Ostwandpfeiler Rechter

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Routen Details:
Spitzmauer (2446m, Totes Gebirge) rechter Ostwandpfeiler: Hofpointner- Werner-Gedächtnisweg
Allgemeines: Die Spitzmauer im Toten Gebirge fällt nach Osten mit einer 600m hohen Wand ab. Diese Wand wurde schon am 8. Juli 1906 von den Linzer Bergsteigern Robert Damberger und Hans Kirchmaier erstmals durchstiegen. Die Gipfelwand birgt zwei markante, 300m hohe Pfeiler: den linken und den rechten Ostwandpfeiler. Der rechte Ostwandpfeiler verläuft in der Gipfelfallinie der Spitzmauer, er wurde am 20. September 1966 von Wolfgang Schwarz (HG Touristenklub Linz) und Albrecht Thausing (HG Salzburg) nach einigen Versuchen in einer Kletterzeit von 6 Stunden erstmals durchstiegen.
Schwierigkeit: V, 2 Seillängen VI, A2 bis A3. Alle Haken wurden belassen. Zeit bei einer Wiederholung etwa 4-5 Stunden. Die Erstbegeher benannten den Pfeiler bzw. ihren Weg nach den unvergeßlichen Linzer HG Kameraden Matthias Hofpointner und Gerhard Werner, die am 3. Juli 1966 in der Hochferner- Nordwand in den Zillertaler Alpen in einer Eislawine tödlich verunglückten.
Der Weg: In der rechten Ostwandschlucht hinauf bis zu einer auffallenden, flachen Rißverschneidung, die schräg links in die Pfeilermitte zieht. Man verfolgt diese 2 Seillängen, um dann geradehinauf über eine Platte zu einem Haken zu steigen, und nach rechts auf ein Band zu einem Stand (IV). Sodann 5m im abgesprengten Riß hinauf auf ein schmales Band, weiter einige Meter gerade hinauf über eine Platte und - kleingriffig - nach links zu einem Stand mit guten Sicherungsköpfen (V). Nun gerade hinauf über einen bauchigen Überhang (H = Haken) und leichter nach 20m zu einem Stand auf einem Band. (Wenn man dieses Band 2 Seillängen nach links verfolgt, so gelangt man in den wesentlich leichteren Ostwandweg.) Weiter einige Meter gerade hinauf auf das nächste Band (H) und auf diesem 15m nach rechts zu einem Stand (2 Stand-H , IV). Man befindet sich jetzt oberhalb des großen, dreieckigen Überhanges, der im ersten Drittel die Pfeilerkante sperrt. Jetzt 5 m nach rechts und über eine kurze Verschneidung (H) hinauf zu einem 7m hohen Überhang, den man mit Hilfe eines etwas unsicheren Hakens (VI, A2-A3) überwindet, und einige Meter in Freikletterei weiter zu einem Stand auf einem Band (2 Stand-H). In Freikletterei über eine senkrechte Wandstelle (VI) unter einen 5 m hohen Überhang, den man mit Haken (VI, A 2) anstrengend übersteigt. Weiter etwas brüchig an der Pfeilerkante, nach 12m zu einem Stand (2 Stand-H). Hier sind die Hauptschwierigkeiten zu Ende.
Der Gedächtnisweg verläuft nun in einer unschwierigen Querung 5 m nach rechts in einen kleinen Geröllkessel, aus dem zwei Rißverschneidungen gerade hinauf zu einem markanten Dach führen. Man benützt die linke, steigt bis unter das Dach auf und quert nach links zurück zur Pfeilerkante (2 Stand-H). Weiter schräg rechts hinauf zu einem Kamin, der diese überhängende Zone durchschneidet und über ihn (H, V) zu einem Stand. Jetzt verfolgt man die hier ansetzende kleine Schluchtrinne bis zu einem steileren Abbruch und quert dann auf die linke brüchige Rippe, um über sie in schöner Kletterei nach 15m auf ein mit Geröll bedecktes breites Band zu gelangen (IV). In leichter Kletterei empor zur plattigen Gipfelwand und über diese direkt hinauf zum Gipfelgrat (H, IV-V). Zum Abschluß über den leichten Gipfelgrat in wenigen Minuten zum Gipfel.
68 Quelle: Mitteilungen des ÖAV 1967, Heft 5/6, Seite 68-69

Spitzmauer (2446 m) rechter Ostwandpfeiler (Hofpointner-Werner-Gedächtnisweg). Wandhöhe: 600 m; Schwierigkeit: VI/A 2—A 3 (Sommerwert!).
Die erste Winterbegehung erfolgte durch Manfred Edlinger (Sektion Kirchdorf a. d. Krems), Franz Surber (Sektion Salzburg) und Josef Friedhuber (TVN Ansfeden) an zwei Tagen zu Weihnachten 1972. Gesamtkletterzeit: 16 1/2 Stunden.
Quelle: Der Bergsteiger 1974, Heft 3, Seite 176

Datum erste Besteigung:
20.09.1966
Erste(r) Winter-Besteiger(in):
1972
Gipfel:
Spitzmauer
Erste(r) Besteiger(in):
Schwarz Wolfgang
Thausing Albrecht
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