Ostwand - Direkte
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Routen Details:
Sonnjoch, 2458 in (Falzturntal). Erste Durchkletterung der unmittelbaren Ostwand über die gewaltigen Überhänge am 24. August 1947 durch Kurt Waroschitz, Siegfried Graber, Bruno Schnabl und Leo Brankowsky.
Übersicht: Von der Falzturnalm (Pertisau) aus ist die gewaltige, 1100 Meter hohe Wand sichtbar. Rechls des markanten Latschenkegels, der in die Ostkante spitzt, sind Platten mit spärlichem Krummholzbewuchs zu sehen, über diese gerade empor auf eineN Pfeilerkopf und in den folgenden steilen Platten durch zwei geschweifte Kamine mit anschließendem schwierigem
Quergange nach rechts zu kleinem Köpfl und 59 Meter schräge Rißrampe links empor, führt die Route zur tiefsten Stelle der gewaltigen Überhänge, die die Riesenwand quer sperren. Ein etwas schräger 30-Meter-Riß, der überhangt, führt wieder zu gangbaren Platten und schließlich in die oberen, geneigten und prächtig gestuften Felsen.
Beschreibung: Einstieg bei großem Block im schutterfüllten Bachbette am Fuße der Wand.
Unter Platten nach rechts und entlang einer Miniaturklamm, die zur Rinne wird, empor. über Platten nach rechls, an düsterer Schlucht vorbei und im Schutt zu einer, seichten Steilrinne, die hinter kleinem Sporn einreißt. In ihr empor und über erst leichten Fels zu einemlinks aufwärts ziehenden Rasenbande. Gerade aufwärts, und über den nun immer schlanker werdenden Pfeiler auf Pfeilerkopf (immer' rechls der Schlucht).
In der sich nun steil aufbäumenden Wand durch einen Kamin (Wandkulisse), aus ihm nach rechts auf kleines Köpfl, auf ein weiteres, höheres, und gerade aufwärts zu kleinem Geröllkestel. Auf Plattenrand Querung rechts hinan und über schwierigen Überhang (Haken) und anschließenden heiklen Quergang rechts zu gutem Stand. Weitere 30 Meter Querung rechts (sehr heikel) zu Schuttfleck und über einen Pfeiler und Riß empor zu griffiger, schräger Rißrampe, die links aufwärts zieht. Auf dieser 40 Meter empor zu Stand.
Nun äußerst schwierig (Eishaken oder Holzkeile) 30 Meter überhangenden schrägen Riß mit Unterbrechung (zwei Schlüsselhaken) empor zu Stand. Gerade weiter zu Plattenkante und fallende Querung zu Riß und Kamin. Durch sie aufwärts und über Rasenpolster Ausstieg in die obere, geneigte Wandzone.
In herrlich gestuftem, festem Fels, in prächtigem, genußvollem Klettern rechts aufwärts zum Grat vor dem Hauptgipfel, der dann in wenigen Minuten erreicht wird. (1 1/2 Stunden von der Steilwand.)
Diese Bergfahrt zählt zu den großzügigsten und herrlichsten im ganzen Karwendelgebirge. Durchwegs prächtiger, fester Fels, der dem im Kaisergebirge gleich ist. Während des Anstieges bieten sich imposante Einblicke in die umliegende gewaltige Bergwelt.
Kletterzeit 9 Stunden. Mittlerer Wandteil zum Teil äußerst schwierig. Wandhöhe 1100 m.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1947, Folge 1235, Seite 146-147
Datum erste Besteigung:
24.08.1947
Gipfel:
Sonnjoch (Karwendelgebirge)
Erste(r) Besteiger(in):
Brankowsky Leo
Graber Siegfried
Schnabl Bruno
Waroschitz Kurt