Nordwestwand - "Rampenaufstieg"

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Routen Details:
Maldongrat 2552m.
Neuer Aufstieg durch die Nordwand, sogenannter "Rampenaufstieg": Emil Gretschmann, Rudolf Hoferer und Otto Leixl am 2. August 1919 (Jahresbericht der Akademischen Sektion München 1919, Seite 38)
Quelle: 19. Jahresbericht (Vereinsjahr 1914-1920) der Sektion Bayerland des DÖAV 1921, Seite 80

Maldongrat 2552m.
Erster Aufstieg durch die Nordwand, sogenannter „Rampenaufstieg“: Emil Gretschmann, Rudolf Hoferer, Otto Leixl am 2. August 1919;
Etwa 100 Meter östlich der Anhalter Hütte erblickt man in den gegenüberliegenden Wänden des Maldongrates einen auffallenden, tiefeingeschnittenen Kamin von ungefähr 130 Meter Höhe, links von einer gelbgestreiften Platte. (Dieser Kamin wurde nachmals von Friedrich Aign und Emil Gretschmann durchklettert). Vom Fuß dieses Kamins zieht schräg nach rechts oben eine 50 Meter hohe Rampe empor. Von ihrem oberen Ende zieht ein 560 Meter langes rampenartiges band zu einem schmalen Einriß von 180 Meter Höhe, der die Maldongratnordwand durchreißt und bis zu den weniger geneigten Teilen kurz unterhalb des Gipfelkammes leitet. Dies im allgemeinen die Linie des Aufstiegs.
Der Einstieg (1/2 Stunde von der Anhalter Hütte) befindet sich unterhalb der Gufel am Fuße des oben bezeichneten, auffallenden Kamins. Über kurze Wandstufen in die Gufel und 50 Meter rechts steil über die Rampe hoch. Kurz vor ihrem Ende sehr ausgesetzt um die Ecke rechts zu einer Kanzel (Stand!). Hier beginnt der 60 Meter lange Quergang, der durch schöne natürliche Sicherungsplätze in vier Abschnitte zerfällt.
1. Abschnitt, Länge 15 Meter: Vom Stand auf schmalem ansteigendem Bande 8 Meter in eine Ecke. Hier Sicherungshaken für die nun folgende schwerste Stelle der Tour: über eine trittlose und griffarme Platte steilschräg rechts aufwärts 7 Meter zu einem guten Sicherungsplatz.
2. Abschnitt, Länge 17 Meter: Weiter auf schmalem Band, zuletzt unter stark herausdrängenden Überhängen, wiederum zu einer Kanzel.
3. Abschnitt, Länge 19 Meter: Entweder durchaus waagrecht nach rechts oder (leichter) in der Mitte 3 Meter ab- und wieder aufsteigend zu einem Stand.
4. Abschnitt, Länge 8 – 10 Meter: In derselben Richtung weiter querend um eine kleine Ecke herum bis dahin, wo die Wand sich „zurückzulegen“ beginnt.
Nun gerade aufwärts durch einen 5 Meter hohen Riß in eine Gufel. Weitere 25 Meter empor über steile, gutgriffige Platten zu einem 15 Meter hohen Riß. Nach seiner Durchkletterung noch 30 Meter zum Beginn der großen Steilrinne. In ihr – vorzügliches Gestein! – verhältnismäßig unschwierig empor. Nach 150 Meter auffallende Verbreiterung. Nun zunächst über Wandstufen und Gufeln weitersteigend bis zum weniger geneigten obersten Teil der Wand. Von hier leicht links haltend zu einer breiten Einsattelung am Grat (Aneroid 2460m) und am vorteilhaftesten direkt über den Grat zum Gipfel.
Wandhöhe 400 Meter. Erstklassige Klettertour. Zum Teil äußerst schwierig.
Quelle: 4. – 9. Jahresbericht der Akademischen Sektion München, Vereinsjahr 1914-1919, Seite 38-39;

Datum erste Besteigung:
02.08.1919
Gipfel:
Maldongrat-Gipfel
Erste(r) Besteiger(in):
Gretschmann Emil Dr.
Hoferer Erwin Dr.
Leixl Otto
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