Nordwand

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Routen Details:
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1926, Seite 198;

Eiskögele (3439 m). Erste Ersteigung über die N.-Wand durch W. WeIzenbach und K. Wien am 3. September 1926. Wandhöhe vom ebenen Grund des Ödwinkelkeeses 840 m, vom letzten Schrund 550m; 7 Std.; überaus schwierig.
Die plattige Nordwand des Eiskögele wird in ihrem oberen Teil von einem steilen Couloir durchrissen, welches in einer kleinen Scharte des Westgrates 45 m unter dem Gipfel seinen Anfang nimmt und von rechts nach links fallend bis in die Mitte der Wand verläuft. Es endet Ober einer schwach ausgeprägten Wandeinbuchtung, welche in der unteren Wandhälfte in GipfelfalIinie eingelagert ist. Diese Wandeinbuchtung, bzw. ihre orographisch rechte Begrenzungskante, sowie das oben erwähnte Couloir kennzeichnen im wesentlichen die Aufstiegsrichtung.
Von der Rudolfshütte über das Ödwinkelkees bis zum ebenen Grund des Keeswinkels (2600 m). In der Gipfelfallinie über steile zerschründete Gletscherhänge etwa 300 m empor gegen den weit klaffenden Bergschrund. Man überschreitet ihn an geeigneter Stelle und gewinnt über eine 50-60 m hohe Firnwand das untere Ende der Felsrippe, welche die oben erwähnte Wandeinbuchtung östlich begrenzt. Zunächst etwa 100 m über die Rippe empor, bis ein Abbruch zwingt nach rechts in den plattigen Grund der Wandeinbuchtung auszuweichen. In ihr ca. zwei Seillängen hinan, dann wieder nach links auf die Rippe und über sie, zuletzt sehr schwer empor, bis sie sich vollends in der plattigen Steilwand verliert. Nun auf Leisten und Gesimsen 3-4 Seillängen schwach ansteigend nach rechts in das eingangs erwähnte, von glasigem Wassereis erfüllte Couloir. Zunächst über die Felsen seiner (orographisch) rechten Begrenzungswand ca. 30 m empor, bis vorgewölbte Platten zwingen, den Grund der Eisrinne zu betreten. In ihr 1-2 Seillängen aufwärts, dann abermals an ihre (orogr.) rechte Seite und über schweren Fels (Mauerhaken) 60 m hinan.*) Hierauf überschreitet man die Eisrinne schräg rechts ansteigend und erklettert über morschen dachziegelartig geschichteten Fels die westliche Begrenzungsrippe, welche man oberhalb eines überhängenden Abbruchs betritt. Über diese Rippe, mehrere senkrechte Abbrüche erkletternd, nach vier Seillängen zum Westgrat, den man 45 m (Vertikaldistanz) unter dem Gipfel erreicht. über ihm in fünf Minuten zum höchsten Punkt.
Die Art des Geländes (morscher Fels, steile Platten, angefrorener Grus und glasiges Eis) erfordert bei schlechten Sicherungsmöglichkeiten einen vollkommen zuverlässigen Geher.
*) Bei günstigen Firnverhältnissen kann es ev. vorteilhaft sein, die Eisrinne vollends zu durchsteigen.
Quelle: 34. Jahresbericht des Akademischen Alpenvereins München 1925-26; Seite 48-49
und gleichlautend in
Quelle: 21. Jahresbericht (Vereinsjahre 1925-1927) der DÖAV Sektion Bayerland 1928, Seite 55-56

Quelle; Mitteilungen des DÖAV 1927, Seite 252;

Zu berichtigen
Nach Abschluß des Bergsommers 1959 wollen wir unsere Leser auf einige Irrtümer, die sich in der „Alpinen Rückschau" eingeschlichen haben, aufmerksam machen.
In Heft 20/59, auf Seite 724, wurde über die 14. Begehung der Eiskögele-Nordwand durch Wolfg. Schlemmer und Wolfg. Schmidt berichtet. Die Mitteilung stammte von Schlemmer, also direkt aus „erster Hand". Nach Veröffentlichung dieser Notiz erfuhren wir von Schlemmers Seilgefährten, daß die Angaben nicht den Tatsachen entsprechen würden; sie seien nur am Einstieg gewesen!! -
Quelle: Der Bergkamerad 1959, Heft 2, 23. Oktober, Seite 67

Glocknergruppe
Eiskögele Nordwand Welzenbach, vermutlich 1. Begehung im Alleingang durch Adolf Mayr im Sommer 1961.
Quelle: Jahresbericht der Hochtouristischen Gruppe „Bergland“ der Sektion Wien des ÖAV 1961/64, Seite 79

Erste Winterbegehung durch Th. Huber, A. Behringer am 18.3.1961;
Erster Abstieg durch P. Rohrmoser am 5.10.1983;
Datum erste Besteigung:
03.09.1926
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
18.03.1961
Gipfel:
Eiskögele
Erste(r) Besteiger(in):
Welzenbach Wilhelm Willo)
Wien Karl
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Behringer A.
Huber Thomas Sen.