Miller Fritz

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Biografie:
Miller Fritz, Bergführer, * Reutlingen (Baden-Württemberg), später Sulzberg im Allgäu

Schon seit seiner frühesten Kindheit ist der 32-jährige Fritz Miller aus Reutlingen fasziniert vom Bergsteigen und Klettern. Schon immer zählte beides zu seinem Traum vom Leben. Doch es fehlte irgendwie an der Ernsthaftigkeit. Als Jugendlicher sollte der Traum endlich Wirklichkeit werden. Fritz erkor sich einige Felsen in der Schwäbischen Alb als Trainingsgelände aus und übte. Mit der Zeit kamen dann auch die Alpen hinzu, nicht nur zum Klettern, sondern auch zum Bergsteigen und Skifahren.
Doch viel mehr als ein zeitintensives Hobby war sein Sport noch immer nicht. Seinen Lebensunterhalt verdiente Fritz als Mechatroniker in einer Fabrikhalle. Da er sich in den Bergen aber einfach wohler fühlte, machte er 2007 kurzen Prozess und kündigte. Vier Monate trainierte er sich und seinen Körper beim Klettern und Bergsteigen so intensiv, dass er prompt für den Expeditionskader des Deutschen Alpenvereins ausgewählt wurde. Als logische Konsequenz und um vollends seinen Traum zu leben, begann er ein Jahr später mit der Ausbildung zum Bergführer. Seitdem realisiert er auch für seine Kunden kleine und große Bergträume und führt besonders gerne anspruchsvolle Hochtouren in den Westalpen. Zudem arbeitet Fritz auch als Klettertrainer und hat ganz nebenbei ein Lehrbuch übers Slacklinen herausgebracht.
Zumindest zum Teil, denn das Leben als Bergführer und Alpinist bringt es mit sich, dass man viel auf Achse ist. Zum Klettern und Bergsteigen kam er, weil etwas wie eine große Faszination für die steile Welt in ihm verankert ist (und durch ein paar Zufälle). Sicher ist es viel zu früh für ein Fazit. Aber wenn er auf seine mittlerweile gut 20 Kletterjahre zurückblickte, denke er, dass er den Bergen und Wänden viel zu verdanken habe. Sie haben ihn immer wieder dazu gebracht, über sich hinauszuwachsen, und sich mit der Zeit – es hat etwas gebraucht – Respekt und Bescheidenheit gelehrt. Auf der anderen Seite stehen immer noch: Tatendrang, Feuer, Ehrgeiz. Irgendwo dazwischen bewegte er sich, und es ist für ihn die vielleicht größte alpine Herausforderung, einen guten Weg zu finden.

Der DAV-Expeditionskadertrainer Fritz Miller
Großes Aufheben macht der 1984 geborene Fritz Miller - Alpinist, Bergführer und Trainer des DAV-Expeditionskaders - nicht um sich. Auch wenn er zu den festen Größen in der deutschen Bergsportszene gehört, gilt er als „Undercover-Alpinist“.
Er kletterte in nur etwas mehr als fünf Stunden durch die Eiger-Nordwand und bewältigte den legendären „Weg durch den Fisch“ an der Marmolada-Südwand im Alleingang: Fritz Miller hat nicht nur schwere, sondern auch schnelle Begehungen vieler Routen in seinem Tourenbuch stehen. Eines seiner beliebtesten Ziele in den vergangenen Jahren waren die Berge seiner Allgäuer Wahlheimat. An einigen dieser Gipfel fand Miller eine perfekte Spielwiese, um quasi vor der Haustür seiner großen Leidenschaft zu frönen: dem Winterbergsteigen oder Mixed-Klettern.
Winterbegehung am Aggenstein bei Pfronten
Fritz Miller mit Lebenspartnerin Michaela Schuster und Seilpartner Thomas März, Mitglied im DAV-Expeditionskader
Fritz Miller und seine Freundin Michaela teilen die Leidenschaft fürs Klettern
In einer Bauernhof-WG nahe Kempten wohnt Bergführer und Profialpinist Fritz Miller. Heute will er mit seiner Freundin Michaela und Seilpartner Thomas an den Aggenstein bei Pfronten. Der Winter ist noch jung. Doch die eiskalten Temperaturen und der Schneefall der letzten Tage lassen die drei auf gute Bedingungen hoffen. Der Zustieg geht über die Nordwand des Aggensteins, von dort aus klettern sie eine klassische Route, die Haffroute. Das Ganze ist Mixed-Klettern: Klettern in Schnee, Fels, Eis oder an gefrorenem Gras. Einziges Manko: Noch liegt zu wenig Schnee, um mit den Skiern hinaufsteigen und später herunterfahren zu können.

