Zelenka Lucy

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Biografie:
Dr. Lucie Zelenka — 70 Jahre
Unsere alte Kameradin feierte ihren 70. Geburtstag! Es ist doch noch gar nicht so lange her, daß Lucie uns „Jünglinge" in Geschichte und Geographie am RG XV unterrichtete, als wohltuende Ausnahme unter den Lehrern dieser „Anstalt", daß Lucie uns zum
„Edelweiß-Abfahrtslauf" überredete, uns bei nächtlichem Schneesturm zum Güntherhaus hinauflotste, uns quer durch die Hohen Tauern führte und so naturnahen Unterricht betrieb. Erst danach — als wir uns in der HG-Edelweiß wieder trafen, als ich Reznizeks Buch über Frauenbergsteigen gelesen hatte, und nach etlichen Gesprächen als junger Berufskollege wurde mir langsam auch Lucies alpine Bedeutung klar. Fels- und kombinierte Fahrten, unter anderem im Toten Gebirge, ausgehend von ihrem geliebten Bad Aussee, hatte Lucie unternommen, doch nie viele Worte darüber gemacht. Als Mitarbeiterin alpinhistorischer Veranstaltungen (z. B. Preuß-Gedenktage 1986) erwarb sich Lucie Anerkennung.
Doch über allem begeistert mich immer ihre stille und doch so herzliche Art, ein Vorbild für viele von uns. Herzlichen Glückwunsch im Namen der Edelweiß.
Roland Maruna
Quelle: Edelweiss Nachrichten 1991, Heft 1, Seite 7

Für die Lucie
Erinnerung, du feine ...
Vor mir liegt mein i. Tourenbuch.
15.07.1956. Wie immer per Autostop ins Weichtal, denn dort war ich mit Lucie für eine Damentour verabredet. Mörderisch brannte die Sonne vom Himmel, aber wir blödelten uns hinauf zum Stadelwandgrat. Da oben war es doch etwas luftiger und in Wechselführung stiegen wir voller Begeisterung höher. Viel zu schnell erreichen wir die Märchenwie-se. Warum so direkt absteigen, wo es doch auf „den Berg" nicht so weit ist? Gesagt, getan ¬die Latschen waren eine wahre Sauna, wir glühten gipfelwärts. Oben in der Fischerhütte müssen wir wie zwei vollreife Paradeiser ausgeschaut haben, denn ein Bursch fragte uns: „Madln, habts an Durscht?" „Ja und was für einen!" „Da habts und trinkts." Wir setzen jede das spendierte Krügel an und ließen es zischen. So in der Hälfte merkten wir, jessas, dös is ja Wein! „Is a wurscht", sagte die Lucie, „essen wir halt nachher eine Suppe". Gesagt getan, die Suppe wurde als Alkoholbremse gelöffelt. Dann schnappten wir unsere Rucksäk¬ke und versuchten, im geraden Gang den Wurzengraben abzusteigen. „I z`reiß mi", sagte die Lucie und setzte sich auf einen Stein, „wie du daherwackelst!". „Und du", prustete ich unter Lachen, „was glaubst, wie du daherkommst!". Urplötzlich wurden wir ernst. Die Suppe, die haben wir zum Zahlen vergessen — jetzt wieder retour??? „Geh, das bisserl Suppenpulver, da hat sich der Hüttenwirt kann Bruch g'hobn", meinte die Lucie, und stimmte die Alten Rittersleut' an — so singend gelangten wir zur Krempelhütte, wo uns die Leute etwas verwundert nachschauten. In der Weichtalklamm klangen die Rittersleut' noch viel schöner! Immer wieder setzte sich Lucie mit den Worten „I z'reiß mi" nieder - wir kamen aus dem Lachen und Kudern überhaupt nicht mehr raus. ... „Ich habe nicht gewußt, daß man mit einem Almrausch so klass und beschwingt seines Weges latscht", steht in meinem Tourenbuch. Unten im Weichtal kam dann die Ernüchterung: Mein schöner grauer Pulli, der war futsch, verloren im Almrausch. Nie mehr saufen, auch wenn es nichts kostet, so gelobten wir. „Au weh", sagte die Lucie, „wie werde ich mit dem Radl heimkommen?"
Servas, a Hetz war's, Lucie radelte und ich stoppte wienwärts.
Ja, a Hetz war's immer, wenn die Lucie mit dabei war.
Unzählige Skitouren, Hüttenabende, Gedichte verfassen und Späße aushecken. Mir fällt unser Hatscher von der Giglachseehütte hinaus nach Schladming ein. Es war eine sternklare kalte Jännernacht, der Rucksack und die Skier drückten, aber wir sangen ohne Unterlaß und die Strophe mit dem Heiligen Brand besonders hingebungsvoll. Hundsjung und bergnarrisch waren wir damals. Das erste hat sich geändert, das letztere blieb. Ihre Begeisterung, ihr Humor, ihr Singen, ihre Kameradschaft war ungebremst all die Jahre. Danke schön Lucie, klass war's mit Dir!
Stefanie Rieder

Liebe Lucie!
Ich kann es kaum fassen, daß es Dich nicht mehr gibt. Wir haben so viele Stunden und Tage in unseren geliebten Bergen gemeinsam verbracht.
Beim ersten Kletterkurs der Sektion EDELWEISS im Jahr 1946 lernten wir uns kennen, waren gemeinsam in der Jungmannschaft und später bei den Bergkameraden. Viele Berg- und Skitouren und später Wanderungen haben wir miteinander unternommen. In sehr schöner Erinnerung habe ich unsere Tage im Adamellogebiet und am Gardasee, und auch die öfteren Besuche bei Dir in Bad Aussee. Deine Sangesfreude und Deine witzigen Aussprüche haben auch auf Hütten und bei Treffen im Freundeskreis für ein gutes Gelingen gesorgt.
Du hattest einen zähen Willen und viel Optimismus, und obwohl es Dir in den letzten Jahren gesundheitlich nicht gut ging, hast Du nie aufgegeben und immer das Beste aus allem gemacht.
Im Herbst waren wir noch mit Kameraden im Gesäuse und Du hast den Grimming be-stiegen. Und dann ist alles zu schnell gegangen. Vielleicht ist es ein schwacher Trost, daß Du nicht zu lange leiden mußtest.
Liebe Lucie, wir werden Dich sehr vermissen. In unseren Gedanken wirst Du immer
bei uns sein.
H.G.
Quelle: Edelweiss Nachrichten 1999, Folge 2, Seite 8



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