Pichl Eduard

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Biografie:
geboren in Liesing (Österreich)
gestorben in Goisern (Österreich)

Ehrung
Der Vorstand der S. Austria, Hofrat Ingenieur Eduard Pichl, wurde in Anerkennung seiner Verdienste um die Karnische Hauptkette und deren Talgebiete von der Marktgemeinde Mauthen zum Ehrenbürger ernannt.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1928, Seite 86

Ehrung, Hofrat Ing. Eduard Pichl,
Vorstand der S. Austria, wurde nach dem Beispiel der Gemeinde Mauthen auch von der Gemeinde St. Lorenzen im Lesachtale zum Ehrenbürger ernannt. Diese beiden Ehrungen sind nicht nur persönlich erfreulich, sondern sie beweisen auch, daß sich die Bevölkerung im Gebiete der Karnischen Alpen und -Hauptkette bewußt ist, was sie dem im Rahmen des D. u. öÖ A.-V. in ihren Bergen und Tälern segensreich wirkenden Manne verdankt.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1928, Seite 218

Hofrat Eduard Pichl — 3. Ehrenbürger.
Dem Beispiel der Gemeinden Mauthen und St. Lorenzen ist nun auch Kötschach gefolgt und hat Hofrat Eduard Pichl zum Ehrenbürger von Kötschach ernannt, in Anerkennung seiner Verdienste um die Gemeinde und deren heimatliche Berge.
Quelle: Mitteilungen des DÖAV 1934, Seite 42

Hofrat Pichl wurde 70 Jahre alt.
Der langjährige Vereinsführer des ältesten und stärksten Zweiges des D. A.V., der „Austria", beging am 15. September seinen 70. Geburtstag. Man muß wissen, was Kofrat Pichl für den Wiener AV.-Zweig Austria bedeutete. Als er sich im Februar 1921 auf dringendes Zureden in der „Austria" als Wahlwerber aufstellen ließ, setzte Pichl, unbeschadet aller persönlichen Angriffe, bereits wenige Monate später die Einführung des Arierparagraphen durch, und es zeigte sich, daß die Mitgliedschaft auf das Dreifache stieg. Nach hartnäckigem Einsatz erreichte er endlich auch die Ausschließung der Sektion Donauland aus dem Gesamtverein, in der sich bekanntlich die Juden gesammelt hatten. Daß dies alles in den Jahren 1921 bis 1924 geschehen konnte, spricht für die Tatkraft Pichls, der ein Jahrzehnt später nach der Machtergreifung im Reich in arger Fehde mit der österreichischen Systemregierung stand und seinen Zweigverein über manchen gefährlichen Punkt hinwegführte, ohne die geistige Einstellung auch nur im geringsten zu verlassen.
Neben dieser sozusagen „verwaltungsmäßigen" Arbeit, die er Tag für Tag vom Morgen bis zum Abend und auch an vielen Sonntagen geleistet hatte, war und ist Pichl auch ein hervorragender Bergsteiger, der viele Erstbegehungen durchführte unk dem wir die in den Nachkriegsjahren erfolgte Erschließung des Karnischen Kammes verdanken.
Besonders im Dachsteingebiet und im Gesäuse war Pichl hervorragend bergsteigerisch tätig. Die von ihm durchgeführte erste Besteigung der Dachstein-Südwand am 27. Juli 1901 war nach damaligen Begriffen eine alpine Großtat. Bekannt ist auch die Erstbegehung der Planspitze-Nordwand (Pichlweg), des Nordgrates des Großen Buchsteins, der Sparafeld-Nordwand und der Torstein-Ostwand. Auch in den Dolomiten, im Dauphiné und in der Bernina hat Pichl beachtliche Fahrten ausgeführt. Nicht zu vergessen find seine Schöpfungen auf dem Gebiete des Schriftstellerwesens. Sein Dachsteinbuch ist wohl vielen unserer Leser bekannt, es kündet die Schönheit dieses steirischen Gebirgsstockes und ist Werber im besten Sinn des Wortes. Sein Führer durch die Karnischen Alpen beweist, wieviel Liebe er für diese südliche Alpenkette zu finden wußte, denn die Kleinarbeit, die er für dieses mustergültige Führerwerk aufwenden mutzte, war ebenso umfangreich wie die für das lexikonartige Buch „Wiens Bergsteigertum", das den Teilnehmern der AV.-Hauptversammlung in Wien 1927 überreicht wurde. Auch an den Neuauflagen des Gesäuseführers hat er entscheidend mitgewirkt; schließlich sind seine zahlreichen Aufsätze in der „Österr. Alpenzeitung", im „Bergsteiger" und in den „Austria Nachrichten" von dauerndem Wert.
Es ist unmöglich, ein wenn auch nur ganz kurzes Lebensbild Pichls zu geben, ohne sein Wirken um Georg v. Schönerer zu erwähnen. Schönerer war fein völkischer Lehrer und stetes Vorbild. An dem großen sechsbändigen Schönererwerk, das vom Führer eine besondere Förderung erfuhr und das ihm Pichl am 20. April 1938 persönlich überreichen durfte, arbeitete Pichl 29 Jahre. Inzwischen ist aus seiner Feder auch eine Volksausgabe „Georg Ritter von Schönerer" erschienen.
Als im Vorjahr seine Amtszeit als Vereinsführer der „Austria" abgelaufen war, stellte er sich doch wieder zur Verfügung, damit man ihm nie den Vorwurf machen könne, er hätte in der Notzeit dem Alpenverein seine Dienste verweigert.
Seine glücklichste Stunde war neben der Heimkehr Österreichs ins Reich der zweimalige Empfang durch den Führer. Aber auch auf die Ernennung zum Ehrenmitglied des D. A.V., bei welcher Gelegenheit ihn der Reichssportführer als „Bannerträger des kämpferischen Nationalsozialismus" bezeichnete, ist er mit Recht stolz.
Am Vorabend von Pichls Geburtstag brachten ihm seine Mitarbeiter und die Vertreter der Bergsteigerschaft, des D. A.V. und seiner Vereinsführung sowie der Stadt Wien Glückwünsche und Dank zum Ausdruck.
Erwin Benesch.
Quelle: Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins, Bergsteigerverband im NS Reichsbund 1942/43, Seite 7

