Bühler Ueli

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Biografie:
geboren in Schwanden (Schweiz)

Begehung der Eiger-Nordwand "Japaner Direttissima" mit seinem Bruder Heinz in 14 Stunden und 45 Minuten im Februar 1981.
Alleinbegehung der Eiger-Nordwand (Heckmair Route) in 8 1/2 Stunden im Jahre 1981.
Begehung der Piz Badile NO-Wand im Alleingang im Jahre 1981.
Begehung des Wetterhorn Westpfeilers im Alleingang im Jahre 1981.
Begehung der Matterhorn Nordwand im Alleingang und im Winter im Jahre 1981.
Begehung des Walkerpfeilers an der Grandes Jorasses im Jahre 1981.
Begehung des Freney-Zentralpfeilers am Montblanc im Jahre 1981.
Am Nanga Parbat im Alleingang, als Teilnehmer der Herrligkoffer Expedition 1982, bis zum Turm (8042m) gekommen.
Teilnehmer an der Annapurna Himal Expedition unter der Leitung von Frank Tschirky im Jahre 1984.
2. Begehung des Jugoslawenpfeilers in der Südwand des Aconcagua mit Jakob Reicher im Jahre 1985.
Quelle: Archiv Proksch (Österr. Alpenklub)

Die Schweizer Alpinisten zählen derzeit zu den allerbesten in Mitteleuropa, aber auch zu den sichersten. Ueli Bühler, der junge Berner, kam vom Nanga Parbat wieder herunter, obwohl er nach allem, was er dort erlebt hat - Höhenkrankheit, Biwak in einer Schneehöhle, Aufstieg zum Südgipfel im Alleingang -, hätte eigentlich umkommen müssen. Er mußte mit Erfrierungen an den Zehen und den Fingern bezahlen. Doch er klettert wieder, und zwar in den oberen Schwierigkeitsgraden, der VII. Grad im Vorstieg ist wieder eine Selbstverständlichkeit für ihn. Und in Südamerika war er im vergangenen Winter auch, am Aconcagua gelang ihm die zweite Begehung der Jugoslawenroute in der Südwand. Und zwischendurch kletterte er im Alleingang durch die winterlichen Nordwände von Breithorn und Gspaltenhorn. Ein Mensch, der in den Bergen aufgewachsen ist, hat einem Städter, auch wenn die Berge später sein Berufsfeld geworden sind, immer etwas voraus: einen besonderen Instinkt für die Natur.

Ueli Bühler
Vita: *29.4.1961 in Schwanden (Schweiz);
Primar- und Sekundarschule in Schwanden, Lehre als Forstwart (bis 1980), seither verdient er zum Teil selbstständig, zum Teil als Angestellter im Gemeindewald sein Brot; zusätzlich noch Mitarbeit im elterlichen Bauernhof. 1981 Bergführeraspirantenkurs, 1982 Rekrutenschule in der eidgenössischen Armee.
Chronik: Kaum hatte der Ueli (auf das „e“ legt er großen Wert) 1978 mit dem Klettern begonnen, griff er schon mit beiden Händen kräftig in das Füllhorn großer alpiner Touren. Seine erste „nennenswerte Tour“ (wie er selbst sagt) ist die Kingspitz-Nordostwand (Berner Alpen) – im Alleingang selbstverständlich! 1980 folgten Schlaf auf Schlag die weiteren „Hämmer“, unter anderem: Piz-Badile-Nordostwand (Cassin, allein), Wetterhorn-Westpfeiler (1. Alleinbeg.), Martti-Flueck-Route am Tellistock. 1981 sollte es sich erweisen, dass dies nur ein erster Auftakt gewesen war: Er klettere unter anderem: Salbitschijen-Westgrat, Villiger-Pfeiler am Salbitschijen, Schloßberg-Westwand (1. Alleinbeg.), Reißendnollen-Südostpfeiler (allein), Matterhorn-Nordwand (allein im Winter), Eiger (Heckmair-Route, allein), Frêney-Zentralpfeiler, Grandes Jorasses-Walkerpfeiler. 1982 folgte dann, sozusagen zum Einklettern für größere Ziele, die Droites-Nordwand (Winterbeg.). Als absoluter „Youngster“ (aber nur vom Alter her) fuhr er noch im gleichen Jahr mit zum bereits seit längerem belagerten Nanga-Parbat-Ostpfeiler und „krönte“ die erstmalige Pfeilerdurchsteigung in dem ihm eigenen Stil: einsames Biwak in 7600 m Höhe und Alleingang zum Südgipfel. Solche Leistungen kann nur eine in sich abgerundete und gereifte Persönlichkeit hervorbringen, als die sich Ueli trotz seiner jungen Jahre währen der Nanga-Expedition gezeigt hat. Nahtlos hatte er sich in die kleine Expeditionsmannschaft eingereiht und war immer dort zu finden, wo es etwas zu denken und zu arbeiten gab.
Trotz angefrorener Finger und Zehen plant er bereits wieder große Himalaya-Touren. Mit Sicherheit wird künftig noch mehr über ihn zu berichten sein, auch wenn dies ganz gewiss nicht sein Anliegen ist.
Quelle: Bergsteiger Heft 9/1983

