Südwand - "Südwand Direttissima"

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Routen Details:
Für die Vorbereitungen zu diesem Anstieg (seit 1965, L. Schlömmer mit H. Steinbrecher, Peter Perner und D. Ertl) waren vier Aufenthalte in der Wand mit 17 tagen und 12 Biwaks nötig;
Erste Begehung vom 26. bis 28.9.1967;

Hoher Dachstein Südwand „Direttissima" 1. Begehung durch Leo Schlömmer und Peter Perner am 26./28. September 1967.
Auf der Steinerroute oder (direkter) durch die Schlucht zum Ende des „Salzburgerbandes" und damit zum Beginn der eigentlichen Route. Vom Stand geradeaus weiter, tun eine senkrechte Ecke und direkt in die Schlucht in Fallinie des gelben Wandausbruches (Stand). Von hier 2 Seillängen in der Schlucht (brüchig, III) ansteigen zu einer Steilstufe am Beginn des Firnfeldes. über die Steilstufe (IV) zum Firnfeld und an seiner linken Begrenzung 3-4 Seillängen hinauf (45 Grad, Sicherungshaken im Fels) zum obersten Ende am Beginn eines kaminartigen Risses in Fallinie des gelben Wandausbruches (hier beginnen die eigentlichen Schwierigkeiten). Nach 2 Seillängen in dem Riß (IV—V) erreicht man einen guten Stand unter einem Überhang. Den Haken folgend über den Wulst (VI, A 1.), dann durch einen engen Kamin und links hinaus über Wandstellen (V—) zu Schlingenstand. Weiter halblinks (IV) eine kurze Seillänge zu Hakenstand in einer abschüssigen Höhle. Aus ihr rechts heraus und den Haken folgend leicht rechts haltend empor, später etwas links und gerade hinauf (VI +, A3) zu Schlingenstand auf einer abschüssigen schmalen Platte. Weiter den Haken folgend (A 2) durch eine Verschneidung und schließlich freikletternd (V) zum Bohrhakenstand am Eingang der Biwakhöhle ( „Gichthöhle"). Rechts des Standes über eine Wandstelle (A 2) und zuletzt frei (IV) zu guten Stand am Beginn des „Gelben Querganges". Er führt ca. 8m nach links (V+), worauf man den Haken folgend im großen Überhang halblinks ansteigt (VI +‚ A 3) zu einem Schlingen-stand auf schmaler Leiste. Auch in der Folge geht es an Haken (A 2) leicht überhängend empor und schließlich frei (III—IV) zu gutem Stand am Beginn eines Kamines, den man 2 Seillängen (VI) bis zu einer Geröllplattform verfolgt. Hier, vor einem gelben Überhang, wird der Kamin links verlassen, worauf man, diese Richtung beibehaltend (IV—V), zu gutem Stand kommt. Links von ihm durch Verschneidungen und über Wandstellen (IV—V) zu Standplatz. Von hier zuerst rechtshaltend, dann gerade ansteigen und in 2-3 Seillängen zum Gipfelgrat (III—IV), der knapp östlich des höchsten Punktes erreicht wird.
Wandhöhe: 800 m, 200 Haken (davon 23 Bohrhaken) in der Wand belassen, ebenso Holzkeile und Seilschlingen.

1. Winterbegehung durch Albert Precht und Franz Berger am 7./10. März 1969.
1. Alleingang durch Leo Schlömmer am 19. Oktober 1969.
Quelle: Jahresbericht der Hochtouristischen Gruppe Bergland der ÖAV Sektion Wien 1965-1969, Seite 58

Quelle: Alpinismus 1968,Anstiegsblatt B5
Quelle: Fahrtenbuch der Dachstein-Südwandhütte;

2. Begehung durch A. Kapfenberger und A. Berlakovits vom 14. - 16.10.1967;
3. Begehung durch Klaus Hoi und F. Walcher am 10.10.1967;
4. Begehung durch M. Zitzler und Gefährte am 4.7.1968;
5. Begehung durch W. Schertle und H. Stutzig am 6.7.1968;
6. Begehung durch G. Halozan und H. Zembsch am 6.7.1968;
7. Begehung durch A. Precht und M. Weiß am 14. und 15.9.1968;
8. Begehung und zugleich 1. Winterbegehung durch F. Berger und A. Precht vom 7. bis 10.3.1969;
9. Begehung durch A. Kapfenberger und G. Buschmann am 26.5.1969;
10. Begehung durch A. Berlakovits und G. Rumplmair am 26.5.1969;
11. Begehung durch R. Franzl und S. Seidl am 15.6.1969;
12. Begehung durch H. Seller und F. Seebacher am 26. und 27.7.1969;
16. Begehung und zugleich 1. Alleinbegehung durch Leo Schlömmer am 19.10.1969

Alleingang durch die Dachsteinsüdwand-Direttissima (Schlömmer-Perner)
Einer der Erstbegeher dieser Route, der steirische Heeresbergführer Leo Schlömmer, meisterte im Vorjahr die Durchsteigung der Dachsteinsüdwand- Direttissima im Alleingang.
10 Haken, 40 Meter Seil, drei Steigschlingen, ein Liter Himbeerwasser, vier Zigaretten, zwei Äpfel und ein Packerl Zitronenschnitten - das war die Ration, mit der sich Schlömmer um sechs Uhr früh von der Ramsau aus auf den Weg machte. Schlömmer benötigte sieben Stunden und arbeitete allein rund eine Stunde, ehe er die Schlüsselstelle der Route, das schwierige, 50 Meter überhängende Dach, bezwungen hatte. Beim Einstieg war die Südwand ziemlich stark vereist, ebenso in der Wandmitte, wo sich ein ganzer Eisschlauch gebildet hatte.
Quelle: Mitteilungen des ÖAV 1970, Heft 3/4, Seite 75

Datum erste Besteigung:
28.09.1967
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
10.03.1969
Gipfel:
Dachstein Hoher
Erste(r) Besteiger(in):
Perner Peter
Schlömmer Leo
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Berger Franz
Precht Albert