Zeuner Robert

(Bearbeiten)
Foto gesucht!
Biografie:
Robert Zeuner
Dich, hätte es viel eher getroffen, mir als dem weit Älteren ein paar Gedenkworte in unserer Österreichischen Alpenzeitung zu widmen. Der Herr über Leben und Tod hat mir die Feder zu diesem letzten Freundschaftsdienst in die Hand gedrückt.
Im August 1898 als eines der neun Kinder des Großkaufmannes Paul Zeuner in Innsbruck geboren, hast Du hier maturiert und mußtest als Sohn eines Rheinländers 1917 zur deutschen Wehrmacht einrücken, kehrtest nach schwerer Verwundung 1918 aus Frankreich in Deine Vaterstadt mit mehreren Kriegsauszeichnungen zurück. Sudeteneinsatz, Polenfeldzug und Volkssturm waren die weiteren Forderungen, die der Kriegsgott Mars an Dich stellte.
Mit Deinem Bruder Karl in das väterliche Großhandelsgeschäft eingetreten, hattest Du reichlich Gelegenheit, Deine Tüchtigkeit unter Beweis zu stellen. Daneben aber glühte und brannte die nie erloschene Liebe zu den heimatlichen Bergen, die schon vor 30 Jahren Dich und Deinen Bruder zum Österreichischen Alpenklub und zu den Karwendlern brachte. Im Innsbrucker Klub habt ihr beide wiederholt die Geschicke der Karwendler geleitet, im Jahre 1918 als erste den alpinen Rettungsdienst aufgezogen und unter vielfachem persönlichem Einsatz bis 1945 geleitet. Unter Hunderten von Tiroler Bergsteigern ragtet ihr zwei stattlichen Männer am Sonntag morgens in der Bahnhofhalle aus der Menge heraus, hochgewachsen, sportgestählt und die Bergfreude in den warmen Augen.
Ich selber kam mit der famosen Umsiedlung 1943 aus Meran nach Innsbruck, und da warst Du, Robert, der erste, der mich begleitete und auf viele mir neue Nordtiroler Gipfel führte. Durch Dich kam ich auch zum Klub der Karwendler. Welche Begeisterung, welche Beobachtungsgabe für alles Schöne im Gebirge Du empfinden und den Kameraden miterleben lassen konntest, ob es ein Blümlein oder ein Gamsbock war, es war immer eine Lust, mit Dir zu wandern.
Deine Liebe zur Nordtiroler Heimat war grenzenlos, für Südtirol schlug Dein Herz nicht anders. Wir kamen öfter zusammen von Italien herauf, und jedesmal, wenn wir am Sonnenburgerhof die beleuchtete Stadt unter uns und die Nordkette gegenüber sahen, konntest Du laut jubeln vor Heimatliebe und Wiedersehensfreude.
Dein Frohsinn, Deine Lebensfreude schafften Dir viele, viele Freunde; sie waren auch alle bei Deiner Verabschiedung, ob sie in Wien, in München, in Bozen oder in Innsbruck wohnten.
Viel zu früh mußtest Du die vorbildliche Leitung des umfangreichen Geschäftes lassen, viel zu früh Deine liebe Frau verlassen, mit der Du auf der Melzernadel in den Kalkkögeln Verlobung gefeiert hattest.
Und viel zu früh für uns alle Deine frohen Augen schließen, nicht zuletzt für mich. Robert, ich dank Dir schön.
Mr. Hans Berger, Innsbruck
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1956, Folge 1289, Seite 151


Geboren am:
08.1898

Erste Route-Begehung

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen