Aigner Hellmuth

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Biografie:
Oberstleutnant a.D. Hellmuth Aigner
Innerhalb des letzten halben Jahres ist Hellmuth Aigner nach Toni Schuler, Karl Krall, Hofegger und Heinz Fussenegger der Fünfte, der unseren Freundeskreis im AAKI so plötzlich und mitten aus dem vollen Leben heraus verlassen hat.
Hellmuth Aigner war am 18.12.1905 in Villach als Sohn eines nachmaligen k. k. Staatsbahndiroktors geboren, besuchte dort das Gymnasium und wurde Mitglied der Penalburschenschaft "Arminia". Als Mittelschüler war er der jüngste Kärntner Abwehrkämpfer mit der Waffe! Das Universitätsstudium begann er in Innsbruck in den Fächern Geographie und. Leibesübungen. Dort fand er auch zum AAKI wie einst sein Vater. Wegen der Länge des Studiums wechselte er aber bald zur militärischen Laufbahn über, wurde 1932 aus der Militärakademie ausgemustert und kam als Fähnrich zur Brigade-Art. Abt. VI nach Hall. Im 2. Weltkrieg stieg er bei seiner Waffengattung vom Batteriechef zum Abteilungs-Kdeur. und schließlich gegen Kriegsende bis zum Oberstleutnant und Kommandeur eines Geb. Art. Regiments auf. Dabei fast ständig im Fronteinsatz wurde er mit dem EK I und dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Nach dem Kriege mußte er sich seinen Lebensunterhalt zunächst als Handwerker verdienen, bis er schließlich in der Industrie als Einkäufer unterkam. Am 29.8.1968 ist er dann an einem Herzinfarkt verschieden.
Lieber Hellmuth! So bleibt mir wiederum nur die traurige Pflicht, für Deine Freunde vom AAKI die Abschiedsworte zu sprechen. Vor 40 Jahren lernte ich Dich im Kreise der Klubbrüder kennen und schätzen als echten Kameraden am Berg und als fröhlichen Genossen in geselliger Runde. Aus tiefster Überzeugung und aus Familientradition zu den völkischen und alpinen Idealen wärst Du in unsere Gemeinschaft eingetreten und ihr zeitlebens treu geblieben.
Aber auch Dir selbst gegenüber bist Du allzeit getreu geblieben bei allen Prüfungen des Schicksals, die Dir reichlich zugemessen waren.
Ehrliche Kameradschaft, höchste Pflichtauffassung und -erfüllung haben Dich ausgezeichnet, die heitere Gelassenheit Deines vollendeten Charakters und Deines frohen Gemütes zugleich; ein untadeliger Soldat im alten Sinne aus Berufung und Gesinnung, das warst Du und so bist Du zu früh von uns gegangen.
Mit Deinem. gütigen Lächeln und den zugleich ernsten und wissenden Zügen Deines Antlitzes bleibst Du in unserer Erinnerung, so lange wir leben!
Fiduzit
Dr. Otto Csikos.

Mitteilungsblatt der Kameradschaft der ehem. 268.,362. u.132. I.D. Sept. 1968.
Es hat ihn weggerissen als
Am 29. August 1968 starb in Hall/Tirol der einstige Kommandeur der III./A.R. 268
Herr Oberstleutnant a.D. Hellmuth v.Aigner.

Sein hartes aber erfülltes Leben ist damit beendet. Viele Kameraden werden sich dieses tapferen, unerschrockenen Mannes erinnern, als er zusammen mit seinem Adjutanten Oblt. Baum 6 Wochen lang unentwegt von seinem Gefechtsstand aus, einem selbstgegrabenen Loch, auf der Höhe 125 bei Jelnja im Jahre 1941 das Feuer seiner Artillerie-Alt. gegen die immer wieder anstürmenden Russen leitete. Es war mit sein Verdienst, daß diese Höhe, die taktisch von höchstem Wert war, bis zur Aufgabe des Jelnjabogens gehalten werden konnte. Etwa 128 feindliche Angriffe auf die Höhe wurden abgewehrt und Kdeur und Adjutant waren in der Zeit buchstäblich zum Skelett abgemagert und in ihren bärtigen Gesichtern konnte man die äußerste Anstrengung von Körper und Nerven ablesen. Unser Div. Kdeur. Glt. a. D. Greiner, der damals das auf Höhe 125 liegende I.R. führte, erinnert sich noch heute mit Dank und Anerkennung des nun von uns Gegangenen.
Oberstleutnant v. Aigner war im Krieg und Frieden ein vorbildlicher Offizier. Aufgeschlossen und stets humorvoll sorgte er fürsorglich für seine Untergebenen und daher folgten sie ihm auch freudig in den schwersten Zeiten.
Ich als sein einstiger Reg. Kdeur. betrauere, wie alle, die ihn kannten, .den Tod dieses echten deutschen Mannes, der sich stets mit aller Kraft und all seinem Können einsetzte für seine Heimat. Mag er nun in Frieden ruhen in seiner Heimaterde in Villach. Für uns alle wird er unvergessen bleiben!
Scheffler Oberst a.D.
Quelle: Klubnachrichten des Akademischer Alpenklub Innsbruck, 1968-69, Seite 36-38


Geboren am:
18.12.1905
Gestorben am:
29.08.1968
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