Nordwestwand - "Gretschmannführe"

(Bearbeiten)
Routen Details:
Erstbegehung im Alleingang
Goinger Halt, Hintere 2195m.
Erster Aufstieg über die Nordwestwand: Emil Gretschmann am 6. September 1919 (Jahresbericht der Akademischen Sektion München 1919, Seite 36)
Quelle: 19. Jahresbericht (Vereinsjahr 1914-1920) der Sektion Bayerland des DÖAV 1921, Seite 73

Goinger Halt, Hintere 2197. Erste Ersteigung über die Nordwestwand: Emil Gretschmann am 6. September 1919.
Die Nordwestwand der Hinteren Goinger Halt, durch eine Gratrippe deutlich getrennt von den mäßig geneigten Westhängen, über die vom Ellmauer-Tor ein Steig zum Gipfel führt, trägt ähnlichen Charakter wie die benachbarte Westwand des Predigtstuhl-Hauptgipfels. Sie ist von mehreren Riesenschluchten und Platten von gewaltiger Ausdehnung durchsetzt. Zum Anstieg benützt man zunächst die, von der Predigtstuhlscharte gerechnet, erste große Steilschlucht, sodann die Rippe, die sie von ihrer rechten (südlich) noch größeren Nachbarschlucht trennt, im oberen Drittel endlich die auf diese Nachbarschlucht abbrechenden Gipfelwände.
Einstieg da, wo die Steigspuren zum Botzongkamin aus dem Geröll in Schrofen übergehen. Von hier schräg rechts aufwärts querend zu kleinen Rasenflecken, über sie an die Rippe, die die von der Predigtstuhlscharte herabziehende Geröllrinne von der oben erwähnten „Ersten großen Steilschlucht“ trennt. Mittels schwierigen Quergangs in die Schlucht, die selbst wiederum durch mehrere Grate in verschiedene Arme geteilt ist.
Im rechten Arm empor bis etwa 50 Meter unterhalb eines Geröllkessels, der im Halbrund von senkrechten Wänden umstellt ist. Hier verläßt man die Schlucht nach rechts durch einen versteckten, in die rechte Begrenzungswand eingeschobenen rauhen 25 Meter Kamin. Von dessen Ende über ein 5 Meter hohes Wandl nach rechts auf eine Rampe, die auf die Rippe zwischen „Erster großer Steilschlucht“ und südlicher Nachbarschlucht führt. Auf ihr 40 Meter hoch. Sodann durch eine 10 Meter hohe leichte Verschneidung zu einem 4 Meter langen, schwierigen und sehr ausgesetzten Quergang. Von seinem Ende schwach ansteigend, 8 Meter auf splitterigem Bande, sodann 5 Meter etwas absteigend in eine enge Steilrinne zwischen Massiv (links) und einer Gratrippe (rechts).
In ihr 40 Meter hinauf. Über den sie schließenden Überhang nach rechts hinweg, auf ein schmales, 10 Meter langes, ausgesetztes Band, hoch über der anfangs erwähnten noch „Größeren südlichen Nachbarschlucht“. [Ganz großartige Felsszenerie. Im Ausschnitt der Schlucht erscheint gegenüber der „Dülferriߓ in der Fleischbank-Südostwand]. Nun über ein plattiges 8 Meter hohes Wandstück mit Benützung des links eingeschnittenen Risses in eine Steilrinne, die nach 15 Meter mit einem Überhang schließt. Über ihn auf die mäßiger geneigten Partien in der Nähe des Gipfels. Nun beliebig links oder rechts über einige Steilrinne und Absätze zum Grat. Man erreicht ihn 1-2 Minuten unterhalb des Gipfels, bei einem auffallend großen Steinmann.
Zeit für 2 etwa 2 ½ bis 3 Stunden. Fast durchwegs sehr schwierig, ohne äußerst schwere Stellen. Wegen der Fülle prächtiger Kletterstellen sehr zu empfehlen.
Quelle: 4. – 9. Jahresbericht der Akademischen Sektion München, Vereinsjahr 1914-1919, Seite 36;

Datum erste Besteigung:
06.09.1919
Gipfel:
Goinger Halt - Hintere
Erste(r) Besteiger(in):
Gretschmann Emil Dr.