Prochaska Josef

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Biografie:
Dr. Josef Prochaska.
Das frühere verdiente Mitglied des Hauptausschusses Innsbruck Rechtsanwalt Dr. Josef Prochaska ist nun 25 Jahre Vorstand der Gruppe Innsbruck der Sektion Osterr. Touristenklub. Der unermüdlich und erfolgreich wirkende Getreue ist bestens zu beglückwünschen.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1938, Seite 96

Dr. Josef Prochaska - 50 Jahre Ausschußmitglied der S. Touristenklub Innsbruck. Einer der bekanntesten Innsbrucker Bergsteiger, Rechtsanwalt Dr. Josef Prochaska, konnte im Februar 1963 auf eine 50jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Ausschußmitglied der Sektion Touristenklub Innsbruck zurückblicken. Er wurde am 13. Februar 1913 in den Ausschuß gewählt und blieb in dieser Eigenschaft - seit 1919 als Erster Vorstand - bis heute ununterbrochen tätig.
Quelle: Der Bergsteiger 1962/63 Heft 6, März 1963


Dr. Josef Prochaska — 50 Jahre Vorstand der Sektion Touristenklub des OeAV
Als der schneidige junge Oberleutnant, der eine Hochgebirgskompanie geführt hatte, aus dem Ersten Weltkrieg nach Hause kam, berief ihn seine Sektion zum Vorstand. Und daran tat sie gut, denn es gelang dem begeisterten Alpinisten und ausgezeichneten Organisator Prochaska, die übriggebliebenen und durch die Zeitläufte zersprengten Klubkameraden wieder zu sammeln und neue Idealisten für das Bergsteigen in Fels und Eis anzuwerben. 1931 führte Dr. Prochaska im Zuge des allgemeinen Beitrittes des ÖTK seine Sektion in den Alpenverein über und stellte dort sein Können und seine Erfahrung als Verwaltungsausschußmitglied zur Verfügung. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in Frankreich und Rußland. Im Zivilberuf ist Dr. Prochaska Rechtsanwalt und übt diesen in eingeschränktem Umfange noch aus. Nach wie vor ist er den begeisterten vielseitigen Sportlern zuzuzählen, besonders aber den aktiven Bergsteigern und Skiläufern. Er kennt die Berge seiner engeren Heimat Tirol in Nord und Süd, wie er auch berühmte Grate, Wände und Gipfel der Westalpen meisterte. Bei Skirennen, welche auch für seine Altersklasse III d (65 Jahre und mehr) offen sind, ist ihm ein vorderster, wenn nicht gar der erste Platz auch heute noch sicher. Als Sportler verbindet er mit seinem weitbekannten Namen große Verdienste in organisatorischer Hinsicht; dafür ehrte ihn das Land Tirol als siebzehnten Träger mit dem Landessportabzeichen.
(AVP)
Quelle: Der Bergsteiger 1969, Heft 5, Seite 378-379

