Schweizer Hans

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Biografie:
Schweizer Hans, Stuttgart, + Anden

1939 1.Best.Pacaraju über Nordostgrat,6274m, (Südliche Cordillera Blanca,Anden)
1939 1.Best.Ranrapalca über Nordostgrat,6162m, (Südliche Cordillera Blanca,Anden)
1939 1.Best.Tocilaraju über Nordwestgrat,6034m, (Südliche Cordillera Blanca,Anden)
1939 1.Beg.Chinchey über Nordgrat,6309m, (Südliche Cordillera Blanca,Anden)
1939 Best.Huascarán Nord,6555m, (Cordillera Blanca,Anden)

Gerd Schauer, Isny im Allgäu

Dipl.-Ing. Hans Schweizer
Am 1. September kam aus Lima die telegraphische Nachricht, daß unser Klubkamerad Hans Schweizer aus Stuttgart in den Anden in einer Lawine tödlich verunglückt sei. Einzelheiten über den Hergang des Unglücks konnten infolge der inzwischen eingetretenen kriegerischen Verwicklungen nicht mehr erhalten werden.
Hans Schweizer war Bergsteiger von ganzem Herzen. Sein allzeit froher Wut und trockener Humor auch in den schwierigsten Lagen, seine unbedingte Kameradschaft und nicht zuletzt sein nie versagender „Auftrieb" wird allen, die ihn kannten, unvergeßlich bleiben. Er liebte besonders die winterlichen Berge und die Schnee- und Eisregionen der Westalpen. Vom alpinen Schiläufer war er zum Winterbergsteiger geworden und als solcher kam er zum erstenmal in die Westalpen, die ihn von da an besonders anzogen. Ihn reizte in erster Linie die Zusammenfassung mehrerer Einzelfahrten zu umfassenden Überschreitungen und langen Grattouren. So im
Winter 1934/35 die Längsüberschreitung des zentralen Montblanckammes mit Schiern, im Sommer 1938 die erste Überschreitung des Weißhorns von Süd nach Nord, beides zusammen mit seinem Kameraden von der Sektion Schwaben des D. A. V. und vom Stuttgarter Akademischen Schiklub, dessen langjähriger Führer er war.
Im Jahre 1936 führte er eine kleine Expedition des Zweiges Schwaben des D. A. V. in den Kaukasus, wo er die ersten Erfahrungen in größeren Höhen und in der Expeditionsdurchführung sammeln konnte. Fünf Fünftausender und die Erstersteigung des Adischtau über die Katuin-Nordkante brachte er mit nach Hause.
In diesem Jahre ging nun sein heißester Wunsch in Erfüllung: Mit Prof. Kinzl fuhr er als Führer der Bergsteigergruppe der Andenkundfahrt 1939 nach Peru. Aus seinen Briefen spricht die Freude am Entdecken und Erobern der peruanischen Bergwelt. Mit der ihm eigenen Bescheidenheit berichtet er von seinen Fahrten, die durch ungewöhnlich schlechte Witterungsverhältnisse außerordentlich erschwert waren. Nach der erfolgreichen Ersteigung von sieben Sechstausendern wandle er sich mit seinen Kameraden einer neuen, noch gänzlich unerforschten Berggruppe Mittelperus zu. Dort traf ihn der weiße Tod.
H. P. Zoeppritz.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1210, Seite 250

Gestorben am:
08.1939