Zweiter kleiner Sattelkopf

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Routen Details:
Zweiter kleiner Sattelkopf (etwa 2500 m). 1. Ersteigung über die Südwand durch Richard Gerin und Roman Szalay (Wien) am 25. September 1938.
In der Monographie der Mannlwand, „Zeitschrift" des D. u. O. A. V. 1931, von Kaspar Wieder (Salzburg) werden ungefähr neun kleine Sattelköpfe angeführt, es sind aber genau zehn. Ihre Südwände bieten dem Kletterer reiche Betätigungsmöglichkeit. Bisher sind erstiegen worden: Die Südwand des 4. Sattelkopfes durch Arnold Awerzger, Richard Gerin, Roman Szalay; des 7. durch Hubert Peterka über den Südgrat, fälschlich als westlicher bezeichnet, des 8. durch Richard Gerin, Georg Hecht, Roman Szalay.
Der erste (westlichste) Sattelkopf, von der Stangenkopfscharte unmittelbar östlich aufstrebend, ist ein auffallender graugelber Turm, nach Süden senkrecht abfallend, ohne jede Gliederung, ein wahrhaft drohendes Felsungetüm, und vom eigentlichen Bergkörper losgelöst. Von seiner östlich davon gelegenen Scharte zieht eine Kaminreihe hinab zwischen den senkrechten, beinahe überhangenden Wänden, links vom westlichsten und rechts vom westlichen (zweiten) Sattelkopf.
Vom Arthurhaus bis unterhalb des Wandvorbaues. Der Einstieg liegt genau unterhalb der gelbgefärbten Felsen der Gipfelwand des „Gelben Turmes". Schräg links aufwärts kletternd erreicht man das erste Grasband. Man erreicht gerade emporkletternd die „Wiese" und weiter das zweite Grasband und hierauf die mittlere Terrasse. Von dieser
in der Nähe des Südgrates des ersten (westlichsten) Turmes durch eine Verschneidung mit Überhang sehr schwierig aus die obere Terrasse. Bis hieher ist der Fels vielfach von Rasen durchsetzt, das Gestein ist jedoch fest und zuverlässig. Eine von Süden verborgene Kaminreihe führt von links nach rechts in schöner Kletterei in festem Gestein zum Beginn der auffallenden Schlußkaminreihe, die bei der Scharte zwischen erstem und zweitem kleinen
Sattelkopf endigt. Eine Rampe, stark nach außen drängend, bringt von rechts nach links in den Kamin und über zwei eingeklemmte Blöcke in den Kamingrund. Es folgt die schwierigste Stelle. An mauerglatten Begrenzungswänden hinaufstemmend, unter eingeklemmten Blöcken nach außen spreizend, zur Kaminfortsetzung (äußerst schwierig). Von der nächsten Kaminstufe an der rechten Begrenzungswand fast grifflos hinauf (Mauerhaken) in eine Löhle. Aus dieser durch ein oberhalb gelegenes Fenster äußerst ausgesetzt in die Kaminfortsetzung und, leichter werdend, nochmals durch ein aus Blöcken gebildetes Fenster zur Scharte zwischen erstem und zweitem kleinen Sattelkopf. Von der Scharte jenseits östlich und über eine abgesprengte Felsplatte zu einem Schartel knapp westlich des Gipfels.
Kletterzeit etwa 4 Stunden.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1202, Seite 71-72


Datum erste Besteigung:
25.09.1938
Gipfel:
Sattelköpfe Kleine
Erste(r) Besteiger(in):
Gerin Richard
Szalay Roman