Nordwestschluchtrippe
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Routen Details:
Erste Begehung im Abstieg
Große Keilspitze (2739 m). Neuer Weg in der Westschlucht („Saarschlucht"), gelegentlich des ersten Abstieges durch Hubert Peterka und Leo Markl am 18. Juli 1938.
Die gewaltige Westschlucht, die zwischen Keilturm und Großer Keilspitze in das Lavanter Steinkar herabzieht, wird von einem gratartigen Pfeiler in zwei. Hälften geteilt. Der Ersteigungsweg Saar 1907 benützt den linken Schluchtast und erreicht direkt die tief eingeschnittene Keilturmscharte (2550 m). Der rechte Schluchtast führt, von dem trennenden Gratpfeiler begleitet, in eine zweite Scharte, welche zwischen einem kühnen Turm und dem Keilspitzemassiiv eingeschnitten ist; von dieser Scharte ist durch eine Schneerinne und über einen Grat die Keilscharte (2650 m) erreichbar (Weg Saar 1907) oder über den ansetzenden Grat der Keilspitzgipfel (Weg Peterka 1935).
Der Abstiegsweg führt in die Keilscharte; über brüchige Schrofen aus einen Grat zur Rechten bis zum steil absinkenden Pfeilersporn hinab. Nach rechts in einen eiserfüllten Kamin hinunter. Links querend wird diejenige Scharte erreicht, in welcher der erste Schluchtast ausmündet; nicht über den aufragenden Gratturm hinüber, man erreicht sonst die Keilturmscharte! Diese Scharte kann auch durch die Schneerinne, welche von der Keilscharte abstreicht, erreicht werden. Über sehr brüchigen Fels (Platten) in die obere Rinne der Westschlucht hinab, aber sobald als möglich auf den sie begleitenden Grat empor (orographisch rechter Grat). Diesen Grat, eigentlich der Trennungspfeiler zwischen den beiden Schluchten, verfolgt man im allgemeinen bis fast über zwei Drittel der Wandhöhe und, wo er steiler absinkt, in die (orographisch) rechte Begrenzungswand hinunter. Mit Hilfe von Kaminen und Steilrinnen wird eine schmale Rippe erreicht, die von einem Riß gespalten ist. Über Blöcke hinunter und kurzer Quergang nach rechts in die breite, geöffnete „Saarschlucht". Dieselbe wird bei ihrem untersten Ende,
bei den großen Felstrümmern, knapp vor der Ausmündung erreicht. Über Blöcke und Stufen in das Kar.
Schwierige Kletterei. Abstiegszeit 1 1/2 Stunden. Der Abstiegsweg ist verhältnismäßig leicht zu finden und kann sehr vorteilhaft mit einem Anstieg über die Wesiwand verbunden werden. Rückholen zurückgelassener Gegenstände vom Einstieg der Westwand oder Westwandkamine.
Quelle: Österr. Alpenzeitung 1939, Folge 1205, Seite 144
Datum erste Besteigung:
18.07.1938
Gipfel:
Keilspitze Große
Erste(r) Besteiger(in):
Markl Leo
Peterka Hubert