Dr. Josef Prochaska, 50 Jahre erster Vorstand der Sektion Touristenklub des Österreichischen Alpenvereins
Aus der umfangreichen Geschichte der österreichischen Alpenvereinssektionen sind bisher wenige Fälle bekannt, daß eine Sektion fünfzig Jahre lang den gleichen ersten Vorstand hatte. Ein solcher Fall spielt sich mitten in unserem Innsbrucker Alpenvereinsleben ab.
Dr. Josef Prochaska winde am 19. Juli 1888 in Brandenberg in Tirol geboren. Er hat demnach auch bereits sein achtzigstes Lebensjahr vollendet. Schon 1913 trat er der Sektion Innsbruck des österreichischen Touristenklubs bei. Im ersten Weltkrieg, der bald darauf entbrannte, war Dr. Prochaska allerdings nicht touristisch-sportlich, sondern als Soldat und Verteidiger seiner Heimat am Monte Pasubio und in den Gletschern und Eiswänden des Ortlergebietes kämpfend eingesetzt. Er führte als Oberleutnant der Reserve eine Hochgebirgskompanie und wurde zweimal verwundet.
Bald nach seiner Rückkehr aus dem Kriege wurde er von der Sektion zum ersten Vorstand gewählt, um die übriggebliebenen und durch die Zeitläufe zersprengten Mitglieder wieder zu sammeln und neue Idealisten für das Bergsteigen anzuwerben.
1931 führte Dr. Prochaska im Zuge des allgemeinen Beitrittes des ÖTK seine Sektion in den Alpenverein über. Zur kräftigeren Verwurzelung des neuen Zuwachses im großen Alpenverein wurde Dr. Prochaska auch gleich in den damaligen Verwaltungsausschuß Innsbruck berufen, in dem er bis 1934, in dem turnusmäßig der Sitz des Alpenvereines nach Stuttgart übersiedelte, verblieb. Im zweiten Weltkriege kämpfte Dr. Prochaska in Frankreich und dann als Major der Reserve in Rußland, wo er als Kommandeur einer Werferabteilung mit dieser sich in Welikije Luki einschließen lassen und dann die verlustreichen Rückzüge mitmachen mußte.
Von Zivilberuf ist Dr. Prochaska Rechtsanwalt. Er hat aber seine Kanzlei bereits seit Jahren übergeben, ohne sich dabei die weitere praktische Mitarbeit in diesem Lebensberufe zu versagen. Dr. Prochaska war und ist immer noch ein begeisterter vielseitiger Sportler, besonders aber aktiver Bergsteiger und Skiläufer. Als Bergsteiger kennt er nicht nur die Berge seiner engeren Heimat Tirol in Nord und Süd gründlich, sondern hat er auch berühmte Grate, Wände und Gipfel der Westalpen nicht nur beschnuppert, sondern gemeistert. Als Sportler hat er sich im Lande einen Namen gemacht und auch große organisatorische Verdienste erworben, so daß ihn das Land als siebzehnten Träger mit dem gleichen Tiroler Landessportabzeichen ehrte wie z. B. Toni Sailer. Als Skiläufer ist er wohl an jedem Wochenende der Wintersportsaison mit seinen Brettln, die zeitgemäßerweise auch nicht mehr aus Holz sind, in den Bergen. Bei Skirennen, welche auch für seine Altersklasse III d (65 Jahre und mehr) offen sind, ist ihm ein vorderster, wenn nicht gar der erste Platz auch heute noch sicher. Das macht ihm vermutlich kein Achtzigjähriger so leicht nach. So erscheint Dr. Prochaska im breiten Rampenlichte. Nun aber gilt es noch — dem Anlaß entsprechend — einen Scheinwerferstrahl auf sein Wirken in seiner Sektion Touristenklub Innsbruck zu richten :
