Südwand - Neuer Weg
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Routen Details:
Schaufelwand (2014 m). Neuer Weg durch die Südwand. 1. Begehung am 8. Juli 1934 durch Ing. Emil Rupilius und Ing. Karl Schreiner (Graz).
Die lange Mauer der Schaufelwand Südabstürze, die in ihrem westlichen Teil zahlreiche Durchstiegsmöglichkeiten bietet, biegt etwa in Gipfelfallinie mit überhangender Wandecke etwas nach Osten um und bildet nun bis hinüber zu dem begrenzenden Ostgrat eine ungemein steile, von überhangenden Wülsten quer durchzogene Wand. In dem Bestreben, auch hier einen Durchstieg zu finden, entstand der nachfolgend beschriebene Weg.
Ungefähr in der Mitte dieses Wandteiles durchschneidet ein überhangender und wahrscheinlich ungangbarer Riß den unteren, langen, waagrechten, weit vorgewölbten Überhang. Etwa 20 m rechts von seinem Fußpunkt, etwas links unterhalb der Falllinie jenes Punktes, wo der Steilaufschwung des Ostgrates sich zurücklegt, befindet sich der Einstieg.
Der vorhin erwähnte, große, waagrechte Überhang verläuft hier bei einem feinen Riß in glatten, fast senkrechten Platten. Doch ist schon wenige Meter oberhalb abermals ein ähnlicher, waagrechter, sperrender Wulst. Von rechts nach links eine halbe Seillänge leicht zum Beginn des vorhin erwähnten feinen Risses. Durch diesen überhangend mehrere Meter schräg rechts haltend zu glatten Platten empor und in ihnen weiter hinauf bis knapp unter den oberhalb sperrenden Wulst. Nun fast waagrechter Quergang etwa 8 m nach links, immer unter dem Überhang hin, bis auf eine schmale Leiste (die von unten als kleine Plattform auf einem Köpfel erscheint).
Nun sperrt der Überhang auch den Weiterweg nach links. Daher gerade über den Überhang erst 4 m hinan, dann waagrecht nach links zu einem Stand. (Bis hieher gelangten wir unter Anwendung von künstlichen Hilfsmitteln, wie Steigschlingen und Doppelseilzug.) Nun wohl schon wesentlich leichter, aber immer noch überaus schwierig, schräg rechts haltend auf einer Art Steilrampe auf ein waagrechtes, schmales Band unter der überhangenden, als Amriß erscheinenden Wand hinauf. Auf diesem Band ausgesetzt nach rechts, bis es auf einem kleinen Köpfl endigt. Darüber wölbt sich der Überhang weit vor. Mit Hilfe eines kleinen Risses direkt über diesen Überhang mehrere Meter empor zu senkrechten, aber griffigen Platten, die dann bald an Steilheit verlieren und nun den Ausstieg zum obersten Ostgrat nach Belieben freilassen.
Die großen Schwierigkeiten dieser Fahrt drängen sich auf rund 100 Höhenmeter zusammen. Fels sehr fest. Die Verwendung künstlicher .Hilfsmittel ist nicht zu umgehen.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1938, Folge 1193, Seite 117-118
Schaufelwand (2014m). Neuer Weg durch die Südwand. Ing. Emil Rupilius und Ing. Karl Schreiner (Graz) am 8. Juli 1934. Ö. A.-Z. 1938, S. 117.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1203, Seite 100
Datum erste Besteigung:
08.07.1934
Gipfel:
Schaufelwand
Erste(r) Besteiger(in):
Rupilius Emil
Schreiner Karl