Eisenhut Andrea

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Biografie:
Andrea Eisenhut, * München, später Kaufbeuren

Andrea Eisenhut ist eine deutsche Sportkletterin und Sportwissenschaftlerin.
In den 1980er Jahren gehörte die Kletterpionierin Andrea Eisenhut zu den stärksten deutschen Kletterinnen. Ihr gelangen Routen bis zum X. Grad, kletterte alpine Touren bis IX- und wurde oft bei Kletterwettbewerben erste Siegerin. Erstbegehungen gelangen ihr bei alpinen Sportklettereien im neunten Grad. Ihr Kletterniveau konnte sie bis 2021 halten.
Als 16 jähriges Mädchen war sie von den großen Bergsteigern und ihren Leistungen wie Walter Bonatti und Matthias Rebitsch fasziniert. Die Felsenwand im Buchenhain bei München wurde ihr erster Klettertrainingfelsen.
Nach ihrer Erstbegehung von „Apokalypse“ (IX) im oberen Donautal wurde diese Route eine der maßgeblichen Sportkletterrouten Mitte der 1980er Jahre.
Andrea Eisenhut kletterte mit 21 Jahren die „Separate“ (5.12) am El Capitain im Yosemite Valley und brach in eine männliche Domäne ein. Mit diesem aufseherregendem Erfolg trat sie an das Licht der bergsteigerischen Öffentlichkeit. Damals war für sie der VIII Grad noch ein großes Ziel.
Bald fuhr sie mit der Bahn oder per Anhalterin ins Gebirge und wagte sich an große Alpenwände, wie zum Beispiel die „Vinatzer“ an der Marmolata-Südwand, an die Cima Scotoni-Südwestwand und Tofanapfeiler an der Tofana di Rozes in den Dolomiten. Auch die Schüsselkarspitze mit dem „Bayerischen Traum“ und im Montblancgebiet die „Directe Americaine“ an der Dru-Westwand konnte sie erfolreich durchsteigen. 1982 glückte ihr zusammen mit Andreas Kubin die erste freie Begehung der „Peters-Eidenschink-Führe“,VII-, am Totenkirchl im Wilden Kaiser. Andrea Eisenhut sicherte sich 1982 die dritte Rotpunktbegehung der „Cassin“ an der Nordwand der Westlichen Zinne (Dolomiten).
1984 kletterte sie als erste Frau das „Münchner Dach“ im Altmühltal (IX-).
Ab 1989 hat sie sich mehr dem reinen Sportklettern verschrieben und ist in verschiedenen Klettergebieten auf der ganzen Welt unterwegs. Dort konnte sie bis zu dem IX. Schwierigkeitsgrad klettern. Mit Begehungen der Route „Iratechnokratie“ im Frankenjura und der Route „Die letzte Sau“ am Schleierwasserfall im Kaisergebirge drang sie als erste deutsche Kletterin in den Bereich des zehnten UIAA-Schwierigkeitsgrades vor.
1991 erkämpfte sich die Sportstudentin bei den Deutschen Meisterschaften Platz 1.
Als Dozentin für Trainingslehre an der Technischen Universität München veröffentlichte sie mehrere Bücher zum Thema Trainingslehre.