1928 erfolgte der erste Umbau des Patscherkofel-Schutzhauses, das bis zum Ende des ersten Krieges den Namen „Kaiser-Franz-Josef-Schutzhaus" getragen hatte. Der Umbau umfaßte vor allem den Neubau des derzeitigen großen Gästeraumes mit dem anstoßenden „Winkler-Zimmer" an der langen Westseite der Hütte. 1930 wurde im Betreuungsgebiete der sektionseigenen Edmund-Graf-Hütte der Rifflerweg zum Lattenjoch gebaut. 1931 ließ Dr. Prochaska die kleine hölzerne Peter-Anich-Hütte auf das heute bestehende Maß vergrößern. 1933 wurde von der Sektion unter körperlicher Mitarbeit ihres ersten Vorstandes der „Jubiläumsweg" von Gschnitz hinauf bis zur Innsbrucker Hütte am Habicht angelegt. Mit Hilfe dieses Weges konnte dann 1935 bereits die zweit« Vergrößerung der Innsbrucker Hütte durchgeführt werden. (Die erste Vergrößerung war noch lange vor dem ersten Weltkrieg und daher vor der Ära Dr. Prochaska erfolgt) Gleichzeitig hatte Dr. Prochaska den Bau des neuen „Schwarzschrofenweges", des nunmehrigen Normalaufstieges zur Edmund-Graf-Hütte in Gang gebracht, und beendet. 1959/60 wurde dann vom inneren Gschnitz aus zur Innsbrucker Hütte hinauf eine Materialseilbahn erstellt, um mit ihrer Hilfe später einmal einen Hüttenneubau leichter durchführen zu können. 1962/63 mußte das Patscherkofelhaus durch Um- und Zubauten der damals erfolgten Leistungssteigerung der Patscherkofelbahn angepaßt werden. Dabei wurde aus der alten hölzernen Veranda an der Südseite des Hauses ein großer Speisesaal. 1966 erhielt das Schutzhaus noch eine nun sehr beliebte Sonnenterrasse. Und 1968 wurde die Innsbrucker Hütte einer halbswegs gelungenen Modernisierung unterzogen; ein vollkommener Neubau der Hütte ist derzeit noch nicht finanzierbar.
Alle diese sektionswichtigen Aktionen hat Dr. Prochaska nicht nur im Auftrage der Sektionsmitglieder vollzogen, sondern großteils selbst angeregt. Ja, es war sogar nicht immer leicht, den ersten Vorstand in seinem uneigennützigen sprühenden Eifer im Aufgreifen von Planungs- und Bauabsichten zu zügeln, so beschäftigte er sich mit seinen Pflichten und Aufgaben als Leiter der Sektion, die sich gerne ihm anvertraute. „Man muß viel fordern, um wenigstens etwas zu erreichen", das scheint sein Grundsatz als Bergsteiger, Skiläufer sowie als Sektionsvorstand zu sein. Die Erfolge bestätigen die Richtigkeit. Darum konnte die Sektion die Verdienste eines nunmehr 50jährigen Wirkens mit der einstimmig beschlossenen Umbenennung des Patscherkofelhauses in „Dr. Prochaska-Haus" würdigen. Und daß die Jugendarbeit der Sektion einen außergewöhnlich starken Zuwachs an rührigen Jungmannen, Jungmädchen und Jugend brachte, wird dem trotz seiner 80 Lebensjahre jung gebliebenen Jubilar eine Genugtuung für seine Bemühungen bedeuten.
Seine Person und seine Leistungen sind aus Tirol, aus Innsbruck, aus dem Österreichischen Alpenverein und schon gar nicht mehr aus seiner Sektion wegzudenken. Wir gratulieren ihm zu dieser gewiß allgemeingültigen Feststellung, wir gratulieren aber auch uns selber, die wir unseren lieben Dr. Prochaska haben dürfen und noch lange haben wollen.
Payr
Quelle: Mitteilungen des ÖAV 1969, Heft 5/6, Seite 103

Prochaska Josef, * Brandenberg (Tirol), später Kitzbühel, Innsbruck,
Schon 1913 war Prochaska Mitglied der Sektion Innsbruck des Österreichischen Touristenklubs und 50 Jahre 1.Vorsitzender.Auch im katholisch ausgerichteten Akademischen Alpinen Verein Innsbruck war er aktiv.
Bald nach seiner Rückkehr aus dem Kriege wurde er von der Sektion zum ersten Vorstand gewählt, um die übriggebliebenen und durch die Zeitläufe zersprengten Mitglieder wieder zu sammeln und neue Idealisten für das Bergsteigen zu gewinnen.
1931 führte Dr. Prochaska im Zuge des allgemeinen Beitrittes des ÖTK seine Sektion in den Alpenverein über.
Dr. Prochaska war immer ein begeisterter vielseitiger Sportler, besonders aber aktiver Bergsteiger, Skiläufer und Eisläufer. Als Bergsteiger kennt er nicht nur die Berge seiner engeren Heimat Tirol, sondern hat er auch berühmte Grate, Wände und Gipfel der Westalpen bestiegen.



Geboren am:
19.07.1888
Gestorben am:
03.08.1974

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