Schöpf Gottfried (Führer)

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Biografie:
Führer aus Sölden

Am 20. Oktober 1948 ist Gottfried Schöpf, einer der besten Tiroler Führer aus Pitze bei Sölden im Ötztal, tödlich verunglückt. Sein 17-jähriger Sohn Ulrich grub oberhalb der Häuser von Pitze Holzstöcke aus und ließ sie an einer bestimmten Stelle den Abhang hinunter, nicht ohne daß er vorher durch lautes Rufen darauf aufmerksam gemacht hätte. Dabei wurde Vater Schöpf von einem Holzstock erschlagen. Er hinterließ eine Witwe, Josefine (aus St. Anton am Arlberg) und 9 Kinder im Alter von 8 bis 26 Jahren, Darunter vier Mädchen. - Schöpf wurde in Sölden zu Grabe getragen. Die Bergführer des ganzen Ötztales gaben ihrem toten Kameraden fast vollzählig das letzte Geleit.
Ale Bergführer war Gottfried Schöpf - geboren 1876 - sehr beliebt und erfahren in Eis und Fels. 1902 wurde er Führeranwärter, 1906 bekam er das Führerbuch. Seine Heimatberge kannte er alle, war aber ebenso in den Westalpen zu Hause, besonders in den Graubündner- und Berner Alpen, er bestieg 57 Viertausender, darunter dreimal das Matterhorn.
Am liebsten erzählte er von seinen Fahrten mit Mr. E. J. Montgomery, einem nahen Verwandten des bekannten Feldmarschalls. Er führte ihn 16 Sommer lang, davon 10 in die Schweiz; mit ihm bestieg er die meisten Viertausender, so Jungfrau, Mönch, Matterhorn, Montblanc, Weißhorn, Dent Blanche u. a. Es gibt wohl kein besseres Zeugnis für Schöpf, als daß er 16 Jahre lang denselben "Herrn" führen durfte.
Seine Ortskenntnis war unübertrefflich. So saß er mit Montgomery einmal am Piz Corvatsch im Engadin. Ein gleichzeitig anwesender Lokalführer wurde von seinem Herrn gefragt, was das da drüben für ein Berg sei. Der führer wußte es aber nicht. Montgomery sagte darauf zu dem fremden Touriften: "fragen Sie meinen Führer, er weiß es" So war es auch. Schöpf kannte den Berg. Es war der Piz Piatta. Schöpf kannte sich auch in derNatur seiner Heimatberge gut aus. So konnte er z. B. genau Bescheid geben, wie weit der Vernagtferner im Jahre 1898/99 vorgestoßen ist. Im Jahre 1947 schrieb der heute 70-jährige Montgomery an Schöpf, er komme bald wieder. Einmal müsse er noch auf die Wildspitze und wenn er hinauf kriechen müsse.
Aber zuerst vereitelten die schwierigen Verkehrsverhältnisse diese Absicht und jetzt hat es der allzufrühe Tod des braven Führers verhindert, daß die beiden alten Berggefährten sich - wie sie es so gerne getan hätten - noch einmal gemeinsamer glücklicher Bergtage erinnerten.
P.
Quelle: Berge und Heimat 1949, Heft 4, Seite 132-133

Geboren am:
1876
Gestorben am:
20.10.1948

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