von Südosten

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Routen Details:
Östlicher Innerfeldturm (ungefähr 2750 m). 1. Ersteigung am 24. Juli 1937 durch Ing. Karl Volta und Alfred Schimel. Der Anstieg erfolgte von Südosten mit Berührung des Ostgrates.
Die drei Innerfeldtürme (Westlicher, Mittlerer und Östlicher) gehören zur Birkenkofelgruppe der Sextner Dolomiten und erheben sich unmittelbar westlich über dem Dreischusterhaus im Innerfeldtale. Sie bilden den höchsten Teil eines von der Zweiten Kohlalpelspitze (2781 m) nach Osten abzweigenden Grates, dessen östlichster, fingerförmiger Felsturm nach seinem Erstersteiger Bergmannspitze genannt wird. Der Mittlere Innerfeldturm ist ungefähr gleich hoch wie die Zweite Kohlalpelspitze, die beiden anderen Innerfeldtürme sind 20 bis 30 m niedriger, Über die bergkundlichen Verhältnisse gibt die Kartenskizze in der Novemberfolge 1932 der „Ö. A.-Z." Aufschluß.
Vom Dreischusterhaus aus sieht man in der steilen Bergflanke hinter der ebenen Innerfeldwiese eine tief eingeschnittene, hohe Schlucht, die den Sammelkanal für mehrere fächerförmig zusammenlaufende lange Rinnen und Schluchten bildet. Diese haben ihren Ursprung in den Gratscharten der im Halbkreise vom Kohlalpelkofel (2528 m) über die Erste und Zweite Kohlalpelspitze und die Innerfeldtürme zur Bergmannspitze ziehenden Umrahmung des großen Schluchtsystems. Die Hauptschluchten kommen von der Grünen Scharte (ungefähr 2490 m) nördlich des Kohlalpelkofels und von der Innerfeldscharte (ungefähr 2700 m), zwischen der Zweiten Kohlalpelspitze und dem Westlichen Innerfeldturm eingeschnitten, herab. Die beiden Hauptschluchten werden bei der Ersteigung des Östlichen Innerfeldturmes gequert. Man erreicht sie jedoch nicht unmittelbar aus dem Innerfeldtale, sondern von der unteren Talstufe des Kohlalpeltales.
Vom Dreischusterhaus (1617 m) geht man zur Unterhütte und ersteigt auf gutem Wege die Mündungsstufe des Kohlalpeltales. Ein kurzes Stück hinter dem Rande der Talstufe führt der Weg zwischen zwei großen Blöcken durch. 20 m weiter taleinwärts bei einer Lärchengruppe verläßt man den Weg nach rechts durch Legföhrenbestände in der Richtung auf eine breite, sehr steile Grasrinne in der nördlichen Talflanke.
Nach Überquerung eines sandigen Grabens steigt man über die Rinne zum Südrand des vom Kohlalpelkofel herabstreichenden Kammes hinauf (1 Stunde 10 Minuten). Rechts von dieser Stelle steht eine weithin sichtbare Stange. Nun verfolgt man die Spuren eines Jägersteiges mit einigem Auf und Ab quer durch den Hang des Innerfeldtales nach Norden, bis sich die Schrofen links zurückziehen und durch eine schmale Gasse zwischen Legföhren gerade aufwärts ein dichtbewachsener Kamm erreicht werden kann. Hier auf Steigspuren wiederum in eine steile Grasrinne hinein, die zwischen Felsschrofen zur Linken und Latschenhängen zur Rechten hinaufzieht. Sie endet auf einem Latschenkamm, von dem man auf einem unsicheren Steilhang etwas absteigend in die von der Grünen Scharte herabkommende Schlucht hineinquert (40 Minuten, letztes Wasser).
Kurz oberhalb dieser Stelle mündet von rechts eine Seitenschlucht in die Schartenschlucht ein. Die Seitenschlucht vermittelt zunächst den Weiterweg. Ein Abbruch in ihrem untersten Teile wird rechts umgangen, indem man gleich von der Hauptschlucht weg bei den Legföhren ansteigt und dann links in die Seitenschlucht hineinquert. Durch diese über mehrere glatte Absätze hinauf, bis sich rechts eine brüchige, 20 m hohe Rinne zeigt, die durchstiegen wird. Nunmehr auf einer Rampe links aufwärts, auf einem heiklen, schmalen Band zu einem kleinen Pfeiler und bald darauf in eine Felsnische. Rechts von dieser durch eine schwierige Verschneidung gerade hinauf und schräg rechts auf einen Seitengrat der Ersten Kohlalpelspitze. Diesen streckenweise ziemlich ausgesetzten Grat verfolgt man über zwei Steilstufen bis zum Schärtchen, bei dem er sich vom Bergkörper der Ersten Kohlalpelspitze ablöst (1 Stunde 40 Minuten).
Man sieht nun in die große Hauptschlucht hinein, die an der Innerfeldscharte ihren Ursprung hat und hinter der die drei Innerfeldtürme senkrecht emporragen. Um zunächst die Hauptschlucht zu erreichen, muß man vom Schärtchen durch einen kurzen Riß und eine schotterige Seitenrinne etwa 30 m absteigen, worauf links über eine ansteigende Rampe und durch einen Quergang die Hauptschlucht bei einem Altschneelager betreten wird. Durch die Schneeschlucht hinauf, einen glatten Absatz links schwierig umkletternd. Bei einer Biegung der Schlucht nach links liegt wiederum ein größerer Schneerest. Hier sieht man in der nördlichen Schluchtwand zwei parallel laufende tiefe Kamine und rechts von ihnen eine steile Plattenrampe. An deren Fuß befindet sich der Einstieg in den eigentlichen Felskörper der Innerfeldtürme (30 Minuten).
Über die Plattenrampe rechts steil aufwärts, um eine luftige Ecke herum und noch eine Seillänge in gleicher Richtung weiter zu einem Felsband. Dieses wird einige Meter weit begangen, dann ausgesetzt schräg links über gutgriffige Schrofen hinauf und um eine Ecke in einen schönen Kamin. Durch diesen oder knapp links von ihm auf eine Felsschulter, die aus dem Ostgrat der Innerfeldtürme weit nach Süden heraustritt. Von der Schulter über eine kurze Wandstufe in ein Schärtchen hinab und über einen leichten Felskamm zum Ostgrat empor. Aus diesem an den Gipfelblock heran und ausgesetzt in teilweise schwieriger Kletterei schräg links, dann gerade hinauf zur sehr luftigen Doppelspitze des Östlichen Innerfeldturmes (1 Stunde 30 Minuten).
Abwechslungsreiche, aber anstrengende Bergfahrt, zum Teil schwierig und ausgesetzt, gute Orientierungsgabe erfordernd. Zeitaufwand 5 1/2 bis 6 Stunden.
Der Turm blieb bei der Nachbarschaft stark begehrter Fahrtenziele nur infolge des unübersichtlichen Zuganges durch die unteren Bergflanken bisher unbeachtet und unbetreten.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1938, Folge 1189, Seite 23-24
Datum erste Besteigung:
24.07.1934
Gipfel:
Innerfeldturm Östlicher (Torre da Campo di dentro)
Erste(r) Besteiger(in):
Folta Karl
Schimel A.