Westsüdwestgrat

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Routen Details:
Zugspitzeck (2820 m). Erste Begehung des Westsüdwestgrates durch Karl Wien und Wilhelm Welzenbach am 9. Oktober 1925. Grathöhe 1000 m; 5-6 Std.; sehr schwierig.
Das Zugspitzeck entsendet nach Südwesten eine Gratrippe, welche sich in halber Höhe in eine Reihe von Ästen auflöst, die unvermittelt zu dem am Fußpunkt der Schneefernerscharte eingebetteten Kar abbrechen. In gleicher Höhe löst sich von jenem Grat ein Felssporn ab, der ost-westlich streichend das Kar auf seiner Nordseite begrenzt. Über diesen Sporn bewegt sich der erste Anstieg.
Der Einstieg befindet sich rechts vom tiefsten Punkt des Spornes. Erst gerade aufwärts, dann nach links um die Kante herum. Über steile Grasschrofen wieder nach rechts, dann im wesentlichen gerade empor bis die Rippe sich steiler aufschwingt und fester Fels ansteht. Hier durch eine Rinne nach rechts in ein Schartel des Grates und auf dessen Südseite mittels eines Risses 20 m empor. Durch einen weiteren Riß nach links aufwärts und über lockeres Blockwerk schräg links hinan zum Beginn einer brüchigen blockerfüllten Rinne. Diese und der anschließende Spalt werden durchstiegen und hierauf nach links der Kopf des Spornes gewonnen (Steinmann). Der Sporn endet an einer plattigen Wandstufe, welche zum oben erwähnten Südwestgrat emporleitet. In dieser Wand auf einem plattigen Bande schräg rechts aufwärts zu einem Schuttplatz. Von hier durch einen Riß und anschließenden Kamin sehr schwer auf eine Kanzel. Über eine Platte und Schrofen nach rechts, dann durch ein gelbes Rißsystem links aufwärts und nach rechts heraus an die Gratkante. Die folgenden Aufschwünge werden teils rechts teils links umgangen und darauf ein Schuttplatz am Fuße gelber Gratzacken erreicht.
Die beiden folgenden Gratzacken werden durch Rinnen erklettert und hierauf ein weiterer Schuttplatz gewonnen. Es folgen abermals zwei Aufschwünge, welche rechts ihres Abbruches erstiegen werden (der zweite sehr brüchig). Der letzte Aufschwung wird an seiner Kante über plattige Stellen erklettert. Man erreicht so den von der Schneefernerscharte heraufziehenden Grat, welchen man nach links zum Gipfel verfolgt.
Quelle: 33. Jahresbericht des Akademischen Alpenvereins 1924/1925, Seite 49-50
Quelle: 21. Jahresbericht (Vereinsjahre 1925-1927) der DÖAV Sektion Bayerland 1928, Seite 29-30 (gleichlautend wie oben)

Datum erste Besteigung:
09.10.1925
Gipfel:
Zugspitzeck
Erste(r) Besteiger(in):
Welzenbach Wilhelm Willo)
Wien Karl