Lackner Erich Dr.

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Biografie:
geboren in Wien (Österreich)

Quelle: Der Bergsteiger 1973, Seite 499

Erich Lackner,
Wiener Spitzenbergsteiger und gefürchteter Autofahrer, war im letzten Sommer in Norwegen, wo ihm die zweite Begehung der Norwegerführe in der mehr als 1000 m hohen Trollwand gelang. Lackner und seine zwei Gefährten nützten den langen nordischen Tag bis zum letzten Licht: 22 Stunden ist es hell — und so lange waren sie am ersten Tag unterwegs. (»Nur hinauf — ich habe noch in keiner Wand ein so unangenehmes Gefühl gehabt.«) Am übernächsten Tag, nach 36 Stunden reiner Kletterzeit, erreichte die Dreierseilschaft den Gipfel. — Die Erstbegeher benötigten 1965 fast 14 Tage.
Quelle: Der Bergsteiger 1974, Heft 1, Seite 34

Lackner Erich Dr.*17. 2. 1948 Wien; Sportwissenschaftler. Typus des modernen Berufsbergsteigers. Seit 1971 Berg- und Skiführer. Hat sich in den letzten Jahren als Bergfilmer profiliert. Kennt die großen Routen in Gesäuse, Kaiser, Wetterstein und Dolomiten (u. a. Civetta, Andrich/Faé; Philipp/Flamm; Torre Trieste, Carlesso; Langkofel-Direkte-Nordwand, zweite Begehung; Marmolada-Südwand, Südtiroler Weg, erster Alleingang); in den Westalpen die meisten klassischen Eiswände der Berner Alpen, Wetterhorn Direkter-Westpfeiler, fünfte Begehung; Matterhorn-Nordwand; Bonattipfeiler; Walkerpfeiler; Petites-Jorasses-Westwand; Triolet-Nordwand; Fréneypfeiler; Droites-Berglandpfeiler, erste Begehung (1969).
Expeditionen: K6-Expedition (1970); Huascarán (6768 m)-Ostwand, erste Begehung (1972); Trollryggen-Ostwand, Norwegerführe, zweite Begehung (1973); Yalung Kang (Kangchenjunga-Mittelgipfel, 8438 m), zweite Besteigung (1975); Logan Mountains (Kanada), 1977.
Quelle: Der Bergsteiger 1982, Heft 10, Seite 27

Erich Lackner
Vita Erich Lackner wurde am 17.2.1948 in Wien geboren. Schulausbildung bis zum Jahr 1967 (Abschluß mit der Matura in Nachrichten- und Hochfrequenztechnik an der Technischen Lehr- und Versuchsanstalt in Mödling). Zunächst Studium der Physik und Mathematik, dann, wohl unter dem Einfluß des Bergsteigens, Wechsel zu Sportwissenschaft und Psychologie. 1979 Studienabschluß und Promotion. Bergführer und Skilehrer; Lehrbeauftragter am Institut für Sportwissenschaften in Wien. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen kam Erich 1979 zum Filmen. Die Filmerei, heute selbständig betrieben, ist seine derzeitige Existenzgrundlage. Verheiratet, ein Kind.
Chronik 1966 Beginn der Extremkletterei. 1967 ging er sämtliche Direttissimas an den Nordwänden der Drei Zinnen, den Walker-Pfeiler und den Bonatti-Pfeiler. Ab 1969 folgten die Matterhorn-Nordwand, der Freneypfeiler am Montblanc (7. Beg.), die 1. Begehung des Berglandpfeilers an den Droites, die 1. Solobeg. des Südtiroler Wegs an der Marmolada-Südwand und der Peternschartenkopf-Nordwand im Gesäuse, die Erstbesteigung des K 6 (7283 m) im Karakorum, die 1. Beg. der Direkten Ostwand des Huascarán, die 2. Beg. der Norwegerroute an der Trollwand. Neben zahlreichen anderen Extremrouten gelangen ihm so bedeutende Routen wie die 1. Beg. der Südwand des Yalung Kang (8438 m), einige Erstbegehungen im Gebiet um den Lotus Flower Tower und die Nose am El Capitan. Seit 1979 klettert Erich im Eis winterlicher Wasserfälle; er ist einer der Pioniere dieser Sportart im kontinentalen Europa.
Erich arbeitete an folgenden Filmproduktionen mit: »Eisiges Abenteuer«, ein Film über das Wasserfall-Eisklettern; »Der Weg ist das Ziel«, dem Film von Gerhard Baur über die Eiger-Tragödie von 1936 (Erich spielte die Rolle des Edi Rainer). Beide Filme 1980. Erich erhielt auch schon Preise für eigene Filmproduktionen: 1981 in Trient den Preis der Nationen für die Filme »Sportklettern« und »Die Wand«. Im selben Jahr erhielt er den Preis »De Cinegram« (Schweiz), ebenfalls für »Die Wand«. Derzeit arbeitet er an diversen Produktionen des Österreichischen Rundfunks, für den er schon einige Bergsteiger-Porträts filmte (z. B. Heinz Mariacher, Peter Perner). Die Filmerei bedeutet für Erich eine ganz eigene, kreative und aussagekräftige Art der Auseinandersetzung mit dem Gebirge. Man darf gespannt sein, welche Wege er in Zukunft mit dem Medium Film noch gehen wird.
J. Skone
Quelle: Der Bergsteiger 1983, Heft 12, Seite 67-68