1971 1.Beg.Meisules dla Bièsces „Traumpfeiler“,VIII,2996m, (Sellastock,Dolomiten)
1979 Freie Beg.Rosengartenspitze-Ostwand „Stegerführe“,VI-,600 HM,2981m, (Rosengarten)
1979 1. Beg.Fleischbankpfeiler „Rebitschrisse“,VI/A0,255 HM,2187m, (Wilder Kaiser)
1980 Beg.Marmolata Punta di Rocca-Südwand „Vinatzer-Castiglioni/Messner“,VI+/A2,800 HM,3309m, (Dolomiten)
1980 Beg.Fleischbank-Ostwand-Direkter Ostkamin „Schmuckkamin“,VI,400 HM,2187m, (Wilder Kaiser)
1980 Beg.Oberer Berggeistturm Südwestwand „Cukrowsky“,VI,2250m, (Wettersteingebirge)
1981 Freie Beg.Tofana di Rozes-Südwand-Tofanapfeiler „Pilastro-Route“,VII+,2820m, (Ampezzaner Dolomiten)
1981 Freie Beg.Große Zinne Nordwand „Comiciführe“,VII,400 HM,2999m, (Sextener Dolomiten)
1981 Freie Beg.Fleischbank-Direkte Ostwand „Rebitsch-Spiegl“,VII-,400 HM,2187m, (Wilder Kaiser)
1981 Beg.Joshua Tree bis VIII, (Kalifornien)
1981 Beg.El Capitan-Westwand,VII+,2307m, (Yosemite Valley)
1982 Freie Beg.El Capitan „Separate Reality“,VIII+,2307m, (Yosemite Valley)
1982 Freie Beg. „Bircheff-Williams”,VIII-, (Yosemite Valley)
1982 Freie Beg. „Roadside Attraction“,VIII+, (Yosemite Valley)
1982 Freie Beg. „Short Circuit“,VIII, (Yosemite Valley)
1982 Freie Beg. „La Escuela“,VIII-, (Yosemite Valley)
1982 1.Freie Frauenbeg.Schüsselkarspitze-Südwand „Bayerischer Traum“,VIII,300 HM,2537m, (Wetterstein)
1982 3.Freie Beg.Westliche Zinne-Nordwand „Cassin“,VIII-,450 HM,2973m, (Sextener Dolomiten)
1982 Freie Beg.Aiguille de Blaitiére-Westwand „Brownriss“,VII-,800 HM,3522m, (Montblancgebiet)
1982 Freie Beg.Aiguille du Midi-Südwand „Contamineführe“,VIII-/A1,200 HM,3842m, (Montblancgebiet)
1982 Freie Beg.Fleischbank-Südostverschneidung „Moser-Weiß“,VII+,2187m, (Wilder Kaiser)
1982 Beg.Rotwand-Südwestwand „Hermann Buhl-Gedächtnisweg/Hasse-Brandler“,VII,400 HM,2806m, (Rosengarten)
1982 Beg.Punta Civetta-Nordwestwand „Aste-Susatti”,VI+/A1,770 HM,2920m, (Civetta,Dolomiten)
1982 Beg.Cima-Scotoni-Südwestwand,2874m, (Fanesgruppe)
1982 1.Beg.Westliche Zinne „Touch and go“,VIII+, (Oberes Donautal)
1983 1.Frauenbeg.Richard Wagner-Fels „Magnet“,IX, (Frankenjura)
1983 1.Frauenbeg.Richard Wagner-Fels „Kurzgewachsene“,IX, (Frankenjura)
1984 2.Beg.u.1.Frauenbeg.Gößweinsteiner Wände „No chance with galoshkies“,IX, (Frankenjura)
1984 1.Frauenbeg. „Wolkensteiner Überhang“,IX, (Frankenjura)
1984 1.Frauenbeg. „Münchner Dach“,IX-, (Altmühltal,Frankenjura)
1984 1.Beg. „Apocalypse“,IX, (Oberes Donautal)
1984 1.Freie Frauenbeg.Obere Gößweinsteiner Wand „Sautanz”,IX-,25 KM, (Frankenjura)
1984 1.Frauenbeg. „Cassin the trance“,IX,
1985 1.Frauenbeg.Krottenseer Turm „Hitch Hike the Plane“,IX+, (Frankenjura)
1985 Beg. „Supercrack“,IX, (Shawangunks,USA)
1986 Beg. „Parties Carrées“,IX, (Buoux,Südfrankreich)
1986 Beg.Petit Dru Direkte Westwand „Direkte Americaine,Harlin-Robbins“,VI/A2,1000 HM,3733m, (Montblancgebiet)
1987 Beg. „Pichenibulle“,IX-, (Verdon,Südfrankreich)
Beg. „Megafoot“,VIII, (Verdon,Südfrankreich)
Beg.Colodri-Südwand „Zanzara e labbra d’oro“,VII+, (Gardaseeberge)
1.Beg. „Verdonpfeiler“,VIII, (Oberes Donautal)
1.Beg. "Touch and go",VIII+, (Oberes Donautal)
1.Frauenbeg.Krottenseer Turm-Westwand „Iratechnokratie“,IX+/X-,25 KM, (Frankenjura)
1.Frauenbeg „Die letzte Sau“,IX+/X-, (8a),25 KM, (Schleierwasserfall,Kaisergebirge)

Gerd Schauer, Isny im Allgäu

Quelle: Alpinismus 1982, Heft 12, Seite 10





Geboren am:
25.05.1961