über die Äußere Wilde Schneide
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Routen Details:
Hohe Geige (3395 m). 1. Ersteigung über die äußere Wilde Schneide am 30. Juni 1935 durch Karl Hagspül, Hans Plangger und Georg Jungwirth, Innsbruck.
Die Hohe Geige entsendet von ihrem nördlichen Vorgipfel gegen Osten einen langen, gezackten Zweiggrat, die „äußere Wilde Schneide", der das Geigenkaarle vom Wilden-Schneiden-Ferner trennt und sich gegen das Pichlkar niedersenkt. Die Begehung dieses Grates ist eine äußerst genußreiche Bergfahrt und vermittelt wohl den schönsten, wenn auch längsten Anstieg auf die Hohe Geige.
Von Huben im Ötztal durch das Pollestal zur Vorderen Pollesalm (2 Stunden), dann auf schlechtem, steilem Steige rechts (westlich) empor gegen das Pichlkar (1 Stunde); Nächtigung im letzten Heustadl in etwa 2100 m Höhe.
Von dort das Pichlkar aufwärts querend zur Zunge des Geigenkaarleferners, dann links empor zum ersten Gratkopf (etwa 2500 m), mit welchem die „äußere Wilde Schneide" ihren 'Anfang nimmt (1 Stunde). Man verfolgt nun den anfangs mit Schrofen durchsetzten, begrünten Kamm aufwärts, überschreitet einen zweiten Kopf und gelangt nach dreiviertelstündiger Wanderung zu einem plattigen Aufschwung, dem rechtsseits aufgetürmte Blöcke vorgelagert sind. Über diese hinauf und im geraden Anstiege sehr schwierig auf ein schmales Band, welches etwa 8 m nach links verfolgt, den weiteren Aufstieg über die folgenden Platten vermittelt (1/2 Stunde).
Nach diesen gewinnt man wieder leicht gangbares Gelände, welches ein rasches Fortkommen ermöglicht. Nach Überschreitung eines weiteren Kopfes, kurzer Abstieg in eine Scharte und jenseits empor zu einem mit Felsblöcken besäten Geröllfeld, nach welchem sich der mit steilen Platten durchsetzte Eckpfeiler, Punkt 2997 m, emporschwingt, den ich in Anbetracht seiner Höhe und gewisser Selbständigkeit „Wilder-Schneiden-Kogel" benennen möchte. Seine Ersteigung erfolgt in der Falllinie des Gipfels durch Risse und Kamine und erfordert bei teilweise schwieriger Kletterei einen Zeitaufwand von 2 Stunden. Der schmale Gipfelbau bricht in der Fortsetzung des Gratzuges etwa 5 m zu einer Scharte ab, welche von diesen: und einem vorgelagerten Turm gebildet wird. Nach schwierigem Abstieg in diese Scharte und weiter in der linken (östlichen) Flanke des Turmes über Felsstufen und einen Kamin etwa 25 m hinunter, worauf man sanft an seinem Fuße rechts (nordwestlich) querend, wieder den weiteren Verlauf des Grates gewinnt, der in mäßiger Steigung über Blöcke und Zacken sich hinzieht, um sich dann wieder etwa 100 m zu einem Gratturm aufzuschwingen, der rechts (nördlich) des Abbruches in schwieriger Kletterei erreicht wird. Nun stets, abgesehen von geringen Ausweichungen, dem Grate folgend, auf und ab über Köpfe, Türme und Zacken, einen tief eingeschnittenen Felsspalt passierend, zu einem schiefen Plattenaufschwung, der direkt auf der Kante bezwungen wird. Ein mehrere Meter langer, luftiger Reitgrat führt zum letzten Felsaufbau, nach welchem man über mit Schnee bedeckte Platten zu einer Firnschneide gelangt, nach deren Überschreitung und kurzem Anstieg über einen Schneehang, die Gipfelwächte
des Vorgipfels der Hohen Geige, und nach 20 Minuten über Schnee und leichten Fels diese selbst erreicht wird.
Höhenunterschied des Grates etwa 900 m; Kletterzeit 9 Stunden.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1938, Folge 1192, Seite 93-94
Hohe Geige (3395 m). 1. Ersteigung über die äußere Wilde Schneide. Karl Hagspül, Hans Plangger und Georg Jungwirth (Innsbruck) am 30. Juni 1935. Ö. A.-Z. 1938, S. 93.
Quelle: Österreichische Alpenzeitung 1939, Folge 1203, Seite 100
Datum erste Besteigung:
30.06.1935
Gipfel:
Hohe Geige
Erste(r) Besteiger(in):
Hagspül Karl
Jungwirth Georg
Plangger Hans