Ueli hat 1978 mit dem Klettern begonnen und später eher durch stille Erfolge geglänzt. Er durchkletterte die Eiger-Nordwand in ca.8 Stunden.
Der Schweizer Alpinist zählte lange Zeit zu den allerbesten in Europa.
1979 Alleinbeg.Kingspitz-Nordostwand, (Berner Alpen)
1980 Alleinbeg.Piz Badile-Nordostwand „Cassin“,VI/A1,900 HM,3308m, (Bergell)
1980 1.Alleinbeg.Scheidegg Wetterhorn-Direkter Westpfeiler,VI, (Berner Alpen)
1980 Beg.Tellistock „Martti-Flueck-Führe”,VI+/A2, (Urner Alpen)
1981 Beg.Salbitschijen-Westgrat, (Urner Alpen)
1981 Beg.Salbitschijen-Villiger Pfeiler, (Urner Alpen)
1981 1.Alleinbeg.Schloßberg-Westwand,VI+/A3,800 HM, (Urner Alpen)
1981 Alleinbeg.Reißendnollen-Südostpfeiler,V+/A2, (Urner Alpen)
1981 Winteralleinbeg.Matterhorn-Nordwand „Schmid-Route“,V,Eis 60°,1100 HM,4478m,
(Walliser Alpen)
1981 Alleinbeg.Eiger-Nordwand „Heckmair-Route“,V,55°,1800 HM,3970 m, (Berner Alpen)
1981 Winterbeg.Eiger-Nordwand „Japaner Direttissima",3972m, (Berner Alpen)
1981 Beg.Montblanc Freney-Zentralpfeiler,VI/A2,50°,950 HM,4810m, (Montblancgebiet)
1981 Beg.Grandes Jorasses-Nordwand „Walkerpfeiler“,VI/A1,1200 HM,4208m,(Montblancgebiet)
1982 Winterbeg.Droites-Nordwand „Cornuau-Davaille”,V/A1, Eis 70°,1100 HM,4000m,
(Montblancgebiet)
1982 1.Beg.(Alleinbeg).Nanga Parbat-Südgipfel-Südost-Pfeiler „Rupalpfeiler“IV,Eis bis 70°,
4200 HM,8125m, (Himalaya,Pakistan)
1983 Alleinbeg.(Winter) Breithorn-Nordwand,4164m, (Walliser Alpen)
1983 Alleinbeg.(Winter) Gspaltenhorn-Nordwand,1800 HM,3437m, (Berner Alpen)
1984 Teiln.Annapurna Himal Expedition unter der Leitung von Frank Tschirky, (Himalaya,Nepal)
1985 2.Beg.Aconcagua-Südwand „Jugoslawenpfeiler“,VI,2500 HM,6930m, (Anden,Argentinien)
1989 1.Beg.Wendenstöcke-Reissend Nollen „Batman“,250 HM, (Urner Alpen)
1989 Beg.Eiger-Nordwand „Japaner-Direttissima“,1800 HM,3970m, (Berner Alpen)
1997 Beg.Eiger-Nordwand „Heckmair-Route“,V,1800 HM,3970 m, (Berner Alpen)
2001 1.Beg.Pumori-Westwand,M4,Eis 85°,1400 HM,7161m, (Himalaya,Nepal)

Gerd Schauer,Isny im Allgäu


Geboren am:
29.04.1961
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