Südwestpfeiler (auch Öfelepfeiler oder Rebitschpfeiler)

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Routen Details:
Erste Begehung durch Mathias (Hias) Rebitsch, Hans Frenademetz und Sebatian (Wastl) Mariner 1935
Schwierigkeit: VI+ und mehrere Passagen A0 oder VII- in freier Kletterei, eine kurze Einzelstelle in der 9.Seillänge (5m-Wandl) eher VII.

Öfelekopf (2490 m). 1. Ersteigung über den Südwestpfeiler am 9. Juni 1935 durch Hias Rebitsch, Hans Frenademetz und Wastl Mariner (Innsbruck).
Rechts der großen Südwandschlucht (östlich des Südwestwandweges) strebt ein schmaler Pfeiler senkrecht aufwärts, der oben von gelben Überhängen abgeschlossen wird. Im obersten Teil setzt sich eine turmbesetzte Gratkante fort, die direkt zum Steinmann führt.
In der rechten Pfeilerwand ist ein schräg rechts aufwärts ziehender Riß sichtbar, der, an der Pfeilerkante beginnend, die in halber Wandhöhe befindliche große Einbuchtung rechts des Pfeilers erreicht.
Die Rißreihe wird etwa 120 m verfolgt (bis unter einen riesigen Überhang). Aus einem schmalen Band 20 m nach links auf ein Köpfl. 3 m links abwärts und über ein glattes Wandt in eine gelbe Nische (Haken). Links um die Kante und über eine 20 m hohe senkrechte, kleingriffige Wandstufe auf eine Kanzel. 10 m schräg links aufwärts zu Standplatz 4 m nach links und über den Überhang absteigend auf ein Köpfl. Steigender Quergang links aufwärts zum Beginn einer gelben, überhangenden Verschneidung (Standplatz). 3 m empor und in der grauen, überhangenden Wand rechts aufwärts in einen Riß. Gerade weiter unter gewaltige, gelbe Überhänge. Unter diese links aufwärts zum Beginn einer schrägen Rampe (Standplatz). Über die Rampe und den fortsetzenden,
senkrechten Riß auf ein Köpfl. Über das glatte Wandl (Haken) und Quergang nach links in leichteres Gelände. (Bis hieher fast durchwegs äußerst schwierig.) Schwach links ansteigend in einen brüchigen Kamin, später rechts ansteigend noch 60 m in ein Schartl. Jetzt in eine Rinne absteigend, dann entweder durch einen rißartigen Kamin links, oder durch die Rinne rechts aufwärts (später nach links weiter) aus die Gratkante. Diese in brüchigem Fels verfolgend zum Gipfelsteinmann.
Kletterzeit der Erstersteiger: 11 Stunden. Äußerst schwierig. Diese Fahrt zählt zu den schwierigsten Bergfahrten im Wetterstein.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1936, Folge 1175, Seite 275-276

Öfelekopf(2490 m). 1. Begehung des Südwestpfeilers. Hias Rebitsch, Fanz Frenademetz und Wastl Mariner (Innsbruck) am 9. Juni 1935. J. d. A. A.-K. Innsbruck 1938, S. 82
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1203, Seite

Am 4. April 1948 durchstiegen die beiden Innsbrucker Toni Braun und Edi Poconi den Südpfeiler des Öfelekopfes erstmals im Winter. Damit ist der letzte der großen Wetterstein-Südanstiege im Winter begangen.
W. M
Quelle: Berge und Heimat 1948, Heft 6, Seite 167

Von den klassischen Routen an der Wetterstein Südseite mit Sicherheit immer noch die anspruchsvollste Klettertour, auch von den Gesamtanforderungen her betrachtet. Langer Zu- und Abstieg mit oftmals schwieriger Orientierung.
Die Route selbst bewegt sich in teilweise brüchigem Gestein, auch in den schwereren Seillängen teilweise mit Bedacht zu klettern. Die gesamte Tour weist klassisch-alpinen Charakter auf, keine Spuren von Sanierungsaktivitäten und überwiegend bis zu 80 Jahre altes Hakenmaterial (sicher mehr als die Erstbegeher damals verwendet haben dürften, aber immer noch nicht übernagelt, zumal einige Haken inzwischen schon wieder fehlen - Vergleich M.Lutz zwischen einer Begehung 1978 und einer weiteren im Jahr 2010).
Diese Route, ja der gesamte Öfelekopf sollte im "klassischen" Zustand verbleiben, auch als Kontrast zum "Schüsselkar".

Anpruchsvolle Wand- und Rißkletterei, teilweise gefinkelte Routenführung, es muß in der 6.Seillänge auch 'mal im VI.Grad abgeklettert werden, aber das erhöht nur den Reiz. Wiederholer benötigen neben einem Sortiment Camlots bis Gr.3, Stoppern auch ein kleines Hakensortiment, da Haken unter Umständen fehlen, bzw. nachgebessert werden müssen.
In den 10 Jahren vor meiner zweiten Wiederholung dieses Klassikers hat die Route nur 4 Seilschaften gesehen, also wirklich etwas für alpin erfahrene und auch so eingestellte Kletterer.
ml - 2015

Öfelekopf-Südwestpfeiler:
Erste Winterbegehung durch T. Braun, E. Bozzoni, 28. 3. 1948.
Quelle: Der Bergsteiger 1979, Heft 1, Seite 29
Datum erste Besteigung:
09.06.1935
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
28.03.1948
Gipfel:
Öfelekopf Westgipfel
Grafik:




application/pdf Öfelekopf SW-Pfeiler.pdf
Erste(r) Besteiger(in):
Frenademetz Hans
Mariner Sebastian
Rebitsch Matthias
Erste(r) Winter-Besteiger(in)
Bozzoni Ettore
Braun Toni