Südostkante

(Bearbeiten)
Routen Details:
Großer Ödstein (2355 m). 1. Ersteigung über die Südostkante am 1. November 1937 durch Hubert Peterka und Karl Fischer.
Allgemeines: Der Südostabsturz gegen den Rinnerstein zerfällt in zwei grundverschiedene Hälften.
Der untere Teil besteht aus weniger steilen Platten und Gamsgärten, der obere aus einer vollkommen glatten
Wand. Wo letztere nach rechts umbiegt, stürzt eine ungegliederte Kante ab; in ihrer Fortsetzung ist ein langer
Kamin eingeschnitten. Weiter rechts mündet ober einer kurzen Steilstufe jene Trennungsschlucht, welche vom
Abseilturm abstreicht und Großen Ödstein und Ödsteinkarwand scheidet. Durch diese Südostschlucht leitet der
Anstieg Guido Mayer-Friedmann (1919) zum Abseilturm oder zum obersten Gipfelaufbau des Ödsteins; ab Schluchtbeginn der Anstieg Kolb (1921) auf die Ödsteinkarwand. Die Südostkante trägt die Höhenkote 2126.
Einzelheiten: Aus dem kleinen Kar ober dem Rinnerstein zu einer weniger steilen Plattentafel und auf die Gamsgärten empor. Man hält sich in der Fallinie der Südostkante aufwärts und erreicht einen Sporn, in welchem ein auffallender Kamin eingeschnitten ist. Einstieg unmittelbar bei Beginn dieses Kamins und im geraden Anstieg zur glatten Wandkante hinauf (Steinmann). In prächtiger Kletterei nach 150 m bei abnehmender Steilheit zu einer glatten Platte nach links hinaus. Wenige Meter gerade hoch, nachher an der gerillten Platte Quergang nach rechts auswärts in eine kleine Scharte (Steinmann). An der senkrechten Wand entlang und durch einen kleinen Kamin auf einen engen Absatz. Nun Quergang nach linfg auf die steil aufstrebende Kante und 20 m gerade hinauf zu gutem Blockstand. Immer an der senkrechten, ausgesetzten Kante in erstklassigem Fels empor, dann nach links und mit Hilfe eines kleinen Risses zu abermaligem guten Stand. Nach 25 m wird ein schmales Band (Steinmann) in geringerer Steilheit erreicht, halbrechts eine Seillänge weiter und auf ein zweites Band hinauf. Bei Überhängen Steinmann und Karte. Unmittelbar durch den Spalt und wieder nach links hinaus zu einem Riß. Über die anschließenden herrlichen Platten kerzengerade weiter und bei abnehmender Steilheit wird die gratartige Fortsetzung der Kante erreicht (Steinmann). Diese leitet unmittelbar zum Gipfel.
Sehr schwierige Kletterei in prächtigem, eisenfestem Fels. Kletterzeit 3 Stunden.
Die schönste Bergfahrt ober dem Rinnerstein.
Quelle: Österr. Alpenzeitung 1938, Folge 1193, Seite 115

Großer Ödstein (2355 m). 1. Ersteigung über die Südostkante. Hubert Peterka und Karl Fischer am 1. November 1937. Ö.A.Z. 1938, S. 115.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1203, Seite 99
Datum erste Besteigung:
01.11.1937
Gipfel:
Ödstein Großer
Erste(r) Besteiger(in):
Fischer Karl
Peterka Hubert