Nordwand - "Direkte"

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Routen Details:
1. Begehung W. End und H. Dubowy am 3.8.1948;
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1949, Seite 169
2. Begehung durch E. Neubauer und B. Wintersteller am 11.9.1948;
3. Begehung durch W. Grutschnig und W.Breitfuß am 22.7.1951;
4. Begehung durch H.Biller und W. Bär am 3.8.1951;
5. Begehung durch S. Larch und K. Winter am 23.6.1953;
6. Begehung durch L. Forstenlechner und H. Willenpart am 6.8.1953;
7. Begehung durch E. Daum und H.Ortloff am 10.8.1953;
8. Begehung durch S. Löw und E. Herzinger am 21.8.1953;
9. Begehung durch F. Riegel, A.Klaus, E. Sommer und H. Heinrich im Jahre 1954;
10. Begehung durch B. Stücklschweiger und G. Trinker am 9.9.1956;
11. Begehung durch H.Buhl und M. Schmuck am 9.7.1956 (Variante);
12. Begehung durch B.Stücklschweiger und S. Moosbrugger am 6.7.1957;

1. Winterbegehung durch W. Scherübl und W. Madreiter am 27.12.1957;

Große Bischofsmütze (2455 m). 1. Ersteigung über die unmittelbare Nordwand durch Willi End und Hans Dubowy am 3. August 1948.
Allgemeines : Die Große Bischofsmütze stürzt ins Stuhlloch mit einer mächtigen Steilwand, der Nordwand, ab. Diese wird links durch die untere Nordostkante (Anstieg H. Dubowy und H. Bocek 1947) sowie durch die obere Nordostkante (Anstieg K. Prusik und I. Tschippan 1920) und rechts durch den Nordwestpfeiler (Anstieg H. Peterka und F. Zimmermann 1939) begrenzt. Am Fuße der Wand befindet sich in der Gipfelfallinie ein großer Schneekessel, aus welchem einerseits die vorerwähnte untere Nordostkante und andererseits ein etwas weiter vorspringender Felspfeiler, der Nordwandpfeiler (Abstieg über die „Nordpfeilerkante" H. Peterka und H. Majer 1927) entragen. Letzterer endet im oberen Drittel bei einem auffallenden Trichter und teilt die Nordwand in eine pralle östliche und eine etwas stärker gegliederte westliche Hälfte (Anstieg über die „Nordpfeilerwand" K. Prusik und I. Tschippan 1921). Der neue Nordwanddurchstieg führt durch die weniger gegliederte lotrechte östliche Wandzone unmittelbar in der Gipfelfallinie empor. Der Einstieg befindet sich an der linken Begrenzung des Schneekessels. Der unmittelbare Nordwandweg benützt in der unteren Wegstrecke senkrechte Riße und erreicht über einen mächtigen Querwulst das kleine eingelagerte markante Plattendach. Vom Ende dieses steil abfallenden Plattendaches zieht eine ausfallende Verschneidung aufwärts, durch welche unmittelbar, später durch einen knapp rechts eingeschnittenen Kamin der Gipfel erreicht wird. Der unmittelbare Durchstiegsweg stellt die idealste Lösung des Nordwandproblems dar 1).
Einzelheiten: An der linken Begrenzung des großen, in der Gipfelfallinie gelegenen Schneekessels 40 Meter empor zu einer schwarzen Höhle. Aus dieser rechts heraus und gerade hinauf zu einer weiteren schwarzen Höhle; diese wird jedoch nicht betreten, sondern rechts 10 Meter hinan und kurzer Quergang um eine Kante nach rechts. 5 Meter empor zu Steinmann. Nun knapp links neben der Kante 30 Meter gerade empor in einen Kaminwinkel. Liber den Überhang und abermals 30 Meter senkrecht empor zu einem abstehenden großen Felsblock (Stand). (Zusammentreffen mit dem von links kommenden Anstieg der unteren Nordostkante). 4 Meter nach rechts absteigend und durch einen aus waßerzerfressenem Gestein gebildeten Riß 35 Meter empor (Mauerhaken) zu Stand. Bei abgesprengter Schuppe Quergang 5 Meter nach links und 10 Meter empor
zu gutem Stand. Durch die Verschneidung links 20 Meter hinan zu Blockstand. (Abzweigung des unteren Nordost-Kantenweges nach links). Über die auffallend Helle Platte rechts hinan und ansteigende Querung bei abgesprengten Blöcken, zuletzt durch einen kurzen Riß (Mauerhaken) gerade empor zu zwei übereinanderstehenden Felszacken, guter Stand. Lim die Felsnase rechts herum und über wasserüberronnenes, zerfressenes Gestein schwach rechts hinan (Mauerhaken) auf ein kurzes Band (Stand, Steinmann) unter dem
gewaltigen, die Wand durchziehenden Querwulst. Vom linken Ende des Bandes senkrecht über zerfressenes, nasses Gestein und schräg rechts durch den, den Überhang durchziehenden Riß (mehrere Mauerhaken) aufwärts, in eine Nische (guter Stand, Mauerhaken). Nun waagrechter, luftiger Quergang (am oberen Rande des großen Querwulstes) 15 Meter nach rechts auf ein steiles Plattendach. An dessen linker Begrenzungskante hoch, schwach rechts aufwärts und über ein kurzes senkrechtes Wandl in einen schwarzen Kaminwinkel am
Beginn der zum Gipfel führenden auffallenden Verschneidung (Steinmann, Blechbüchse mit Karten). Von links über den, den Kaminwinkel abschließenden Überhang empor in die Verschneidung und durch diese etwa 50 Meter empor bis diese frei nicht mehr gangbar ist (Mauerhaken). 3 Meter Querung nach rechts in einen gestuften Kamin; durch diesen 10 Meter empor und Querung 8 Meter nach rechts in einen tiefen Kamin mit auffallendem
Klemmblock. Durch diesen empor und über leichteren Fels gerade zum Gipfelkreuz.
Äußerst schwierige Kletterei in steilem, festem Fels. Kletterzeit 10 Stunden. Gewaltigste Felsfahrt des Gosaukammes.
Nachsatz: 2. Begehung der unmittelbaren Nordwand durch Erich Neubauer und Bruno Wintersteller am 11. September 1948.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1949, Folge 1247, Seite 169

Erste Winterbegehungen.
In den letzten Tagen des Jahres 1956 durchstiegen die Salzburger Hans und Harald Sutter die Nordostwand des Großvenedigers; die Seilschaft Madreiter-Scherribl aus Radstadt erklomm die Südostkante der Bischofsmütze.
Quelle: DAV Mitteilungen 1957, Heft 3, Seite 55


Datum erste Besteigung:
03.08.1948
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
27.12.1957
Gipfel:
Bischofsmütze Große
Erste(r) Besteiger(in):
Dubowy Hans
End Willi
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Madreiter Wastl (Sebastian)
Scherübl Willi