Thausing Albrecht

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Biografie:
Thausing Albrecht,

In den Ostalpen war man von den Nachrichten über Saudans Erstbefahrungen, die sich weltweit verbreiteten, tief beeindruckt. Viele sahen, dass sich die eigene Disziplin zu entwickeln begann. Steile Abfahrten hatte man zwar zuvor auch schon gewagt, nun bestand aber noch mehr Anreiz zu zeigen, was man selbst kann. Schließlich lockte mediale Aufmerksamkeit.
Albrecht Thausing, Manfred Oberegger und Kurt Lapuch machten von sich reden. Oberegger und Lapuch befuhren die Sonnspitz Nordwand. Bei einem Filmdreh am Sonnspitz, für einen Fernsehdreh führten die drei die Befahrung erneut durch, brach sich Lapuch ein Bein. Der Hang war so steil, dass er wie von einem Katapult aus der Wand geschleudert wurde und erst weit unten den Sturz zum stehen brachte. Glück im Unglück, es hätte erheblich mehr passieren können.
So waren Albrecht und Manfred nun als Duo aktiv während ihr Mentor im Krankenhaus harrte. Die erste gemeinsame Abfahrt und „Proberunde“ war die Hohe Göll Ostwand. Anschließend sorgten die beiden mit der ersten echten Befahrung der Pallavicini-Rinne am Großglockner für Aufsehen. Journalisten erfuhren davon und die Presse griff die Geschichte gerne auf. Allerdings waren sie nicht die einzigen, die mit der Pallavicini Furore machten. Es gibt einen weiteren „Erst“befahrer. Michael Zojer fuhr nur wenige Tage nach den beiden. Er wusste nichts von seinen Vorgängern. Ihm gelang es seine Abfahrt in der deutschen Zeitschrift „Bunte“ zu platzieren.
Auch im deutschsprachigen Raum war damit das Steilwandskifahren in der breiten Öffentlichkeit erstmals auch im Mainstream präsent. Erst Jahrzehnte später klärte sich der Irrtum anlässlich eines Films über die Erstbefahrer Oberegger und Thausing auf. Die „echten“ Erstbefahrer hatten zuvor keinen Wert darauf gelegt, sich mit der Tat zu brüsten. Die doppelte Erstbefahrung warf jedoch die Frage auf, wer denn nun tatsächlich die Nase vorn gehab hatte. Es gab einen Zeugen: Ein lokaler Hüttenwirt hatte beide Abfahrten beobachtet und bestätigte, dass Manfred Oberegger und Albrecht Thausing die ersten waren.
Schließlich befuhren die beiden noch das Marinelli Couloir bei Macugnaga am 20.07.1969. Es ist die längste Rinne in den Alpen (zumindest wird dies allgemein angenommen, es gibt aber ein paar vergleichbar lange Rinnen). Etwa ein Monat zuvor war Saudan dort hinunter gefahren (am 10.06.), er war jedoch nicht von ganz oben gestartet sondern befuhr „nur“ die Rinne selbst, ohne den Gletscher im oberen Teil.
Manfred und Albrecht von oben aus in die Rinne eingefahren, wurden unten von einer Blaskapelle empfangen, mit Orden geehrt und ordentlich gefeiert. Es ging jedoch auch eine Lawine durch die Rinne ab und verfehlte die beiden nur knapp. Aus dem Grund beendeten die beiden ihr „öffentliches“ Skifahren.

1965 1.Beg.Großer Koppenkarstein-Westlicher Unmittelbarer Südpfeiler
„Peter-Pölzl-Gedenkanstieg",VI,450 HM,2865m, (Dachsteingebirge)
1965 1.Beg.Stangenwand-Hauptgipfel-Westwand,2157m, (Hochschwab)
1966 1.Beg.Spitzmauer-Rechter Ostwandpfeiler,VI,2446m, (Totes Gebirge)
1970 1.Beg.Angerstein-Südgipfel-Südwestwand,2080m, (Dachsteingebirge)
1970 1.Beg.Angerstein-Südgipfel-Westpfeiler (Salzburger Pfeiler) „Variante direkter Zustieg",2080m,
(Dachsteingebirge)
1971 1.Winterbeg.Angerstein-Südgipfel-Südwestwand,2080m, (Dachsteingebirge)
1971 Skibef.Großglockner-Pallavicini-Rinne,50°,600 HM,3798m, (Hohe Tauern)
1972 1.Beg.Berchtesgadener Hochthron-Westpfeiler,1973m, (Berchtesgadener Alpen)
1973 1.Beg.Großes Wiesbachhorn-Nordwestpfeiler,3570m, (Hohe Tauern)
Gerd Schauer, Isny im Allgäu



Erste Route-Begehung

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