf, sodann Linksquergang in den Kamingrund zurück (Steinmann). Derselbe wird über einige Absätze erstiegen und eine, von einem Klemmblockberhang gebildete Höhle erreicht (Steinmann und Karten). Von der Höhle links am Überhang empor und von innen durch die oberen Klemmblöcke hindurchkriechend auf eine Felsbrücke hinaus. An der rechten Plattenwand an kleinen Schuppengriffen senkrecht weiter in die Verschneidung und durch sie auf zurückgeneigten Fels. Über eine zweite Klemmblock-brücke wieder nach links zurück auf einen Absatz (Steinmann) und über ein senkrechtes Wandl nach links, anschließend rechts auf einen flachen Sporn. Diesen verfolgend, dann mittels weiten Spreizschrittes (rechts) in den oberen Kaminschacht hinüber. Der lotrechte Stemmkamin wird durchwegs erklettert und unmittelbar der Gipfel erreicht.
Sehr schwierige, teilweise besonders schwierige Kletterei; Kletterzeit 3 Stunden. Felshöhe 700 Meter. Größter und schönster Anstieg an den beiden Kopfwänden; eine der gewaltigsten Felsfahrten des gesamten Gosaukammes!
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1949, Folge 1247, Seite 170-172
Datum erste Besteigung:
09.08.1949
Gipfel:
Kopfwand Hintere
Erste(r) Besteiger(in):
Peterka Hubert