1967 Beg.Drei Zinnen-Nordwände sämtliche Direttissimas, (Sextener Dolomiten)
1967 Beg.Grandes Jorasses-Walkerpfeiler,VI/A1,1200 HM,4208m, (Montblancgebiet)
1967 Beg.Petit Dru-Südwestpfeiler „Bonattipfeiler“,VI/A2,1100 HM,3733m, (Montblancgebiet)
1967 1.Beg.Neunerkogel-Nordwestverschneidung,VI,450 HM,1904m, (Totes Gebirge)
1969 1.Beg.Großwand-Nordwestpfeiler „Elisabethpfeiler",V+/A2,400 HM,2413m, (Dachsteingebirge)
1969 1.Beg.Neunerkogel-Ostwand,V+,1904m, (Totes Gebirge)
1969 3.Beg.u.1.Alleinbeg.Marmolata di Penia-Südwand „Südtiroler Weg“,VI/A3,700 HM,3309m,
(Dolomiten)
1969 4.Beg.Marmolata di Penia-Südwand „Südtiroler Weg“,VI/A3,700 HM,3309m, (Dolomiten)
1969 Beg.Matterhorn-Nordwand „Schmid-Route“,V,60°,1100 HM,4478m, (Walliser Alpen)
1969 8.Beg.Montblanc-Frêney-Zentralpfeiler,VI/A1,650 HM,4807m, (Montblancgebiet)
1969 1.Beg.Droites-Direkte Ostnordostwand „Berglandpfeiler“,VI,940 HM,4000m, (Montblancgebiet)
1969 Beg.Peternschartenkopf-Nordwand,V+,450 HM,2154m, (Ennstaler Alpen,Gesäuse)
1970 1.Best.K 6,7283 m, (Karakorum)
1971 1.Beg.Scharwandeck-Ostverschneidung,V+/A2,200 HM,2050m, (Dachsteingebirge)
1971 5.Beg.Scheidegg-Wetterhorn-Direkter Westpfeiler,VI,1300 HM,3361m, (Berner Alpen)
1972 1.Beg.Huascaran-Ostwand,6768m, (Cordillera Blanca,Peru)
1973 2.Beg.Trollryggen-Ostwand „Norweger-Führe“,1000 HM, (Norwegen)
1975 2.Best.u.1.Beg.Kangchendzönga-Westgipfel (Yalung Kang) „Neue Route“,8505m,
(Himalaya,Nepal/Tibet)
1975 1.Beg.Lotus Flower Tower „Lackner-Führe“,2570m, (Northwest Territorium,Canada)
1975 Beg.El Capitan „The Nose”,VI,5.9,A1,1200 KM,2307m, (Yosemite)
1977 Best.Logan Mountains,5959m, (Territorium Yukon,Kanada),
Beg.Punta Civetta-Nordwestwand „Andrich-Fae“,VI/A2,900 KM,2892m, (Civetta,Dolomiten)
Beg.Civetta-Punta Tissi-Nordwestwand „Philipp-Flamm“,VI/A1,1130 KM,2992m, (Civettagruppe)
Beg.Torre Trieste-Südwand „Carlesso-Sandri”,VI+/A3,850 KM,2458m, (Civetta,Dolomiten)
2. Beg.Langkofel-Nordgipfel-Direkte Nordwand „Solda-Bertoldi-Weg“,VI+,1050 HM,3181m,
(Langkofelgruppe)
1.Alleinbeg.Marmolata di Penia-Südwand „Südtiroler Weg“,VI/A0,700 HM,3343m, (Dolomiten)
Beg.Aiguille de Triolet-Nordwand,60°,800 HM,3870m, (Montblancgebiet)
Beg.Petit Jorasses-Westwand,VI,650 HM,3650m, (Montblancgebiet)

Gerd Schauer, Isny im Allgäu




Geboren am:
17.02.1948

Erste Route-Begehung

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