Nordwand

(Bearbeiten)
Routen Details:
Kaisergebirge (Zahmer Kaiser).
Naunspitze (1635 m). 1. Begehung der Nordwand am 17. Juli 1935 durch Emil Bauer, Hans Hager und Georg Sixt.
Die Naunspitze als westlicher Eckpfeiler des Zahmen Kaisers mit der fast senkrecht abfallenden Nordwand wirkt besonders erhebend, wenn man von Oberaudorf-Niederndorf oder Ebbs aus den Eingang ins Kaisertal wählt. Zum Einstieg gelangt man am besten von der Vorderkaiserfeldenhütte aus, in etwa 40 Minuten. Man verfolgt den Steig zur Naunspitze und gelangt auf diesem zu einem begrünten Kopf, der in nördlicher Richtung etwa 100 m oberhalb der Hütte liegt. Vom Kopf aus erkennt man den Einstieg am nördlichsten Wandteil an einem Schärtchen mit mehreren Lärchen. In der nördlich abwärts führenden Grasrinne steigt man hinunter, etwa 10 m bevor die Rinne abbricht quert man nach rechts zu einer Rippe, die mit Bäumen bewachsen ist. Unmittelbar vorher, etwa 30 m abwärts, quert man, sich abwärts haltend, in die nächste Rinne. Eine leichte Querung führt in die nächste Rinne und in ihr aufwärts in das Schärtchen mit einigen kleinen Lärchen, das schon eingangs erwähnt wurde (etwa 1380 m).
Die Schlüsselstelle bildet ein mächtiger Überhang, der in der Falllinie des Gipfels schon vom Einstieg aus gut sichtbar ist. Dorthin gelangt man auf zwei übereinanderliegenden Köpfen, direkt aus dem Schärtchen. Den ersten Kopf erreicht man leicht in einer Schleife von links nach rechts.
Weiter über steilen Fels erreicht man nach 35 m eine kleine Lärche (Sicherungs-Haken). Gerade aufwärts gewinnt man nach 30 m den zweiten Kopf (Sicherungs-Haken). Unmittelbar rechts beginnt der Überhang, der mittels kurzer Querung erreicht wird. Die 20 m hohe Stelle ist äußerst schwierig. Eine fast senkrechte Wandstelle führt nach einigen Metern zu einem Stand, der Vorsicht gebietet, weil der Block nicht besonders sicher verklemmt ist (Mauerhaken). Eine kurze Querung und einige Meter gerade aufwärts führen in den engen und rauhen, kurzen Kamin, der nach wenigen Metern zu einem guten Stand leitet (Sicherungshaken). Die anschließende sehr steile Grasrinne führt nach etwa 30 m zu einem Kamin. Durch diesen stemmend und spreizend 30 m empor. Nun über leichteren Fels, vorbei an einer kleinen Höhle, zu gutem Stand.
Von hier weitere 20 m nach rechts um eine Kante herum zu einem Stand unter einem Köpfl. Nach links über eine sehr schwierige Wandstelle, nach einigen Metern aus ein Felsköpfl, zuletzt in gerader Richtung auswärts, insgesamt etwa 30 m. An der Kante direkt aufwärts, zuletzt links daneben leichter zum Gipfel.
Sehr schwierig mit einigen äußerst schwierigen Stellen. Landschaftlich besonders großartig. Kletterzeit etwa 3 bis 4 Stunden. Wandhöhe etwa 250 m
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1936, Folge 1176, Seite 293

Datum erste Besteigung:
17.07.1935
Gipfel:
Naunspitze
Erste(r) Besteiger(in):
Bauer Emil
Hager Hans
Sixt Georg