Mixed-Klettern: Klettern an Eis und Fels
Vor allem bei Wanderern ist der Aggenstein mit seinen nicht ganz 2.000 Metern im Sommer beliebt. Die meisten steigen von Süden, aus dem Tannheimer Tal, auf den Allgäuer Grenzgipfel. Jetzt im Winter sieht die Landschaft hier oben anders aus: Frischer Schnee, das nahe Skigebiet coronabedingt geschlossen. Steil und abweisend ragen die Nord- und die Nordostwand auf, Mauern aus grauem und gelbem Kalkgestein. Für Fritz Miller sind sie ein idealer Spielplatz. Denn das Winterbergsteigen oder das Mixed-Klettern – also das Klettern an Eis und Fels – ist quasi seine Spezialdisziplin. „Letztlich ist es so, dass das Klettern an höheren Bergen oder im Winter eine total komplexe Angelegenheit ist. Man hat mit den verschiedensten Elementen zu tun. Und dann muss man den Schwierigkeiten mit dem richtigen Werkzeug begegnen.
Schlüsselerlebnis in der Schweiz
Hier am Aggenstein hat Miller zwei sehr schwere Routen erstbegangen. Teils splittriger Fels, mitunter überhängende Wandpartien. Fotos zeigen ihn über einer Eispassage, frei hängend an seinen Eisgeräten. Für Fritz Miller, Jahrgang 1984, war es ein langer Weg bis zu derartigen Höchstleistungen. Bock zum Klettern hatte er immer, sagt er. „Und gleichzeitig habe ich das auch immer verknüpft mit dem Lösen von Problemen. Dann haben wir als Kinder und Jugendliche an Bäumen rumexperimentiert, uns improvisierte Klettergurte gebastelt und als Jugendliche Sicherungstechniken erarbeitet. Das hat sich so durchgezogen. Nur das Umfeld wurde extremer.“
Eiger-Nordwand und Marmolada
Miller kündigte seinen Job und widmet sich ganz dem Bergsteigen. Eine wichtige Station: Der Expeditionskader des Deutschen Alpenvereins. Später wurde er Bergführer. Heute leitet er den Kader, gegründet zur Förderung junger alpinistischer Talente. Dabei kann er auf viele Erfahrungen zurückgreifen: Die Eiger-Nordwand kletterte er mit Michael Wohlleben in nur fünf Stunden und zehn Minuten, den legendären Weg durch den Fisch an der Marmolada im Alleingang. Immer wieder führten ihn Reisen in die USA oder nach Patagonien. Seilpartnern gilt er als ruhig, als extrem fokussiert auf seine Ziele.
Zuletzt gelang Miller mit seiner Freundin Michaela Schuster eine Neutour durch die winterliche Nordwand der Zugspitze. Ein dreitägiges Abenteuer: Mixed-Klettern auf hohem Niveau, teils technische Kletterei. Erstbegehungen wie diese veröffentlicht Miller zwar, er gilt aber manchem als Undercover-Alpinist, weil seine Arena eher die Wände der Alpen als die Sozialen Medien sind.

