Innthaler Daniel

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Biografie:
Innthaler Daniel (Inthaler), Bergführer, Naßwald, Reißtal, Raxalpe

Daniel Inthaler war Holzfäller und Bergarbeiter,ab 1884 Bergführer. Er benützte seine freie Zeit zum Felsklettern, wo er in der der Rax, den Zerbenriegelsteig, den Danielsteig und das Innthalerband entdeckte. Zuerst nebenbei als Führer tätig, wurde er 1884 autorisiert und kam dann auch in andere Alpengebiete. Seine berühmteste Leistung war die erste Durchkletterung mit E. Suchanek von der Planspitz-Nordwand im Juli 1885 in den Ennstaler Alpen (Gesäuse), wo der schwierige Kamin nach ihm benannt wurde. Auch mit dem Wiener Otto Schück konnte er einige Touren und Erstbegehungen erfolgreich durchführen. Persönlich war er mit Zsigmondy und dessen Freunden bekannt. Innthaler machte die ganze Entwicklung des Alpinismus mit und war eine der bekanntesten Bergsteiger im Wiener Bergsteigerkreis.
An Bergrettungen in seinen heimischen Bergen hat er sich oft beteiligt und manches Leben gerettet.
Der Österreichische Gebirgsverein hat zum Gedächtnis des ostalpinen Bergführers Daniel Inthaler bei seinem Habsburghaus auf der Rax einen Gedenkstein errichtet.

1881 1.Beg.Hohe Umschweifwände-Nordostwand "Rote Schlurze",II+,270 HM,1670 m, (Rax-Schneeberg-Gruppe)
1881 1.Beg.Luckete Wand "Innthaler-Schück-Führe",1128m, (Rax-Schneeberg-Gruppe)
1885 1.Beg.Westliche Krummholzstufe von Norden,1640m, (Ennstaler Alpen,Gesäuse)
1885 1.Beg.Planspitze-Nordwand "Inthaler-Suchanek-Führe,Inthaler Kamine",III+,580 HM,2117m, (Ennstaler Alpen,Gesäuse)
1888 1.Beg.Admonter ReichensteinNordostwand "Einstiegsvariante Brunner-Inthaler",2251m, (Ennstaler Alpen,Gesäuse)
1888 1.Beg.Admonter Reichenstein-Nordostwand mittlerer Wandbereich "Schmitt Variante",2251m, (Ennstaler Alpen)
1890 Beg.Planspitze-Nordwand,2117m, (Ennstaler Alpen,Gesäuse)
1890 Beg.Admonter Reichenstein-Nordwand,2251m, (Ennstaler Alpen,Gesäuse)
1894 1.Beg.Tieflimauer Hauptgipfel-Ostkamm,1820m, (Ennstaler Alpen,Gesäuse)

G.Schauer, Isny im Allgäu

Daniel Innthaler der bekannte vorzügliche Führer hat seinen ständigen Wohnsitz in Nasswald Post Singerin genommen, woselbst er nicht nur an Sonn- und Feiertagen, wie bisher, sondern auch an Wochentagen für eventuelle Touren bereit ist.
Quelle: Österreichische Touristenzeitung 1896, Nr.10 , 15. Mai 1896, Seite 123

