Nordwand - "Rüsch/Welzenbach-Führe"

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Routen Details:
Kleiner Wanner (2547 m). Neuer Weg durch die Nordwand durch Hubert Rüsch und Wilhelm Welzenbach am 18. Juli 1925. Wandhöhe 1.100 m; 8 Std. E.; durchwegs sehr schwere Kletterei.
In der Nordwand des Kleinwannen ist in 3/5 der Höhe eine große Mulde eingelagert. Aus dieser Mulde steigt die gelbe Gipfelmauer auf, beiderseits begrenzt von steil zu den Graten ziehenden Schluchten. Der Weg führt durch Rinnensysteme und Plattenlagen in geradem Anstieg zum tiefsten Punkt der Gipfelwand und durch deren Mittellinie zum Grat und Gipfel. (Im unteren Teil ist der Weg identisch mit Route 230, Wettersteinführer 1921.)
Auf Route 230 bis in die große Mulde am Fuße der Gipfelwand. Man überschreitet die in ihrem Grunde eingeschnittene Schlucht nach links und steigt über steile abschüssige Plattenlagen, zuletzt durch einen kurzenbrüchigen Riß gegen die Gipfelwand an. Ihrem Fußpunkt sind zwei graue Plattenkegel vorgelagert. Als Richtpunkt dient der linke Fuß des östlichen der beiden Kegel. Von hier durch eine steile Lehmrinne auf einen Sattel zwischen dem östlichen Plattenkegel und der Wand und weiter auf Schutt nach Westen bis an den Beginn der nach rechts emporziehenden großen Schlucht. In ihr 8-10 m empor, dann kurzer Quergang nach links in eine plattige Rinne. Sie wird bald blockerfüllt und geht schließlich in einen kurzen Kamin über, der in einem kleinen Schartel endigt. Nun mit Hilfe eines Risses ausgesetzt 10m empor, dann nach rechts heraus und durch eine Rinne weitere 10 m zu Stand. Nun 10 m langer Quergang nach links in eine seichte Rinne und weiterhin etwas absteigend 8 m auf schmalen Gesimsen in eine nach Osten ansteigende größere Rinne. In ihr etwa 40 m empor und über eine brüchige Wandstelle zu einem Schuttplatz. Nun nach links an eine Kante und über diese 20 m empor zu einer kleinen Schutterrasse. Von ihrem rechten Ende einige Meter sehr ausgesetzt nach abwärts, kurzer Quergang nach rechts und 3-5 m durch einen Riß rechts aufwärts in ein kleines Schartel. Weiter im Zickzack über Wandstellen und Risse empor gegen eine größere Terrasse unter einer Plattenwand. Links der Wand ist eine schwarze Höhle eingelassen, die östlich von einer vorspringenden Kante begrenzt wird. Man steigt rechts der Kante empor bis etwa in die Höhe der Höhle und quert hier nach links an die Kante. Über sie ein Stück empor dann links über steile Schrofen in ein Schartel. Nun durch einen sehr schweren Riß, dann durch Rinnen, zuletzt durch einen brüchigen Kamin empor gegen die scheinbares Schartel links eines sich aus der Wand abhebenden Kopfes. Man erreicht bald eine schwach ausgeprägte Gratrippe. Links davon ziehen zwei mächtige Rinnen zum Grat. Durch die linke der beiden erreicht man über steile Schrofen den Gipfel.
Quelle: 33. Jahresbericht des Akademischen Alpenvereins 1924/1925, Seite 58
gleichlautend in
Quelle: 21. Jahresbericht (Vereinsjahre 1925-1927) der DÖAV Sektion Bayerland 1928, Seite 26-27

Datum erste Besteigung:
18.07.1925
Gipfel:
Wanner Kleiner
Erste(r) Besteiger(in):
Rüsch Hubert
Welzenbach Wilhelm Willo)