Bauerreiß Fritz
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Biografie:
Fritz Bauerreiß zum Gedenken.
Ich schlage mein Bergfahrtenbuch auf und blättere 34 Fahre zurück. Da ist es, das Jahr 1904 — Marltgrat, Langkofel, Zwölfer, Einser, Zinnen! Die Sextner Sonnenuhr greift in mein Schicksal ein, und Fritz Bauerreiß ist es,
mit dem ich in jugendlicher Tatenlust die gesegnete Pforte des Fischleinbodens durchschreite.
Eine selige Zeit beginnt für uns zwei. Gleichgestimmtes Erfassen des Sinnes der Bergsteigerei läßt uns herzinnige Freunde werden — es ist ja so wunderbar schön, jung zu sein, draufgängerisch sein Glück zu suchen und Schönheit zu ernten! — And die Ernte quillt aus den vereisten Wänden des Zwölfers, als wir unser junges Leben dem Stärkeren entwinden, sie erfüllt uns mit namenlosem Glück, da wir dem Sextner Bergland vom Einser her ins leuchtende Antlitz schauen und reicht uns beiden begeistert nach Erfüllung Stürmenden endlich das heißersehnte Erlebnis in den Zinnenwänden.
Fritz, Du mein Herzensfreund der Jugendzeit — was waren wir doch damals für glückliche Menschen! Ein hartes Leben trieb uns dann auf Irrwegen dahin, der Kampf ums Dasein überschattete unsere goldenen Jugendträume, und der große, endlose Krieg mit Waffen und Ideen warf sich zwischen uns. Und doch durchbrach das sieghafte Leuchten unserer alten Bergkameradschaft den grauen Alltag Deiner Schmerzen, als ich Dich, den Klubbruder, 1934 aufrief, mein Bergbekenntnis von Sexten zu hören. Da fanden sich wieder unsere Hände, die alten Herzen brachen auf und unsere Jugenderinnerungen feierten festliche Auferstehung.
Nun stehst Du, Lieber, über allem Irdischen, ein Erlöster, ein Sieger über die Nacht des Todes, denn der starke Geist Deiner Treue verweht erst mit dem Atem derer, die Dich liebten.
Fritz Bauerreiß, Kamerad, Freund, Klubbruder — ein letztes Bergheil!
Otto L a n g l.
Quelle: Österr. Alpenzeitung 1938, Folge 1199, Seite 259-260