Daniel Innthaler (+).
Am 26. Dezember 1923 ist dieser wackere Mann und vorzügliche Bergführer von gutem, altem Schlag im 77. Lebensjahr gestorben. Schon längere Zeil an einem Magenübel leidend, war er kurz vor Weihnachten aus der Wiener Klinik, wo er sich von einer Operation Heilung versprochen hatte, in seine Heimat Naßwald am Fuße der Rax heimgekehrt und wurde nun dort zu Grabe getragen.
1847 geboren, war er später im Knappenwerk und als Holzknecht tätig, und benützte seine freie Zeit zum Felsklettern, das ihn in den Kahlmäuern der Rax, den Zerbenriegelsteig, den Danielsteig und das Innthalerband entdecken ließ. Zuerst nebenbei als Führer tätig, wurde er 1884 autorisiert, und kam dann auch in fremde
Alpengebiete, wo er sich stets gut bewährt hat. Seine berühmteste Leistung war die erste Durchkletterung der Planspitz-Nordwand im Gesäuse (Juli 1885), wo der schwierige Kamin nach ihm benannt wurde. Noch persönlich mit Zsigmondy und dessen Freunden bekannt, machte er die ganze Entwicklung des Alpinismus mit und war eine der bekanntesten Gestalten im Wiener Bergsteigerkreis. lange als bester Kletterer geltend Unternehmungslustig, wohlerfahren, treu und bieder und stets hilfsbereit in Rat und Tat, war er vorbildlich als Mensch wie als Bergsteiger und Führer, was seine allseitige Beliebtheit voll und ganz rechtfertigt. Darum wird er auch unvergessen bleiben und legendär werden, denn der Name Daniel Innthaler klingt mit Recht wie das Lied vom braven Mann!
H. N
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1924, Nr. 2, Seite 19-20

Daniel Innthaler (+)
Der bekannte, weit über die Grenzen seiner Heimat gerühmte Raxführer Daniel Innthaler hat zur Weihnachtszeit seine Augen für immer geschlossen. Ein hohes Greisenalter hat er, der lange Zeit kränklich war, erreicht. Dem Österreichischen Touristen-Klub hat er seinerzeit bei Anlegung von Weganlagen und Wegbezeichnungen viele Dienste erwiesen. Als Führer und Erstbegeher schwieriger Bergfahrten knüpfte er seinen Namen an die schöne Planspitz-Nordwand (Innthaler-Schlucht) und an die Kahlmäuer (Innthaler-Band) der Rax. An Rettungsexpeditionen in seinen heimischen Bergen hat er sich oft beteiligt und manch ein Leben dem Rachen der Berge entrissen. Nun ruht er aus von seinem mühevollen Leben, dem die Kriegszeit - wie allen alten Leuten -
hart zugesetzt hat und ruht am Fuße seiner geliebten Berge, denen er ein Lebensalter an Arbeit gewidmet hatte.
Quelle: Österreichische Touristenzeitung, Nr.2, Feber 1924, Seite 24

