Nordwestwand

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Routen Details:
Erste Begehung durch Fritz Riegele und W. Welzenbach am 15.7.1924;
Großes Wiesbachhorn, 3570 m. 1. Best. der N.W.-Wand am 15. Juli 1924 durch (Dr. Fritz Rigele) und Wilhelm Welzenbach,
Die N.W.-Wand des Gr. Wiesbachhorns steigt als geschlossene Eiswand von ca. 600 m aus der obersten Firnmulde des Wielinger Keeses auf. Sie wird in halber Höhe zur Rechten von einem überhängenden Eisabbruch gesperrt, zur Linken von einem vorgewölbten Eisbuckel. Diese beiden Zonen stoßen in der Gipfelfallinie zusammen und lassen hier eine schwach ausgeprägte Einsenkung frei, welche den Durchstieg ermöglicht.
Vom Heinrich-Schwaiger-Haus verfolgt man den gewöhnlichen Wiesbach¬hornanstieg bis zu jener Stelle, wo er auf den Kaindlgrat trifft. (Fochezkopf 3153 m). Man steigt den Grat hinab bis etwa an das Ende der Firnschneide und wendet sich dann über steile Schutt- und morsche Plattenhänge nach rechts abwärts in das oberste Becken des Wielinger Keeses (ca. 2950 m). Ungefähr 50-75 m ansteigend, wurde der Bergschrund etwas rechts der Gipfelvertikalen in der Fallinie einer aus dem Eise hervortretenden Felspartie erreicht. (Sicherer dürfte es sein, etwa in der Gipfelfallinie in die Wand einzusteigen, da die rechten Wandpartien von Eislawinen aus dem überhängenden Eisabbruch bestrichen werden). Nach Überschreitung des Bergschrundes stufenschlagend über die fast apere Eiswand schräg links hinan, später in zunehmender Steilheit gerade empor bis unter die oben erwähnte schwache Depression in dem die Wand sperrenden Gürtel (250-300 in). Die Überwindung der nun folgenden stellenweise fast senkrechten Wandstelle (ca. 25-30 m hoch) erfolgte in einem Bogen nach links ausholend und dann steil nach rechts ansteigend bis auf eine schwach ausgeprägte Firnkante, welche den westl. Rand der Wandeinbuchtung begrenzt. Die Bezwingung dieser Stelle wurde durch Aushauen von Griffen und Eintreiben von ca. 20 cm langen Eishaken ermöglicht. .Die nun folgende steile Firnwand von ca. 250-300 m Höhe gerade empor bis zum Gipfel.
Zeiten: Hütte ab 3 Uhr morgens, Bergschrund 520, Gipfel an 11:00.
Die Neigung der Wand dürfte in den unteren Partien etwa 60° betragen, die Mittelzone erreicht 75 bis 80° die obere Wandfläche weist eine durchchnittliche Neigung von ca. 55° auf.
Die Stufenarbeit wurde wegen Zeitersparnis größtenteils auf die Herstellung kleiner Kerben zum Einsetzen der Steigeisenzinken beschränkt. Im Verlauf der Bergfahrt wurde wiederholt Karabinersicherung an Eishaken angewandt.
Gesamt-Wandhöhe 575-600 in, je nach Einstieg.
Quelle: 32.Jahresbericht des Akademischen Alpenvereins München 1923-24, Seite 43
und gleichlautend in
Quelle: 21. Jahresbericht (Vereinsjahre 1925-1927) der DÖAV Sektion Bayerland 1928, Seite 57-58

Quelle: Jahresbericht der Akademischen Sektion Wien 1924, Seite 58;
Quelel: Mitteilungen des DÖAV 1925, Seite 146;
Quelle: Bergsteiger 1924, Seite 290;
Glocknerwände im Alleingang

Erster Alleingang, anschließend erster Abstieg durch Fritz Stadler am 29.6.1949;
Fritz Stadler hat die von Welzenbach erstmals begangene Glocknerin-Nordwestwand allein durchstiegen. Ebenfalls allein stieg er durch die Wiesbachhorn-Nordwestwand ab.
Quelle: DAV Mitteilungen 1949, Heft 8, Seite 63

Erste Skiabfahrt durch Kurt Lapuch und M. Oberegger am 22. Juni 1969 (im westlichen Wandbereich);
Quelle. Alpinisus 1969, Heft 10, Seite 30;
Datum erste Besteigung:
15.07.1924
Gipfel:
Wiesbachhorn Großes
Erste(r) Besteiger(in):
Riegele Fritz
Welzenbach Wilhelm Willo)