Südwestgrat

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Routen Details:
Wieder war Petersen aus Frankfurt der erste Bezwinger. Am 24. Juli 1872 brach er mit dem Schmied von St. Katharinaberg, Rochus Raffeiner, und dem Älpler Ildefons Kobler von der Mairalm um fünf Uhr auf. Sie überschritten, wie schon gezeigt, den P. 3148 m (»Gingljochspitze«) und von hier den flachen, breiten Kaisersteinferner (Grubplattenferner). Unterhalb des Texeljoches stiegen sie zuerst in einer Schneerinne mit Stufenhauen aufwärts (20 Minuten) und kletterten dann über die Felsen bis zum Kamm, den sie schon ein gutes Stück über der niedrigsten Einsenkung erreichten (30 Minuten); dann ging es über die Firnschneide und zuletzt über rauhe Klippen (50 Minuten) zum Gipfel (um 11 Uhr). Es war sicher die erste touristische Ersteigung, aber Kobler meinte, daß den Gemsjägern diese Felsenriffe nicht unbekannt seien. Es wurde eine mächtige Steinpyramide erbaut. Der Abstieg erfolgte vom Texeljoch über den Texelferner zum Eishof in wenig mehr als zwei Stunden. Um den Schrunden auszuweichen, hielt man sich eng an die Roteckabstürze, während heute dort der Gletscher am ärgsten zerrissen, dagegen auf der linken Seite wegsamer ist.

Dieser Südwest-Grat der Roteckspitze, über den Petersens oberster An- und Abstieg erfolgte, wurde nachher, wie schon gesagt, häufig überschritten, um die Besteigung von Roteck und Texel zu verbinden, so von
Robert H. Schmitt und Dr. Christomannos im Jahre 1890,
von Purtscheller mit Führer Gerstgrasser 1. April 1893,
von Dr. Berreitter-Meran mit Führer Almberger 3. Juli 1897,
von Ernst Loewe-Berlin, 11. August 1898,
von Franz Hörtnagl und Fritz Stolz-Innsbruck, 22. März 1899,
von mir am 24. Juli 1900 etc.

Quelle: DÖAV Jahrbuch 1902
Datum erste Besteigung:
24.07.1872
Gipfel:
Roteck (Ötztaler Alpen)
Erste(r) Besteiger(in):
Kobler I.
Petersen Theodor Dr.
Raffeiner Rochus