Daniel Innthaler (+).
Am vorigen Donnerstag abends erhielt ich von meinem Freunde Raimund Thäder aus Hirschwang die Draht­nachricht, daß in der vorhergehenden Nacht Daniel Innthaler aus Naßwald, der weitaus beste und bekannteste Führer des Rax- und Schneeberggebietes, durch Jahre hindurch der einzige Berufsführer, der schwere Gesäusefahrten zu leiten befähigt war, im 77. Lebensjahre gestorben ist. Lange Zeit kränklich, hat sich Innthaler vor kurzem einer Magenoperation auf der Klinik Hochenegg im Allgemeinen Kranken­hause unterzogen, die scheinbar erfolgreich verlaufen ist, so daß er 14 Tage vor Weihnachten die Heilanstalt verlassen konnte. Und nun haben sie ihn am vergangenen Samstag in die heimatliche Erde ge­bettet. Unvergeßlich aber bleiben seine alpinen Taten, seine Verdienste um die Erschließung der heimischen Bergwelt und seine stete Hilfesbereitschaft, wenn es galt, verstiegenen oder verunglückten Bergsteigen: beizustehen oder Abgestürzte zu bergen.
Schon lange vor seiner im Jahre 1884 erfolgten Autorisierung hat der im Jahre 1847 geborene Daniel außerhalb seines Berufes als Holzknecht, bloß aus Freude am Bergsteigen die Wände der Rax durch­klettert. Im Jahre 1878 fand er einen Durchstieg durch die Kahlmäuer, den Zerbenriegelsteig, über den er im gleichen Jahre die Wiener Alpinisten Dr. v. Böhm, Dr. Emil und Otto Zsigmondy zur Hochfläche geleitete. 1880 entdeckte er den ihm zu Ehren benannten „Danielsteig", über den er 1881 den Dr. E. Suchanek als ersten Turisten führte. Weithin bekannt wurde Innthaler, als ihm nach mehrfachen Erkundungsfahrten anfangs Juli 1885 mit Dr. E. Suchanek die erste Durchkletterung der Nordwand der Planspitze durch den nach ihm benannten schwierigen Kamin gelang, eine Bergfahrt, die damals in der ganzen alpinen Welt das größte Aufsehen erregt hat und die er am 20. August des gleichen Jahres mit Leopold Brunner wiederholte.
Von da ab wurde Innthaler vielfach für schwierige Unternehmungen im Gesäuse herangezogen. So hat er z. B. am 19. Mai 1888 mit R. Schmitt und S. Zilzer die zweite Durchkletterung der Reichen­stein-Nordwand auf der Anstiegslinie Zsigmondys vollführt. Auch der jetzt allgemein übliche Anstieg auf den Großen Oedstein über den Gamssteinsattel wurde in Abänderung des Weges der Erstersteiger von Innthaler entdeckt. Auf die Rax führte er Masini über die nach diesem benannte Gamseck-Wegänderung und war auch 1889 mit Hans Ludwig der Erste, der das Zsigmondy-Gamseck im Aufstieg beging. 1896 hat er Herrn Starke aus Wien über einen neuen Klettersteig durch die Kahlmäuer, das „Innthalerband", geführt.
Unzählige Male hat er sich — meist als Leiter — an Rettung­ und Bergungsunternehmungen beteiligt, wofür er vor Jahren durch die Verleihung des Silbernen Verdienstkreuzes ausgezeichnet wurde.
Schon vor dem Kriege hat sich Innthaler vom Führerberufe zurückgezogen und begleitete nur noch alte Bekannte auf mittel­ schweren Wegen. In den letzten Jahren hinderte ihn seine Kränklichkeit an jeder Beschäftigung und Frau Not hielt ihren Einzug in seine be­scheidene Behausung. Freunde aus den Reihen der Bergsteiger haben ihn unterstützt und seine Frau Johanna hat ihn bis zum Tode betreut. In einem Briefe vom 23. Dezember des eben beendeten Jahres, mit dem sie mir den Empfang einer Spende der Alpinen Ge­sellschaft „D'Schuhplattler" bestätigt, schreibt sie: „Mein Mann läßt Sie nochmals herzlichst grüßen, indem er glaubt, es wird vielleicht der letzte Gruß sein ..." Es ist sein letzter Gruß gewesen, denn drei Tage später, am 26. Dezember, um halb 12 Uhr nachts, hat sein berg­froher Geist die Wanderung in jene Höhen angetreten, aus denen es keine Rückkehr gibt. Die Nachricht von dem Hinscheiden des biederen, liebenswürdigen, fürsorglichen und unbedingt zuverlässigen Führers wird seine zahlreichen Freunde und alle die Vielen, die er auf schwie­rigen Pfaden sicher zur Höhe geleitet hat, mit aufrichtiger Trauer erfüllen. Sein Name aber bleibt unvergessen, solange Bergsteiger auf seinen Wegen zur lichten Höhe streben werden.
K. S.
Quelle: Der Bergsteiger 1924, 2. Jhg., Nr. 1, Seite 10


Denkmal auf der Rax.
Der Oesterr. Gebirgsverein hat zum Gedächtnis des wackeren, zu den besten ostalpinen Bergführern zählenden Mannes Daniel Innthaler bei seinem Habsburghaus, auf der Rax einen Gedenkstein errichtet.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1925, Seite 265




Geboren am:
1847
Gestorben am:
26.12.1923

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