Hofrat Eduard Pichl (+). Am 15. März 1955 starb in Laufen im Salzkammergut Hofrat Eduard Pichl, einige Tage später wurde er in Goisern beerdigt. Er wurde 82 Jahre alt. Sein Bergsteigerleben begann er 22jährig mit Besteigungen des Sonnblicks und des Großglockners. Bald sah er sich im Gesäuse und am Dachstein um und führte im Laufe der nächsten Jahre viele Neufahrten durch. 1899 wurden Nordwand und Nordgrat des Großen Buchsteins erstmals begangen, der Ödstein erhielt neue Nord- und Südanstiege, und in den Dolomiten gelang ihm gemeinsam mit Harms Barth die Überschreitung der Vajolettürme. Von Pichls Erstlingsfahrten seien weiter genannt: Planspitze-Nordwand, Frauenmauer-Westwand und Patteriol-Nordwand (1900); Buchstein-Ostgrat, Festkogel-Nordwand, Totenköpfl-Südgrat, Manndlkogel-Ostgrat und Südwand der Dachsteinwarte (1901); Ortler-Rothböckgrat (1908); Langkofel-Nordkante (1918). Auch in den Westalpen gelangen Pichl großzügige Fahrten wie Bernina-Biancograt, Meije-Überschreitung und Montblanc, neuer Weg vom Domegletscher. Im Wiener alpinen Vereinsleben spielte Hofrat Pichl ebenfalls eine Rolle, und zwar als Vorsitzender der Sektion Austria und als Präsident des Österreichischen Alpenklubs. Seine politisch-weltanschaulichen Bestrebungen im Alpenverein (Arierparagraph) und sein Auftreten gegenüber Andersdenkenden erwiesen sich in der Folgezeit als unglücklich. Dennoch soll dem toten Bergsteiger Eduard Pichl die seinen Leistungen gebührende Wertschätzung nicht versagt werden.
Quelle: Mitteilungen des DAV 1952, Seite 62