2005 Beg.Schaufelsen "Kaiserweg",VI/A0,5 Seillängen in 17,8 Min., (Oberes Donautal)
2007 Alleinbeg.Marmolata d'Ombretta-Südwand "Der Weg durch den Fisch",VII/A2,3230m,
(Dolomiten)
2007 Beg.Gimpel-Nordwand "Feuerland",IX-,400 KM,2176m, (Tannheimer Berge,Allgäu)
2007 Beg.Eiger-Nordwand "Heckmair-Route",V,Eis 55°,1800 HM,3970 m, (Berner Alpen)
2008 Beg.Schaufelsen "Kaiserweg",VI/A0,5 Seillängen in 8,13 Min. (Oberes Donautal)
2008 Winterbeg.Eiger-Nordwand "Heckmair-Route",V,1800 HM,3970 m, (Berner Alpen)
2008 Beg.Matterhorn-Nordwand "Schmid-Führe",V,60°,1100 HM,4478m, (Walliser Alpen)
2008 Beg.Salbischjen "Mephisto",VIII,2981m, (Urner Alpen)
2008 Beg.Salbischjen-Westgrat,VI/A0, in 2Std.18Min (32 Seillängen),2981m, (Urner Alpen)
2008 Beg.Aiguille du Midi "Mia Dalton",IX-,3842m, (Montblancgebiet)
2008 Beg.Montblanc du Tacul "Gervasuttipfeiler",TD,VI+,800 HM,3842m, (Montblancgebiet)
2008 Beg.Gesamter Peutereygrat mit Aiguille Noire de Peuterey-Südgrat,V+,Eis 55°,2800 KM,
1100 HM,3773m, (Montblancgebiet)
2008 1.Beg.im Göschener Tal, (Urner Alpen)
2009 1.Beg.Ehrwalder Seebenseefall "Airgames",IV/A3+,WI 6,M6,200 HM, (Wettersteingebirge)
2009 Beg.Ladyfinger,WI 6,650 KM, (Hunzatal Himalaya,Pakistan)
2009 1.Best.Sorry Peak,ca.5500m, (Hunzatal Himalaya,Pakistan)
2011 Beg.Eiger-Nordwand "Heckmair-Route",V,1800 HM in 5Std.10Min.,3970 m, (Berner Alpen)
2012 Beg.Aguja Standhart "Exocet",2800m, (Patagonien)
2012 Beg. "Nine Inch Nails",WI 6+, (Berner Alpen)
2012 Winterbeg.Kleine Zinne-Direkte Nordwand "Fehrmannkamin",V+,2877m, (Sextener Dolomiten)
2013 Winterbeg.Westliche Zinne-Nordwand "Cassin",VI-/A3,500 HM,2973m, (Sextener Dolomiten)
2013 Winterbeg.Große Zinne-Nordwand "Superdiretissima,Sachsenweg",VI+,2999m,
(Sextener Dolomiten)
2015 Beg.Ortler-Nordwand,60°,900 HM in 2 Std.,53 Min.,3902m, (Ortleralpen)
2014 1.Beg.(Winterbeg.)Wetterwandeck "Dornröschen",VII-,M 5,1100 KM,2698m, (Wetterstein)
2015 Beg.Westliche Zinne-Nordwand "Cassin",VI-/A3,450 HM,2973m,Große Zinne-Nordwand
"Comici",VI/A1,550 HM,2998m,Kleine Zinne-Nordwand "Innerkofler",IV,150 HM,2857m
an einem Tag, (Sextener Dolomiten)
2017 Beg.Monte Brento-Ostwand "Il Grande Incubo",VII/A3,1200 KM, (Sarcatal,Gardaseeberge)
2018 1.Beg.(Winterbeg.) Aggenstein "Jung stirbt,wen die Götter lieben",M 9+,400m,1986m,
(Allgäuer Alpen)
2019 1.Beg.(Winterbeg.) Aggenstein „Morbus Brexit“,M 7,WI 4+,1986m, (Allgäuer Alpen)
2020 Überschr.Zugspitze zur Alpspitze "Jubiläumsgrat",III, in 1.Std.40 Min 23 Sek.,732 HM,5700 KM,
(Wetterstein)
2020 Winterbeg.Aggenstein-Hauptgipfel-Nordwand "Bergwachtroute",1986m,
(Tannheimer Berge,Allgäuer Alpen)
2020 1.Beg.Zugspitze-Direkte Nordwand "Miller-Führe",V+/A3,M 6,1150 KM,,2964m, (Wetterstein
Beg.Westliche Zinne "Kleiner Wahnsinn",VIII,40 HM, (Oberes Donautal)

Gerd Schauer, Isny im Allgäu

Geboren am:
1984

Erste Route-Begehung