Pichl Eduard,* Liesing (Niederösterreich),1890 Wien,1903 Bregenz, 1918 Südtirol,
+ Dachsteinhaus bei Ramsau
Sein Bergsteigerleben begann Pichl 22jährig mit der Besteigungen des Sonnblicks und des Großglockners. Bald sah er sich im Gesäuse und am Dachstein um und führte im Laufe der nächsten Jahre viele Neufahrten durch.Wie überall im Alpenraum finden sich,vor allem im Gesäuse und im Dachsteingebirge, einige „Pichlwege“. Ca.80 Neutouren konnte er verbuchen. Sein bekanntester Anstieg im Gesäuse ist jener in der Nordwand der Planspitze mit Fritz Panzer am 10. Juni 1900. Weitere Pichlwege im Gesäuse finden sich am Ödstein, an der St. Gallener Spitze und am Sparafeld. Die von ihm durchgeführte erste Besteigung der Dachstein-Südwand am 27. Juli 1901 war nach damaligen Begriffen eine alpine Großtat.
In den Nachkriegsjahren erfolgte auch durch Pichl die Erschließung des Karnischen Kammes.
Auch in den Dolomiten,im Dauphiné und in der Bernina hat Pichl beachtliche Fahrten und Erstbegehungen ausgeführt.
Pichl galt als herausragender Vertreter der sogenannten Wiener Schule. Er verzichtete bewußt auf moderne Kletterschuhe sowie auf künstliche Hilfsmittel zur Fortbewegung beim Klettern. Er verfasste auch mehrere Berg-und Wanderführer.
Weniger rühmlich ist Pichls politische Betätigung im Alpenverein, besonders seine tragende Rolle bei der Einführung des „Arierparagraphen“.
Eduard Pichl als Funktionär und Politiker ist von seiner bergsteigerischen Aktivität, über die er schon früh in Zeitschriften berichtete und die ihm in Alpinistenkreisen viel Autorität verschaffte, kaum zu trennen. Er wuchs in Wien auf und stand schon als Student und Burschenschafter im Bannkreis der Deutschnationalen. Er vertrat den Rassen-Antisemitismus bereits vor dem Weltkrieg. 1923 gründete Pichl zusammen mit den nach Österreich geflüchteten Anhängern des Kapp-Putsches den deutschnationalen alpinen Wehrverein „Edelweiß'' und die „Deutsche Wacht“, die verschiedentlich Attentate verübten.
1895 trat Pichl in die Sektion Austria Wien ein,die er 1896 wieder verließ,weil seiner Meinung nach zu viele Juden der Sektion angehörten.Er wurde deshalb Mitglied der Akademischen Sektion Wien.1921 trat er wieder in die Sektion Austria, einer der größten Sektionen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins ein und wurde bis 1941 zum Vorsitzenden gewählt. Das erste, was er als fanatischer Antisemit und Nationalist durchsetzte,war die Aufnahme eines Arierparagraphen in die Vereinssatzung und das lange vor der NS-Machtergreifung in Deutschland. Am 27. Oktober 1921 beschloss die Sektion, dass Juden, die damals rund ein Drittel der Sektionsmitglieder stellten, aus der Sektion ausgeschlossen wurden. Sie folgte damit der Sektion Wien (1905), der Akademischen Sektion Wien (1907) und dem ÖTK (1920). Pichl setzte den Arierparagraphen anschließend noch bei mehreren Alpenvereinssektionen (u. a. Sektion Österreichischer Gebirgsverein) und gegen den Widerstand von Willi Rickmer Rickmers und Johann Stüdl auch beim Gesamtverein durch.
Aber auch auf die Ernennung zum Ehrenmitglied des D. A.V., bei welcher Gelegenheit ihn der Reichssportführer als „Bannerträger des kämpferischen Nationalsozialismus" bezeichnete
Gerd Schauer, Isny im Allgäu


Geboren am:
15.09.1872
Gestorben am:
15.03.1955
application/pdf Pichl Eduard - BST 1983-6_0001.pdf
application/pdf Pichl Eduard - ÖAZ 1955-1281, Seite 85.pdf

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